77/13 Steckmöbelprogramm von Christoph R. Siebrasse

1977 entwarf der Kölner Designer und Künstler Christoph R. Siebrasse das Steckmöbelprogramm 77/13. 2013 erfolgte eine Neuinterpretation dieser Serie in poppigen Farben, die in einer Kleinauflage von der Manufaktur Frank Weingarten in Kerpen produziert wird. Ab sofort sind diese Manufakturmöbel bei Markanto erhältlich.

Über Christoph R. Siebrasse

1986 gründete Christoph R. Siebrasse zusammen mit Rainer Schenk die Gruppe Confrontation: Art und Design. In den 1980er und 90er Jahren entwarf er zahlreiche Möbel im Stil des Neuen Deutschen Designs, die viel Aufmerksamkeit erregten. Als sein bekanntester Entwurf gilt der Sensilla Museumsstuhl aus dem Jahr 1988.

Sensilla Museumsstuhl von Christoph R. Siebrasse (Entwurf 1988)

Eine Ikone des Neuen Deutschen Designs ist auch seine Sitzskulptur Freidenker – ein ungewöhnliches Möbel aus Stahl und Marmor. Die untere Abbildung zeigt den jungen Christoph auf der Skulptur. Über die Arbeiten von Christoph R. Siebrasse schrieb die ehemalige Kuratorin Dr. Gabrielle Lueg vom Makk Museum für Angewandte Kunst:

Christoph R. Siebrasse hat in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts Möbelskulpturen erfunden und gebaut, bei denen Künstlerisches und Funktionales auf damals radikal neue Art miteinander korrespondieren. Wie beim zeitgleich entstandenen „Neuen Deutschen Design”, einer Gegenbewegung zum Funktionalismus der „Guten Form”, erinnert sei z. B. an die Gruppen Pentagon, Kunstflug und Ginbande oder an einzelne Gestalter wie Claudia Schneider-Esleben und Stiletto, war und ist Siebrasse ein konsequenter Grenzgänger, der die Wechselwirkungen zwischen Kunst und Design in seinen Entwürfen auf höchst individuelle Art auslotet. So entstand aus heutiger Sicht ein ganzheitliches Werk, marktunabhängige Unikate und Kleinserien: Möbel für „Freidenker”.

Handgeschweißte puristische Stahlkonstruktionen sind kombiniert mit Steinplatten, Wollfilz, Stahlseil und Wantenspannern. So ist beispielsweise der Armlehnstuhl „Sensilla“ von 1988, der zur Sammlung des Kölner Museums für Angewandte Kunst
gehört, ein formal und funktional ungewöhnliches Sitzobjekt. Die als Sitzfläche dienende Steinplatte ist flexibel abgehängt, so dass der Benutzer eine sehr große Bewegungsfreiheit hat. Prima Vista geradlinig und durchaus puristisch konstruiert, bieten fast alle Entwürfe von Siebrasse Überraschendes. Skulpturales erweist sich als praktisch, formal und farblich Reduziertes zeigt ein farbenfrohes leuchtendes Innenleben, Titel und Formen verweisen auf Inhalte, die über die simple Funktion als Gebrauchsgegenstand weit hinausgehen. Ein kompakter Kubus aus Filz entpuppt sich als Sessel mit Ottomane, eine schwebende Raumskulptur als Aufbewahrungsmöbel.

Siebrasse liebt und pflegt das Spielerische bei gleichzeitiger Beschränkung auf konzise Formen. Im Gegensatz zu manch provozierenden Experimenten anderer Vertreter des Neuen Deutschen Designs, die konventionelle Gestaltungsprinzipien über Bord warfen
und wegen ihrer extremen Ideen in den Medien präsenter sind, erscheinen Siebrasses durchaus architektonische Möbelskulpturen langlebiger und gebrauchstauglicher.
Die in dieser Publikation vorgestellten Modelle zeigen nur eine Facette des vielschichtigen Werkes dieses Künstlers und Designers, der sich mit ungebrochener Vitalität immer wieder auf erfinderische Art neuen Projekten widmet.

Der Freidenker von Christoph R. Siebrasse (Entwurf 1988)

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