Anvia, Niederlande

Gegründet 1933, hat die niederländische Leuchtenmanufaktur ihre Wurzeln in Deutschland. Denn hinter der Firmengeschichte verbirgt sich eine tragische Historie. Bereits 1906 übernahm der jüdische Unternehmer Max Liebert eine Bronzewarenfabrik in Berlin, die er unter dem Namen L. Moset Nachfolger weiter betrieb. Das Unternehmen florierte, um 1930 hatte die Firma bereits drei Produktionsstandorte.

Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten musste Max Liebert 1933 seine Firmen wegen seiner Religionszugehörigkeit zwangsverkaufen und wurde zur Emigration nach Holland gezwungen. Dort gründete er er zusammen mit dem Verlobten seiner Tochter Ilse, Fritz Kaufmann, die Algemeene Nederlandsche Verlichtingsindustrie Almelo (ANVIA) in Almelo. Die ganze Liebert Familie floh anschließend in die Niederlande, aber nach dem Einmarsch der Deutschen im Jahr 1940 war auch dies kein sicherer Platz. Max Liebert wurde auch hier 1942 wieder zum Verkauf gezwungen, anschließend wurden er und seine Frau verhaftet und in das Konzentrationslager Sobibor deportiert, wo sie 1943 ermordet wurden. Auch ihr Sohn Werner Liebert überlebten den Nazi-Terror nicht, er starb im gleichen Jahr in Auschwitz. Nur die Tochter Ilse Kaufmann und ihr Gatte Fritz Kaufmann konnten überleben, da sie von einer holländischen Familie versteckt wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Anvia von dem Ehepaar wieder aufgebaut. Anfang der 1950er Jahre traf Ilse Kaufmann dabei in Utrecht auf Jan Hoogervorst, der von nun über 30 Jahre lang moderne Leuchtenkollektionen für Anvia entwickelte. 1952 starb Fritz Kaufmann, Ilse Kaufmann leitete zuerst die Firma weiter, bis sie externe Geschäftsführer einstellte. Dank der Hoogervorst Entwürfe entwickelte sich Anvia in den 1950er und 60er Jahren zu einem gefragten Leuchtenhersteller.

2014 wird Anvia von Michel Klein neugegründet, wobei er eng mit den Nachfahren von Max Liebert, der heutigen Familie Kaufmann, zusammenarbeitet. Auf der Aniva Internetseite finden Interessierte ausführliche Informationen zu der tragischen Geschichte. Michel Klein sucht übrigens immer noch weiteres historisches Material. Wer ausführliche Informationen zu der deutschen Zeit hat, kann sich gerne bei ihm (oder bei uns) melden!