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        <name>Markanto</name>
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    <updated>2026-08-02T16:15:55+02:00</updated>
    
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            <title type="text">Zur Geschichte des Hauses Melchior</title>
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                                            Das Markanto-Büro befindet sich in den ehemaligen Räumen einer Glasmalerei im Haus Melchior im Zentrum von Köln. Ein Kellerfund brachte nun Erstaunliches zutage.
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                 Unser Büro befindet sich im Kölner Kunibertsviertel in direkter Nähe zur Musikhochschule und zur Basilika St. Kunibert, die zu den zwölf romanischen Kirchen Kölns zählt. Das Haus wurde 1960 erbaut und hat eine Fassade im Stil der 1950er Jahre mit einem spektakulären Bleiglasfenster im Treppenhaus. 
 Die drei Krönchen über dem historischen Schild mit dem Markanto-Schriftzug weisen einerseits auf die drei heiligen Könige Kaspar, David und Melchior hin, deren Gebeine sich im Kölner Dom befinden sollen. Gleichzeitig war Melchior auch der Name der Glasmalerei, die früher in unseren Räumen ihren Sitz hatte. 
 1961 zog die Glasmalerei Franz Melchior von der ursprünglichen Adresse „Im Klapperhof” in den Neubau „An der Linde&quot;. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs benötigten viele Kirchen in Köln und im Umland neue Kirchenfenster, die im Haus Melchior ausgeführt wurden. Zu diesem Zweck befand sich an der Nordseite zum Innenhof ein rund sechs Meter hohes Fenster, in dem die Bleiglasfenster zur Probe gehängt wurden. Die dazu notwendige Konstruktion kann man noch heute in unserem Büro begutachten, ebenso wie verschiedene Bleiglasfenster in unserem Garten. 
 Die Glasmalerei Franz Melchior blickt auf eine erstaunliche Vergangenheit zurück, denn sie ist Kölns älteste Kunstglasmalerei und Kunstglaserei. Das Unternehmen wurde im Jahr 1853 unter dem Namen „Glasmalerei Friedrich Baudri” gegründet. Dort absolvierte der junge Jacob Melchior von 1858 bis 1862 seine Ausbildung. Rund zehn Jahre später übernahm er die Firma zusammen mit seinem Bruder und führte sie unter dem Namen „Jacob &amp;amp; Carl Leop. Melchior, Fr. Baudris Nachfolger” in der Follerstraße 43 weiter. Die Manufaktur war recht erfolgreich und wurde mehrfach auf Handwerksmessen in Köln und München ausgezeichnet. 1880 erfolgte daher ein weiterer Umzug in die Zeughausstraße 13. Die Firma befand sich nun im historischen Römerturm. 
 Bedingt durch einen Brand erfolgte 1895 der nächste Umzug in die St.-Apern-Straße 35. Zwei Jahre später übernahm Sophia Melchior nach dem Tod ihres Mannes Jacob die Firma und führte sie unter dem Namen „Rheinische Kunstglasmalerei und Kunstglaserei Jacob Melchior, Ww” weiter. Gleichzeitig stieg der erst 15-jährige Franz Melchior in den Familienbetrieb ein. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1916 führte er den Betrieb weiter. Die Firma hieß nun „Rheinische Glasmalerei Melchior &amp;amp; Co.” und hatte ihren Sitz im Klapperhof 18. 
 Ende der 1960er Jahre starb Franz Melchior, sein Bruder Jakob Melchior wurde daraufhin Geschäftsführer. 1984 erfolgte die Übernahme durch Hermann Josef Nettekoven, der mit der Enkelin von Franz Melchior verheiratet war. In den 1980er und 1990er Jahren schrumpfte jedoch der Markt für Bleiglasfenster immer weiter, sodass die Glasmalerei Melchior GmbH 1996/97 endgültig geschlossen wurde. Anschließend wurden die Räume von einem Verlag genutzt. Seit 2016 befindet sich das Büro von Markanto in den historischen Räumen. 
 Im Keller wurden zahlreiche Entwurfszeichnungen aus der Zeit von Jakob Melchior und Hanns Kirchner gefunden (siehe Abbildung). Besonders die Entwürfe von Jakob Melchior im Stil der 1950er Jahre sind künstlerisch sehr gelungen. Auf der Internetseite der  Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V.  konnten wir zahlreiche der Entwürfe in der Umsetzung als Kirchenfenster entdecken. Die Entwurfszeichnungen werden voraussichtlich von einem Kölner Museum übernommen, entweder vom Stadtmuseum oder vom Historischen Archiv des Erzbistums Köln. 
   
  Konvolut von Entwurfszeichnungen für Kirchenfenster aus de 1950er Jahren nach dem Entwurf von&amp;nbsp;Jakob Melchior  
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                            <updated>2026-06-23T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Vom Monoblock zur Designikone: Der Z. Stuhl von Ernst Moeckl</title>
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                                            Der Z. Stuhl gehört zu jenen Entwürfen, die weniger laut als selbstverständlich Geschichte geschrieben haben: entstanden an der Schnittstelle von industriellem Fortschrittsglauben, neuen Materialien und einer Gestaltergeneration, die Form nicht als Stil, sondern als Haltung ve...
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                 Mit dem Revival des Z. Stuhls zur Milan Design Week 2026 setzte  Richard Lampert  ein Zeichen gegen die Kurzlebigkeit des Zeitgeists und für die nachhaltige Kraft guter Gestaltung.Die Inszenierung im Showroom in Bera folgte dabei einem erzählerischen Ansatz: Zwischen Mimosengelb und Stahlblau, zwischen Monoblock und final lackierter Form entfaltet sich die Geschichte eines Stuhls, der wie kaum ein anderer für die gestalterischen, technologischen und gesellschaftlichen Umbrüche der frühen 1970er Jahre steht. 
 Der Z.Stuhl geht auf einen Entwurf von Ernst Moeckl zurück, der 1971 als Gebrauchsmuster eingetragen wurde und 1972 auf der Kölner Möbelmesse erstmals einer breiten Öffentlichkeit begegnete. Ernst Moeckl, Absolvent der hfg Hochschule für Gestaltung Ulm, war geprägt von jener rationalen, systematischen Entwurfshaltung, die die hfg als geistige Nachfolgerin von Bauhaus und Werkbund auszeichnete. Gleichzeitig fiel sein Schaffen in eine Zeit, in der neue Kunststoffe, allen voran Polyurethan, das formale Repertoire des Möbeldesigns radikal erweiterten. Inspiriert von Raumfahrtästhetik und Science-Fiction-Narrativen entstanden Möbel, die sich bewusst von traditionellen Konstruktionsprinzipien lösten. Der Z.Stuhl ist ein Kind dieser Epoche: ein Freischwinger aus einem einzigen gegossenen Kunststoffblock, bei dem Rückenlehne, Sitzfläche und Beine eine untrennbare Einheit bilden. 
 Formal zeichnet der Stuhl eine gespannte, fast abstrakte Silhouette, deren Konstruktion sich aus einer gespiegelten Z-Form ableitet. Die Rückenlehne fließt in die Sitzfläche über, diese knickt spitzwinklig ab und führt in die markanten, nach hinten gezogenen Beine, die schließlich als Kufenfüße wieder nach vorne verlaufen. Diese Form ist nicht dekorativ, sondern funktional gedacht: Sie erzeugt jene federnde Bewegung, die dem Stuhl zeitweise auch den Namen „Federnder Stuhl“ einbrachte. Dass der Entwurf unter verschiedenen Bezeichnungen wie „Hockender Mann“, „Känguru-Stuhl“ oder schlicht „Z-Stuhl“ bekannt wurde, verweist auf seine starke ikonografische Präsenz im kollektiven Gedächtnis. 
 Eine Besonderheit des Z.Stuhls liegt in seiner deutsch-deutschen Geschichte. Parallel zur westdeutschen Produktion der Horn Collection wurde der Entwurf ab 1974 auch in der DDR gefertigt, dort im Rahmen eines staatlichen Wohnungsbauprogramms im VEB Petrolchemisches Kombinat Schwedt. Als „Stuhl Schwedt 1“ hielt er Einzug in private Haushalte ebenso wie in öffentliche Räume und wurde zu einem selbstverständlichen Alltagsobjekt. In beiden deutschen Staaten verband der Stuhl industrielle Fertigung mit einem modernen, progressiven Formverständnis, ein seltener Fall gestalterischer Kontinuität über politische Systeme hinweg. Er war stapelbar, robust, für den Innen- und Außenbereich geeignet und in unterschiedlichen Farben erhältlich, von zurückhaltenden Tönen bis zu kräftigen Akzenten. 
 Nach der Wiedervereinigung verschwand der Z.Stuhl zunächst weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein, bis seine Geschichte eine unerwartete Wendung nahm. In Chemnitz entdeckte der Unternehmer Pestel bei der Aufarbeitung stillgelegter Maschinen einen originalen Formträger des Stuhls, auf dem sich noch ein Exemplar befand. Diese Entdeckung wurde zum Ausgangspunkt einer intensiven Recherche, die schließlich zur Wiederauflage des Entwurfs führte. In Zusammenarbeit mit den Erben von Ernst Moeckl und auf Basis des überlieferten technischen Know-hows gelang es, den Stuhl ab 2022 in einer Kleinserie erneut zu produzieren, leicht skaliert auf heutige Proportionen, aber der ursprünglichen Form und Idee verpflichtet. 
 Mit der Aufnahme des Z.Stuhls in seine Kollektion führt Richard Lampert diese Geschichte nun konsequent weiter. Das Stuttgarter Unternehmen ist bekannt für seine präzise kuratierte Auswahl an Möbeln, die gestalterische Klarheit, handwerkliche Qualität und historische Relevanz verbinden. Neben Entwürfen von Egon Eiermann, Herbert Hirche oder Paul Schneider-Esleben markiert der Z.Stuhl den ersten Kunststoffklassiker im Programm und erweitert das Spektrum um ein Objekt, das industrielle Innovation und kulturelle Bedeutung in besonderer Weise vereint. Gefertigt wird der Stuhl weiterhin bei Pestel PUR-Kunststofftechnik aus einem Monoblock und in Handarbeit lackiert, was den Anspruch „Made in Germany“ nicht als Marketingformel, sondern als gelebte Praxis verstehen lässt. 
 Die Präsentation in Mailand übersetzt diese vielschichtige Historie in eine räumliche Erzählung. Gestapelte Stühle im Schaufenster machen die Produktionsschritte sichtbar, von der rohen Form bis zur finalen Oberfläche. Eine Videoinstallation in Gestalt eines historischen Fernsehgeräts verweist auf die industrielle Herkunft des Entwurfs und verbindet Vergangenheit und Gegenwart. Die Farbwahl – allen voran das leuchtende Mimosengelb – verleiht dem Objekt eine zeitgenössische Präsenz, während schokoladenbraune Elemente bewusst an Farbcodes des DDR-Designs erinnern und die historische Dimension subtil mitführen. 
 Der Z.Stuhl erscheint so nicht als nostalgisches Relikt, sondern als zeitloses Gebrauchsmöbel, das auch heutigen Wohn- und Arbeitswelten gerecht wird. Mit und ohne Armlehne, stapelbar, pflegeleicht und für den Innen- wie Außenbereich geeignet, erfüllt er weiterhin jene funktionalen Anforderungen, die bereits seine frühe Verbreitung begünstigten. In seiner Wiederauflage zeigt sich, dass gute Gestaltung nicht an eine Epoche gebunden ist, sondern sich immer wieder neu behaupten kann, wenn sie aus einer klaren Idee heraus entstanden ist. 
 Das Revival des Z.Stuhls zur Milan Design Week 2026 ist damit mehr als die Rückkehr eines einzelnen Produkts. Es ist ein Statement für den bewussten Umgang mit Designgeschichte und für die Überzeugung, dass manche Dinge ein Comeback verdienen nicht aus Sentimentalität, sondern weil sie auch heute noch etwas zu erzählen haben. 
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                            <updated>2026-05-04T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Keramiken von Barbara und Gisbert Haberland</title>
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                                            In einer kleinen Ausstellung zeigen wir aktuell im Markanto Depot die brutalistischen Keramiken des Berliner Ehepaars Barbara und Gisbert Haberland aus den 1960er und 70er Jahren.
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                 In den 1960er und 70er Jahren schuf das Ehepaar Barbara und Gisbert Haberland in Berlin außergewöhnliche Keramiken im Stil des Brutalismus, die aktuell wiederentdeckt werden. Sowohl Barbara wie Gisbert Haberland studierten an der Hochschule für bildende Künste in Berlin, wo sie sich vermutlich kennenlernten. 1961 eröffneten sie die gemeinsame Keramikwerkstatt in Berlin. 
 Ihre Arbeiten sind häufig sehr dunkel glasiert und wirken durch die bewusst eingearbeiteten Strukturen – Kreise, Spiralen, Stacheln – gleichzeitig futuristisch und geheimnisvoll. So erinnern die organisch geformten Keramiken zum Teil an den Science Fiction-Universum von HR Giger, dem Erfinder der Alien-Filmwelten. Durch die tiefdunkle, fast schwarze Oberfläche treten die Strukturen subtil hervor und verleihen den Keramiken Tiefe. Unterseitig sind die Arbeiten zumeist mit einem handschriftlichen, schwarzen H signiert, welches im Kontrast zum verwendeten roten Ton steht. 
 Aktuell zeigen wir im Markanto Depot in der Kölner Südstadt eine Auswahl ihrer Arbeiten, wir freuen uns auf Ihren Besuch. 
  Leider liegen aktuell wenige Informationen über die Künstler vor, nur ihre Lebensläufe sind uns bekannt (vielen Dank an&amp;nbsp;Dr. Walter Lokau). Über weitere Informationen würden wir uns sehr freuen!    
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                            <updated>2026-04-23T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">60 Jahre Stapelliege von Rolf Heide</title>
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                                            Ein weiteres Jubiläum: dieses Jahr feiert der Entwurf der Stapelliege (oder Stapelbett) des deutschen Designers Rolf Heide das 60. Entwurfsjubiläum.
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                 Die Stapelliege von Rolf Heide steht seit 1966 für intelligentes Design, das Generationen überdauert. Was einst als durchdachte, modulare Lösung für flexible Wohnräume begann, ist heute ein vielfach ausgezeichneter Designklassiker – und aktueller denn je. Ob im Kinderzimmer, im Gästezimmer oder im kleinen Apartment: Wann immer eine zusätzliche Schlafmöglichkeit gebraucht wird, ist die Stapelliege sofort zur Stelle. 
 Entworfen wurde das Modulmöbel von Rolf Heide, einem der prägenden deutschen Designer seiner Generation. Gemeinsam mit Gestaltern wie Dieter Rams und Ingo Maurer entwickelte er ein neues Verständnis von Produktdesign: funktional, ehrlich und handwerklich durchdacht. Seine Ausbildung als Tischler und das Studium der Innenarchitektur an der Muthesius-Werkschule in Kiel legten den Grundstein für seine Möbeentwürfel, die sich auf das Wesentliche konzentrieren – und dabei ästhetisch überzeugen. 
 Die Stapelliege, noch heute hergestellt von den Müller Möbelwerkstätten, verkörpert diese Haltung perfekt. Die clevere Stapelfunktion macht die Liege zum echten Raumwunder, die Formgebung ist auf ein Minimum reduziert. Ob als Sofa mit Rückenkissen, als gestapeltes Kinderbett, als Doppelbett oder flexibles Gästebett: die&amp;nbsp;Stapelliege, passt sich dem Leben an und nicht umgekehrt.&amp;nbsp;2019 wurde die Stapelliege mit dem German Design Award in der Kategorie „Design Classics and Re-editions“ ausgezeichnet.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
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                            <updated>2026-02-18T00:30:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Egon Eiermann Tisch – jetzt höhenverstellbar</title>
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                                            Lange erwartet, ist der legendäre Eiermann Tisch nun in einer höhenverstellbaren Version bei Richard Lampert erhältlich. Zur Wahl stehen zwei Modelle: Eiermann M (mechanisch) und Eiermann E (elektrisch).
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                 Mit Eiermann M &amp;amp; E präsentiert Richard Lampert die Weiterentwicklung des ikonischen Eiermann 1-Tischgestells. Die Neuinterpretation versteht sich als Hommage an das Erbe des deutschen Designklassikers – zugleich bringt sie ihn auf den Stand moderner Arbeitswelten. Inspiriert von der Funktionsweise von 3D-Druckern, deren Druckebene sich über Spindeltriebe präzise verstellen lässt, entwickelte der junge Designer Tim Schütze die Idee, die Tischikone an heutige ergonomische Anforderungen anzupassen. Nach über drei Jahren Entwicklungszeit ist das Ergebnis nun Realität: Der archetypische Klassiker mit dem charakteristischen, exzentrischen Kreuz ist künftig sowohl mechanisch als auch elektrisch höhenverstellbar erhältlich. Dank stärkerer Rohrdimensionen überzeugen die neuen Modelle durch besondere Stabilität – das Gestell bleibt dabei gestalterisch pur, funktional und zeitlos. So verbindet es das Erbe der Moderne mit den Ansprüchen zeitgemäßen Arbeitens und Lebens. 
  Über das Eiermann-Gestell  
 Das Eiermann-Gestell gilt als Ikone des deutschen Nachkriegsdesigns. Entworfen vom Architekten Egon Eiermann (1904–1970) in den 1950er Jahren, steht es exemplarisch für die Prinzipien der funktionalistischen Moderne: Reduktion, Klarheit und konstruktive Ehrlichkeit. Ursprünglich entwickelte Eiermann das Tischgestell nicht für die Serienproduktion, sondern für den eigenen Bedarf in seinem Architekturbüro. Die Anforderungen waren pragmatisch: ein mobiler, stabiler und einfacher Arbeitstisch, der sich flexibel an wechselnde Aufgaben anpasst.&amp;nbsp;Damit reiht sich das Gestell in eine Tradition von Entwürfen ein, die aus funktionaler Notwendigkeit und nicht aus ästhetischer Spekulation entstanden sind. Es besteht aus zwei seitlichen Stahlrahmen, verbunden durch eine Kreuzstrebe, auf die eine frei wählbare – nicht verschraubte – Tischplatte aufgelegt wird. Diese offene Konstruktion macht die Funktion sichtbar und verkörpert damit Eiermanns Anspruch an gestalterische Ehrlichkeit. 
  Varianten und Weiterentwicklungen  
 Das Gestell existiert in zwei Hauptvarianten: 
 
 Tischgestell Eiermann 1 (1953): mit exzentrischer Kreuzstrebe – formal prägnant und konstruktiv anspruchsvoll. 
 Tischgestell Eiermann 2&amp;nbsp;(ab 1965): mit rechtwinkliger Querstrebe – vereinfacht und kostengünstiger in der Herstellung. 
 
 Während der Eiermann 1 als ursprünglicher Ausdruck des Gestaltungsprinzips gilt, fand der Eiermann 2 durch seine praktische Handhabung und günstigere Fertigung breitere Anwendung im Alltag.&amp;nbsp;Heute ist das Eiermann-Gestell weit mehr als ein funktionales Möbelstück: Es gilt als Archetyp des Arbeitstisches und findet bis heute Verwendung in Büros, Ateliers und Wohnräumen. In der Designgeschichte markiert es einen klaren Bezug zur Bauhaus-Tradition – zur Einheit von Form und Funktion, zur Abkehr vom Dekorativen und zur Orientierung an industrieller Produktion.&amp;nbsp;Das Gestell zeigt, wie ein scheinbar schlichtes Möbel durch konzeptionelle Konsequenz und konstruktive Logik zum Designklassiker werden kann. Nicht dekorative Gestaltung, sondern die radikale Reduktion auf das Wesentliche erklärt seinen anhaltenden Erfolg. 
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                            <updated>2025-10-07T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">3+1 Aktion: Bis Ende des Jahres ist der SE68 Stuhl von Egon Eiermann als 4er ...</title>
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                                            Bis Ende Dezember 2025 erhalten Sie beim Kauf von vier SE68 Stühlen den vierten Stuhl ohne Berechnung, was rund 25% Rabatt entspricht, wir freuen uns auf Ihre Bestellung! Natürlich das Original von Wilde+Spieth!
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                 Bis zum 21. Dezember 2025 erhalten Sie beim Kauf von vier SE68 Mehrzweckstühlen, hergestellt von Wilde + Spieth, den vierten Stuhl ohne Berechnung, was rund 25% Rabatt entspricht, wir freuen uns auf Ihre Bestellung, Das Angebot gilt für die Varianten des Stuhls mit Sitz/Rückenschale in Eiche natur oder schwarz gebeizt. 
 1950 entwarf Egon Eiermann für Wilde+Spieth den&amp;nbsp;Mehrzweckstuhl SE 68. Daraus entwickelte sich ein deutscher Möbelklassiker, der nun seit über 75 Jahren von Wilde + Spieth produziert wird. Egon Eiermann zählt zu den wichtigsten deutschen Architekten nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Bauten wie das ehemalige Abgeordnetenhochhaus&amp;nbsp;Langer Eugen&amp;nbsp;in Bonn oder die&amp;nbsp;Gedächtniskirche&amp;nbsp;in Berlin prägten die junge Bundesrepublik Deutschland. Neben seiner Arbeit als Architekt entwarf Egon Eiermann zusätzlich zahlreiche Möbel, die hauptsächlich von&amp;nbsp;Wilde + Spieth hergestellt wurden. Besonders die beiden Stuhlmodelle SE 68 und SE 18 waren dabei kommerziell sehr erfolgreich. Bei der Formgebung orientierte sich Egon Eiermann zuerst an amerikanische und dänische Vorbilder. 
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            <title type="text">20 Jahre chair_ONE von Magis: Eine Ikone des Designs feiert Jubiläum</title>
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                                            Mit dem chair_ONE präsentierten Magis und Konstantin Grcic im Jahr 2004 einen Stuhl, der Maßstäbe setzte – technisch wie gestalterisch. Aus Aluminiumdruckguss gefertigt, verbindet er industrielle Fertigung mit radikaler Formensprache. Heute gilt der chair_ONE als Meilenstein d...
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                 Vor 20 Jahren entwickelten der italienische Möbelhersteller  Magis  und der deutsche Industrieesigner Konstantin Grcic gemeinsam einen Stuhl, der neue gestalterische und materialtechnische Ansätze in der Möbelproduktion verfolgte. Das Ergebnis war der  chair_ONE  – eine radikal neue Formensprache in der Welt des Möbeldesigns. Heute gilt der Stuhl als Meilenstein, als Designikone und markiert den Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen Designer und Unternehmen – und zugleich einen Wendepunkt in der Geschichte beider Parteien. 
 Die Idee zum chair_ONE entstand aus einem Experiment mit Werkstoffen und Fertigungstechnologien. Statt wie bisher auf Kunststoff, wofür das Unternehmen bekannt war, zu setzen, wagte Magis-Gründer Eugenio Perazza gemeinsam mit Grcic den Schritt in den Aluminiumdruckguss – eine Technik, die zuvor vor allem für Möbelbasen oder technische Komponenten eingesetzt wurde. Ziel war es, eine vollständige Sitzschale in einem Stück zu gießen. Grcic selbst beschrieb seinen Zugang später als  „eine Mischung aus Naivität und Direktheit“ .&amp;nbsp;In einem vier Jahre währenden Entwicklungsprozess entstand schließlich der chair_ONE: eine Sitzschale aus Aluminiumdruckguss, konstruiert wie ein Football – aus flachen, geometrischen Flächen zusammengesetzt zu einer dreidimensionalen Struktur. Die Gestaltung folgte einer klaren Logik: mehr Material dort, wo strukturelle Festigkeit nötig ist; Leichtigkeit dort, wo man sie zulassen kann. Das Ergebnis wirkt abstrakt und futuristisch – und bleibt dennoch konsequent funktional. 
 Ursprünglich für den öffentlichen Raum und den Außenbereich entwickelt, fand der chair_ONE schnell Anwendung in verschiedensten Kontexten – darunter Büros, Wohnungen und kulturelle Einrichtungen. Heute ist der Stuhl in zahlreichen Varianten erhältlich, etwa mit drehbarem Fuß, Betonsockel oder als stapelbares Modell mit Beinen aus Aluminiumprofil. Ergänzt wird die Serie durch den  Stool_ONE  sowie passende Tische. &amp;nbsp;  
 Trotz – oder gerade wegen – seiner unkonventionellen Form fand der Stuhl seinen festen Platz im internationalen Designkanon. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in die Sammlungen bedeutender Museen aufgenommen. In seiner kompromisslosen Originalität gilt der chair_ONE auch nach zwei Jahrzehnten als ein prägendes Beispiel für zeitgenössisches Industriedesign. 
 Anlässlich des 20ährigen Bestehens hat Magis eine Sonderedition von  16 limitierte Unikate  aufgelegt, die irgendwo zwischen Designobjekt und Skulptur, zwischen Funktion und Fiktion schweben. Jede dieser Ausführungen basiert auf der originalen Gussstruktur, ist jedoch mit  goldener Lackierung  versehen und auf einem Sockel aus  Lavagestein vom Ätna  montiert.&amp;nbsp;Im Frühjahr und Sommer 2025 wird eine Auswahl von acht dieser Unikate in einer Ausstellung in den  Giardini Reali  am Markusplatz in  Venedig  gezeigt. Die Ausstellung wurde von Konstantin Grcic selbst kuratiert. Eine vollständige fotografische Dokumentation aller Stücke ist vor Ort erhältlich. 
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                            <updated>2025-06-24T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">100 Jahre „Das Neue Frankfurt”</title>
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                                            1925 wurde in Frankfurt das soziale Wohnungsbauprogramm „Das Neue Frankfurt” gegründet, welches nicht nur durch die Architektur im Stil des Neuen Bauens umfasste, sondern auch durchdachte Inneneinrichtungslösungen wie die Aufbaumöbel von Franz Schuster (Abbildung) oder die Fra...
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                 ach dem Ersten Weltkrieg kämpfte Deutschland mit einer schweren Wohnungsnot. Die sozialen und politischen Verhältnisse verlangten nach einer radikalen Veränderung nicht nur der Architektur, sondern auch der Innenräume. Die aufkommende Moderne hatte eine klare soziale Agenda: Funktionalität und Effizienz sollten mit ästhetischen und praktischen Überlegungen kombiniert werden. In diesem Kontext wurde die Inneneinrichtung zu einem entscheidenden Faktor, um das tägliche Leben zu verbessern. 
 Das Neue Frankfurt, ein städtebauliches und architektonisches Reformprojekt unter der Leitung von Ernst May, ging weit über die Errichtung von Wohnsiedlungen hinaus. Es war nicht nur ein Versuch, die Städte der Weimarer Republik nach den Zerstörungen des Ersten Weltkriegs und der Wohnungsnot neu zu gestalten, sondern auch eine umfassende Reform des Alltagslebens. Besonders im Bereich der Inneneinrichtung – vor allem durch die Entwicklung der Frankfurter Küche und der Aubaumöbel – wurden völlig neue Maßstäbe gesetzt. Ernst May formte ein internationales Team, das Architekten, Designern und Künstlern vereinte – darunter Mart Stam, Franz Schuster, Adolf Meyer, Ferdinand Kramer und Margarete Schütte-Lihotzky. Die entstehenden Siedlungen wie Römerstadt, Westhausen oder die Siedlung Bruchfeldstraße gelten bis heute als vorbildlich in ihrer Verbindung von Funktionalität, Ästhetik und sozialem Anspruch. Die Siedlungen zeichneten sich durch flache Bauweise, großzügige Grünflächen, Durchlüftung und gemeinschaftliche Einrichtungen aus. 
   
  Frankfurter Küche von&amp;nbsp;Margarete Schütte-Lihotzky im Ernst-May-Haus  
 Das Programm wurde durch eine eigene Zeitschrift – Das Neue Frankfurt – medial begleitet. Hier wurden nicht nur architektonische Projekte vorgestellt, sondern auch Themen wie Design, Kindererziehung, Hygiene und modernes Leben behandelt. Gestaltung wurde als gesellschaftliche Aufgabe begriffen. Diese holistische Perspektive ist bis heute bemerkenswert.&amp;nbsp;Das Neue Frankfurt war international stark beachtet, endete aber abrupt mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933, die viele Mitwirkende ins Exil trieb und die Siedlungen ideologisch entwertete. 
 Zum 100jährigen Jubiläum findet im MAK Museum Angewandte Kunst Frankfurt eine sehr sehenswerte Ausstellung statt, zusätzlich empfehlen wir einen Besuch des Ernst-May-Hause in der Römersiedllung, wo auch die beiden Fotos entstanden. 
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                            <updated>2025-06-11T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Unsere neue Ausstellung: Fotografie am Bauhaus</title>
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                                            Markanto zeigt im Rahmen des Internationalen Photoszene Köln Festivals eine Auswahl von signierten Fotografien von Bauhaus-Künstlern wie Marianne Brandt, Irena Blühova, Edmund Collein, Lotte Collein-Gerson, Franz Ehrlich, Ladislav Foltyn oder Xanti Schawinsky. Wir freuen uns a...
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                 In den 1980er Jahren entstanden in der ʻGalerie am Sachsenplatzʼ in Leipzig bedeutende Foto-Editionen von Bauhäuslern, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Ungarn, der Slowakei oder der DDR lebten. Im Rahmen des Internationalen Photoszene Köln Festivals zeigen wir im Markanto Depot eine Auswahl der signierten Arbeiten von Künstler/innen wie Marianne Brandt, Irena Blühova, Edmund Collein, Lotte Collein-Gerson, Franz Ehrlich, Ladislav Foltyn, Gyala Pap oder Xanti Schawinsky. Im Rahmen des Festivals hat das Markanto Depot im Mai an drei Wochenenden geöffnet: 
 Fr, 16. Mai von 14:00 bis 18:00 Uhr Sa, 17. Mai von 11:00 bis 22:00 Uhr ( Vernissage ) So, 18. Mai von 11:00 bis 18:00 Uhr 
 Fr, 23. Mai von 14:00 bis 18:00 Uhr Sa, 24. Mai von 11:00 bis 18:00 Uhr So, 25. Mai von 11:00 bis 18:00 Uhr 
 Fr, 30. Mai von 14:00 bis 18:00 Uhr Sa, 31. Mai von 11:00 bis 18:00 Uhr So, 1. Juni von 11:00 bis 18:00 Uhr 
 Markanto Depot, Mainzer Straße 26, 50678 Köln 
  Unsere Vernissage findet am 17. Mai ab 18:00 Uhr statt!&amp;nbsp;Wir freuen uns auf Ihren Besuch!  
 „Im Zeichen der Burg” lautet der Titel unserer weiteren Ausstellung über die Künstlerin Marguerite Friedlaender-Wildenhain, die ihre Ausbildung in der Keramikwerkstatt des Bauhaus in Dornburg absolvierte. 1925 ging sie an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle, dort begann 1929 eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der KPM Königliche Porzellanmanufaktur Berlin. An der Burg wurde eine Porzellanwerkstatt eingerichtet, dort entwickelte Marguerite Friedlaender rund 60 Modelle, die dann von der KPM in Berlin angefertigt wurden. Markanto zeigt eine museale Auswahl dieser Arbeiten aus der KPM-Herstellung vor 1939. 
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                            <updated>2025-05-08T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Eine Ikone im neuen Gewand: Der Barcelona Sessel von Ludwig Mies van der Rohe</title>
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                                            Erstmalig bietet Knoll International dem Barcelona Sessel von Ludwig Mies van der Rohe in Stoff an. Während der Mailänder Möbelmesse 2025 wurde der Klassiker aus dem Jahr 1929 in ausgewählten Stoffen wie einem Leinengemisch und einem Samtstoff präsentiert.
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                 Zur Mailänder Möbelmesse präsentierte Knoll International erstmalig den Barcelona Sessel von Ludwig Mies van der Rohe mit einem Stoffbezug. Zur Wahl stehen aktuell eine Leinenkomposition sowie ein Samtstoff in je vier Farben. Vorausgeangen war eine lange Disskussion, wie man dem berühmten Scherensessel und dem Wunsch von&amp;nbsp;Ludwig Mies van der Rohe gerecht wird. Nach unserer Meinung ist diese behutsame Neuinterpretation sehr gelungen. Ebenso wie bei der Lederausführung, sind die Kissen aufwendig von Hand vernähte und bestehen aus 40 abgesteppten Rechtecken mit passenden Stoffknöpfen. 
 Der Scherensessel entstand ursprünglich 1929 im Kontext der Weltausstellung in Barcelona für den deutschen Pavillon und verbindet eine gestalterische Reduktion mit repräsentativem Ausdruck. Schließlich war er als Sitzgelegenheit für den spanischen Monarchen konzipiert und wurde zur Weltausstellung mit einer weißen Glacé-Lederpolsterung präsentiert. Diese erste Version wurde damals von dem Metallbetrieb Metallgewerbe Josef Müller in Berlin angefertigt.&amp;nbsp;Formal orientiert sich der Entwurf von Ludwig Mies van der Rohe&amp;nbsp;an klassischen Vorbildern, insbesondere an der römischen Curule-Sitzform, die der damaligen Oberschicht vorbehalten war. Das Sitzmöbel wirkt fast wie ein Thron, und steht eigentlich so im Widerspruch zwischen der demokratischen Gestaltungsutopie der Moderne und der Weimarer Republik. 
 Materialtechnisch war der Barcelona Sessel schon zur Zeit seiner Entstehung ein teures Avantgarde-Produkt: Denn das Stahlgestell wurde aufwendig in Handarbeit angefertigt, ebenso die gepolsterten Lederkissen mit den insgesamt 40 abgesteppten Rechtecken.&amp;nbsp;Im Kontext der gestalterischen Prinzipien des Bauhaus, dessen Direktor Ludwig Mies van der Rohe später werden sollte, hat der Scherensessel eine ambivalente Position: Zwar ist die Konstruktion funktional klar und logisch nachvollziehbar, doch erfüllt der Sessel primär eine repräsentative, fast monumentale Funktion. Im Gegensatz steht dazu der Gedanke, preiswerte und funktionale Möbel für die Arbeiterklasse zu entwerfen, wie es um 1929 unter dem Bauhaus-Direktor&amp;nbsp;Hannes Meyer angedacht war.&amp;nbsp;Bis heute wird der Barcelona Sessel – insbesondere in der spätere Edition durch Knoll International – als Inbegriff zeitloser und repräsentativer Moderne verstanden. Seine anhaltende Relevanz in Theorie und Praxis der Designgeschichte belegt nicht nur seine ästhetische Wirkung, sondern auch seine exemplarische Stellung innerhalb des Diskurses über das Verhältnis von Design, Gesellschaft und Repräsentation. Mit den neuen Varianten mit Leinen- und Samtbezug kann dieser&amp;nbsp;Diskurs nun fortgesetzt werden. 
 
 
 
  Im reduzierten Knoll International Pavillon in Mailand machte sich die neue Interpretation jedenfalls sehr gut und wurde von den Messebesuchern positiv ausgenommen. Entworfen wurde der Pavillon zum dritten Mal in Folge vom belgischen Architekturbüro OFFICE von Kersten Geers und David Van Severen, er ist aus wiederverwendeten und recycelten Materialien errichtet.  
 
 
 
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                            <updated>2025-04-09T00:30:00+02:00</updated>
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            <title type="text">2.000 Bewertungen bei eKomi!</title>
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                                            In eigener Sache: Seit heute morgen haben wir genau 2.000 Bewertungen bei dem Bewertungsportal eKomi. Wir bedanken uns dafür bei allen Kundinnen und Kunden!
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                 Die Woche fängt gut an: Seit heute, dem 24. Februar 2025, haben wir genau 2.000 Bewertungen bei dem Bewertungsportal eKomi. Wir bedanken uns dafür bei all unseren Kunden! 
 Positive Bewertungen sind für einen Onlineshop elementar, denn schließlich schauen viele Kunden vor einer Bestellung, wie andere Kunden den jeweiligen Onlineshop bewertet haben. Die drei wichtigsten Bewertungsportale sind aktuell sicherlich Trustpilot, Trusted Shops und eKomi. Denn hier kann der Verbraucher relativ sicher sein, dass die Bewertungen wirklich echt sind und von Kunden stammen. Aus monetärem Gründen arbeiten wir hier über 10 Jahren primär mit eKomi zusammen und freuen uns heute, unsere 2.000ste Bewertung erhalten zu haben. 
 Hierzu einige Anmerkungen und Erklärungen: Unsere erste Bewertung bei eKomi erfolgte am 15. Mai 2013, mit einem Bewertung-Score von 98,6% haben wir seit Jahren das eKomi-Goldsiegel. Diese Quote von fast 99% positiver Bewertungen ist kaum zu übertreffen. Jetzt denken sicherlich einige Leser, dass wir negative Bewertungen eliminieren, dem ist aber nicht so. Nur falsche Bewertungen (z.B. wo sich ein Kunde mit der Reihenfolge der Sterne vertan hat oder wo er uns mit einem anderen Shop verwechselt) dürfen laut eKomi korrigiert oder gelöscht werden. Auch muss man ergänzen, dass 2.000 positive Bewertungen nicht unbedingt mit 2.000 Bestellungen gleichzusetzen ist. Denn seinen Einkauf bewertet laut unserer langjährigen Erfahrung leider nur jeder 10. Kunde, dass bedeutet bei 2.000 Bewertungen rund 20.000 Bewertungen. Daher bedanken wir uns für alle Bewertungen - egal ob positiv oder negativ. 
 Uns selbst fällt dagegen auf, dass in den letzten zwei Jahren zahlreiche Bewertungsagenturen entstanden sind, die im Auftrag von Kunden positive oder negative gefälschte Bewertungen erstellen, um so Onlineshops oder Anbieter von Dienstleistungen entweder positiver darzustellen oder im schlimmsten Fall zu diffamieren. Wenn also eine Internetseite lange Zeit negativ bewertet wurde und auf einmal nur noch positive Bewertungen erhält, sollte man wachsam sein. Hier hilft meist ein genauer Blick auf die Bewertungen, schnell erkennt man ein System. Bei Google sind exemplarisch meist keine anderen Bewertungen sonst sichtbar. Dazu kommt, dass durch Löschanwälte und ähnliche Anbieter heute negative Bewertungen sehr schnell gelöscht werden, egal ob sie zutreffen oder erfunden sind. Hier ist ein neues umfangreiches Geschäftsmodell entstanden, wir hoffen, dass Google, Verbraucherzentralen und andere Institutionen hier bald aktiv werden! 
 Wir bedanken uns bei allen Kunden nochmals für die 2.000 ECHTEN Bewertungen und freuen uns auf die nächsten Bewertungen! 
 &amp;nbsp; 
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                            <updated>2025-02-24T00:45:00+01:00</updated>
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            <title type="text">100 Jahre Stahlrohrmöbel: Marcel Breuers Wassily Chair feiert Jubiläum</title>
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                                            Vor 100 Jahren entwarf Marcel Breuer am Bauhaus mit dem Klubsessel B 3 eines der ersten Stahlrohrmöbel. Zum Jubiläum werfen wir einen Blick auf die Geschichte dieser Ikone, mit der Breuer nicht nur zum ursprünglichen Entwurfszeitpunkt zu den Pionieren eines neuen Materials zäh...
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                 Marcel Breuer wurde 1902 im österreich-ungarischen Fünfkirchen (ungarisch: Pécs) geboren. 1921 begann er ein Studium am Bauhaus in Weimar. Im Jahr 1925 wurde er zum sogenannten Jungmeister und folgte dem Bauhaus, das in diesem Jahr seinen Sitz verlegte, nach Dessau, wo er die Leitung der Möbelwerkstatt übernahm.&amp;nbsp;Im selben Jahr entwarf Breuer erstmals Möbelstücke aus gebogenem Stahlrohr. Die Idee dazu kam ihm angeblich beim Fahrradfahren – inspiriert vom Anblick des ebenfalls aus diesem Material gefertigten Lenkers. Unter diesen ersten Stahlrohrmöbeln fand sich auch der Clubsessel B 3 bzw. heute  Wassily Chair  genannt. Formal orientiert sich dieser an einem klassischen Clubsessel, jedoch gelang es Breuer, dieses traditionelle Möbelstück unter Verwendung des neuen Materials weitgehend zu entmaterialisieren. Auf ein Skelett aus Stahlrohr gespannt, bilden Lederbänder die Sitzfläche, Rücken- und Armlehnen. Die Art ihrer Aufspannung verleiht ihnen dabei federnde Eigenschaften, wodurch eine herkömmliche Polsterung überflüssig wird. Durch diese Skelettierung näherte sich Breuer seiner Vorstellung eines idealen Sitzmöbels an. Dieses ist ihm zufolge nicht mehr als eine federnde Luftsäule – also fast vollkommen entmaterialisiert. Eine weitere Besonderheit des Entwurfs stellt die nach hinten abfallende Sitzfläche dar, die zum optischen Eindruck eines in einem quaderförmigen Rahmen aufgehängten Sitzes beiträgt. 
 Für Herstellung und Vertrieb dieser Entwürfe gründete Breuer gemeinsam mit Kálmán Lengyel im Jahr 1926 die Firma  Standard Möbel  mit Sitz in Berlin. Von den gut 20 Modellen, die das Unternehmen anbot, stammten die meisten Entwürfe von Breuer, einige wenige von Lengyel. Entsprechend vermarktete die Firma ihre Produkte auch unter den Bezeichnungen „Stahlrohrmöbel System Breuer“ und „Breuer Metallmöbel“. Auch der heute als Wassily Chair bekannte, im Jahr 1925 unter der Bezeichnung B3 entworfene Sessel, war Bestandteil der Kollektion von Standard Möbel. Im Jahr 1927 übernahm Anton Lorenz die Leitung des Unternehmens; 1929 verkaufte er es an Thonet, wo die Möbel noch für einige Zeit produziert wurden. 
 Marcel Breuer verließ im Jahr 1928 das Bauhaus. Nachdem die Nationalsozialisten in Deutschland zunehmend an Einfluss gewannen, war er dort aufgrund seiner jüdischen Herkunft nicht mehr sicher. Im Jahr 1932 zog er in die Schweiz, bevor er 1935 Walter Gropius nach London folgte. Dort entwarf er für das Unternehmen Isokon Sessel, Sofas und Tische. 1937 zog er – wiederum Gropius folgend – weiter nach Massachusetts, wo er bis 1946 an der Harvard University lehrte. Auch arbeitete er in den USA vermehrt als Architekt und entwarf in den folgenden Jahrzehnten Gebäude wie das Hauptquartier der UNESCO in Paris, die US-amerikanische Botschaft in Den Haag, das Whitney Museum of American Art in New York, das Kaufhaus De Bijenkorf in Rotterdam oder den IBM-Campus in Boca Raton in Florida. Mit dem Ort Flaine in den französischen Alpen entwarf Breuer ein ganzes Skiresort, das zum Zeitpunkt seiner Eröffnung im Jahr 1981 über 6.000 Betten verfügte. 
 Bei all diesen Aktivitäten verlor Marcel Breuer jedoch auch das Möbeldesign nicht aus den Augen. In den 1940er Jahren bemühte er sich zwei Mal um eine Kooperation mit dem Möbelhersteller Knoll; der Kontakt zur Mitinhaberin Florence Knoll bestand bereits, da diese im Jahr 1939 für kurze Zeit in Breuers Architekturbüro gearbeitet hatte. Ein 1942 von Breuer vorgeschlagener Sessel wurde von Knoll jedoch aufgrund der hohen von Breuer geforderten Lizenzgebühren abgelehnt, eine 1948 begonnene Kooperation scheiterte ebenfalls. 
 Erst Ende der 1950er Jahre wird&amp;nbsp;Marcel Breuer wieder im Bereich Möbeldesign aktiv, nun jedoch nicht mit einem neuen Entwurf, sondern mit der Wiederauflage des Sessels B3. Gemeinsam mit dem von Siegfried Giedion, Rudolf Graber und Werner Max Moser 1931 gegründeten Zürcher Unternehmen Wohnbedarf plante er die Wiederauflage des Klassikers. Zuvor hatte er bereits 1932 und 1934 die Showrooms des Unternehmens in Zürich und Basel entworfen. Für die Wiederauflage des Sessels B3 nahm Breuer leichte Änderungen am Entwurf vor: Um einen möglichst nahtlosen Eindruck zu erlangen, ersetzte er geschraubte Verbindungen teils durch Schweißnähte, so dass schließlich an den beiden Seiten des Sessels jeweils nur noch eine einziger sichtbarer Schraubenkopf verblieb. Mit dieser Wiederauflage war Marcel Breuer der erste Bauhäusler, dessen damaligen Entwürfe neu produziert wurden und bleibt bis heute einer von wenigen, die an diesem Prozess selbst aktiv beteiligt waren. Von Erfolg gekrönt war die Wohnbedarf-Neuauflage des Sessels B 3 jedoch nicht. Das Unternehmen ließ zunächst für einen Kunden sechs Exemplare des Sessels von der Sissacher Eisenmöbelfabrik fertigen. Nachdem der Kunde von seiner Bestellung zurücktrat, gelang es Wohnbedarf nur ein einziges Exemplar zum regulären Preis zu verkaufen; ein weiterer Sessel wurde mit großzügigem Rabatt an den Mann gebracht, ein dritter verschenkt. Die verbleibenden drei Sessel ließ Wohnbedarf von der Sissacher Eisenmöbelfabrik kostenpflichtig verschrotten. Das Bauhaus Design war zu diesem Zeitpunkt, rund 35 Jahre nach seiner Entstehung, aus der Mode gekommen, die Neuauflage ein Flop. 
 Auch in Italien war Marcel Breuer natürlich kein Unbekannter – erst recht nicht nachdem er dort 1955 den renommierten Designpreis Compasso d’Oro für sein Lebenswerk erhalten hatte. Der in Italien lebende, deutsche Kunsthistoriker Andreas Grote, der seinem bekannten Vater  Ludwig Grote  in dieser Profession nachgefolgt war, begegnete 1961 zufällig dem Möbelproduzenten Dino Gavina. Gavina hatte bereits 1950 ein Unternehmen zur Herstellung von Polstermöbeln gegründet, das ab 1960 als Gavina S.p.A. firmierte und seinen Sitz in Bologna hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Gavina bereits mit Achille und Piergiacomo Castiglioni und Carlo Scarpa kooperiert: Die Castiglioni Brüder hatten für das Unternehmen die Sessel Lierna und Sanluca entworfen, Carlo Scarpa das Interieur des Gavina-Showrooms in Bologna. Nach ihrem Treffen stellte Grote den Kontakt zwischen Dino Gavina und Marcel Breuer her und begleitete Gavina nach New York, wo sie die mögliche Neuauflage von einigen seiner Entwürfe aus der Bauhauszeit besprachen. Breuer und Gavina einigten sich darauf, dass das italienische Unternehmen fünf Sitzmöbel aus Stahlrohr darunter auch den später unter dem Namen Cesca bekannten Freischwinger und den Sessel B 3, sowie zwei Tische und einige Schichtholzstühle nach Entwürfen von Breuer neu auflegen würde. Der entsprechende Vertrag sah von Beginn an Produktionszahlen in den Tausenden vor, womit Gavina angesichts des vorherigen Misserfolgs mit Wohnbedarf, ein bemerkenswertes Risiko einging. Die Präsentation der ersten von Gavina produzierten Marcel-Breuer-Möbel erfolgte im November 1962 im Gavina-Showroom in Mailand. Dort gezeigt wurde auch der Sessel B 3, der fortan – zu Ehren von Wassily Kandinsky – die Bezeichnung  Wassily  trug. Wie schon zuvor für die Wohnbedarf-Auflage, hatte Breuer den Entwurf erneut leicht überarbeitet. Nun kam der Sessel wieder ohne Schweißnähte aus und verwendete erstmals Schrauben mit Innensechskantköpfen. 
   
  Der Wassily Chair in der Ausführung in Leinen von Knoll International  
 Innerhalb weniger Jahre erlangte der mittlerweile rund vierzig Jahre alte Entwurf eine große internationale Bekanntheit und Gavina verkaufte die Stahlrohrklassiker – teils über ein Lizenzsystem – bald schon in weiten Teilen Europas und ab 1967 schließlich auch in den USA. Womöglich bot gerade das Umfeld des italienischen Designs in den 1960er Jahren die richtigen Bedingungen für einen erneuten Erfolg des Bauhaus-Klassikers. Stilistisch unterschied sich das italienische Design der Zeit zwar deutlich von den Entwürfen der klassischen Moderne, jedoch bestand in Italien eine große Wertschätzung für hochwertige und aufmerksamkeitserregende Möbelstücke mit hohem gestalterischem Anspruch. Sowohl Marcel Breuer als auch Dino Gavina befeuerten die Popularität des Sitzmöbels, indem sie einige Exemplare an gut vernetzte, angesehene Persönlichkeiten der Kulturwelt verteilten. So schenkte Breuer dem schon erwähnten Ludwig Grote, der bereits B3 Sessel aus der Produktion von Standard Möbel besaß, zu dessen 70. Geburtstag zwei Wassily-Sessel. Dino Gavina wiederum gab Exemplare an Lucio Fontana und Max Ernst. Auch die geschickte Inszenierung des Sessels in Printmedien trug zu seiner Popularität bei. So sorgte Breuer dafür, dass in der 1963 veröffentlichten Monographie „Marcel Breuer Buildings and Projects 1921 – 1961“ ein Bild des Sessels mit der Unterschrift „First tubular chair‘ zu sehen war. Als das Buch erschien, war der Sessel in den USA noch gar nicht erhältlich, nichtsdestotrotz fachte die Publikation bereits die Nachfrage an. In Europa entfalteten derweil ähnliche Abbildungen in Zeitschriften wie „Domus“, „Abitare“ und „Schöner Wohnen“ ihre verkaufsfördernde Wirkung. 
 Wenige Jahre vor der erfolgreichen Neuauflage hatte 1958 in Zürich die Galeristin Heidi Weber begonnen, klassische Möbelentwürfe von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand händisch in Kleinstserien zu fertigen und mit Lizenz der Urheber in ihrer Galerie zu verkaufen. Beflügelt vom Erfolg der Breuer-Neuauflagen bei Gavina, übernahm 1965 das Unternehmen Cassina die entsprechenden Rechte von Weber und brachte mit der „I Maestri“-Serie ebenfalls eine populäre Neuauflage ikonischer Entwürfe der klassischen Moderne auf den Markt. 1971 wurde die Serie um Entwürfe von Gerrit Rietveld erweitert; 1973 folgte Charles Rennie Mackintosh. Im Jahr 1968 übernahm das Unternehmen  Knoll International  die Gavina S.p.A. und damit auch ihr gesamtes Sortiment. Bis heute produziert Knoll den Wassily-Sessel. 
 In den 1960er Jahren wurden Objekte wie der Sessel LC2 und die Liege LC4 von Le Corbusier oder eben der Wassily-Sessel von Marcel Breuer zu Sinnbildern der klassischen Moderne beziehungsweise des Bauhausdesigns. Das Konzept des Designklassikers bildete sich anhand dieser Möbelstücke erst heraus und als wiedererkennbare und hochpreisige Möbelstücke eigneten sie sich bestens als Objekte der Begierde, der Rest ist Geschichte.... 
  Quellen:   
  CACCIOLA, Donatella: „Marcel Breuer, the Wassily chair and the ‘frozen’ Bauhaus modernism after 1945”, S. 247 – 264 in: “Journal of Design History”, Volume 35, Number 3, 2022, Oxford University Press.  
   Marcel Breuer Archiv:&amp;nbsp;https://breuer.syr.edu/   
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            <title type="text">Der Alvar Aalto Stool 60 Faux Croco: Unsere zweite Edition mit Rosemarie Troc...</title>
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                                            Bereits im Oktober 2024 veröffentlichten wir im Rahmen unseres 25jährigen Jubiläums unsere erste Edition des Hocker 60 von Rosemarie Trockel aus transparentem Epoxidharz und einer Herdplatte als Sitzfläche. Nun folgt mit dem Stool 60 Faux Croco eine zweite limitierte Edition, ...
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                 Nach dem  Stool 60 Ma Fenêtre  folgt nur mit dem  Stool 60 Faux Croco&amp;nbsp; eine weitere Edition von Rosemarie Trockel bei Markanto. Im Gegensatz zu der ersten Edition, die mit einer Kleinstauflage von nur drei Exemplaren als ein Kunstobjekt gedacht ist (und auch EURO 9.950,00 kostet), ist die neue Edition als Sitzobjekt gedacht und wurde von Artek in Finnland in einer Auflage von 25 Exemplaren (plus zwei Artist Proofs) produziert. Beiden Editionen sind jeweils von der berühmten Künstlerin persönlich unterschrieben. 
 Eigentlich sollte der  Stool 60 Faux Croco  im Rahmen des 25jährigen Jubiläum von Markanto bereits im Dezember erscheinen. Aber aufgrund des&amp;nbsp;aufwändigen Entwicklungs- und Herstellungsprozess hat sich die Herstellung leider etwas verzögert, alle Hocker wurden erst am 3. Januar 2025 in Finnland fertig. Denn zum ersten Mal in der Geschichte des Stool 60 wurde dieser Hocker vollständig mit einem Bezug ummantelt. Während gepolsterte Sitzflächen beim Hocker 60 bei Artek seit den 1930er Jahren gängige Praxis sind, ist die vollständige Verkleidung, inklusive der Beine, eine Neuheit. Um der Idee von Rosemarie Trockel gerecht zu werden,&amp;nbsp;entwickelte Artek hierfür eigens eine neue Technik. Die Oberfläche des Hockers ist mit italienischem Rindkernleder in Krokodiloptik bezogen, das im Artek Werk sorgfältig von Hand verarbeitet und vernäht wurde. Dabei bleibt das charakteristische Birkenholz, das üblicherweise den Stil des Hockers prägt, unsichtbar und ist lediglich an der Unterseite erkennbar. Der Name&amp;nbsp; Faux Croco &amp;nbsp;verweist auf die Prägung des Leders, die eine Krokodilhaut imitiert – ohne dass ein echtes Krokodil dafür seine Haut geben musste. 
 Durch die Ummantelung wird der Hocker aus seinem traditionellen Kontext herausgelöst. Rosemarie Trockel verleiht dem Klassiker ein völlig neues Gewand, das die Grenze zwischen funktionalem Objekt und Kunst verschwimmen lässt. Dabei legt sie besonderen Wert auf die haptische Erfahrung: Die fein gearbeitete Struktur des Leders soll nicht nur optisch wahrgenommen, sondern auch fühlbar sein. Die taktile Dimension, insbesondere des Krokodilleders, spielt in Rosemarie Trockels Werk eine zentrale Rolle – wie sich auch in früheren Arbeiten zeigt. So beschäftigte sich die Künstlerin bereits in der Fotografie&amp;nbsp; „&#039;stju:  ɐ  t“ (2021, phonetisch für „Steward“) &amp;nbsp;mit Objekten in Krokodiloptik, darunter eine Aktentasche, und in&amp;nbsp; „Moscow-Boston“ (1991) &amp;nbsp;mit einer Brieftasche aus gleichem Material. Durch den Kontrast zu ihrem Medium, der Fotografie, wird diese Dimension einer Reptilhaut hervorgehoben und auf subtile Weise verstärkt. Beim  Hocker&amp;nbsp;60 Faux Croco &amp;nbsp;geschieht dies auf ähnliche Weise: Durch die nahezu vollständige Verhüllung des Birkenholzes rückt die Materialität des Leders in den Vordergrund. Der Kontrast zwischen weichem Leder und hartem Holz sowie zwischen „falschem Krokodil“ und echtem Leder betont dabei die Spannungsfelder von Material und Wahrnehmung. 
 Laut dem aktuellen&amp;nbsp; Kunstkompass 2024 &amp;nbsp;zählt Rosemarie Trockel zu den wichtigsten Künstlern unserer Zeit und ist die bedeutendste zeitgenössische Künstlerin weltweit. In der von Männern dominierten Kunstwelt rangiert die Künstlerin, die bis 2016 auch als Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf wirkte, seit Jahren unter den ersten fünf Plätzen des Rankings:&amp;nbsp;Gerhard Richter, Bruce Nauman, Georg Baselitz, Rosemarie Trockel, Tony Cragg. Berühmt wurde Rosemarie Trockel in den 1980er Jahren mit&amp;nbsp;Strickbildern, die sie maschinell fertigen ließ. Bereits 1988 hatte sie ihre erste große Ausstellung im&amp;nbsp;Museum of Modern Art in New York. Rosemarie Trockels Werk umfasst Gemälde, Fotografien, Zeichnungen, Plastiken, Videoarbeiten und Skulpturen – und lässt sich kaum einer bestimmten Kunstrichtung zuordnen. 
 Der Hocker 60 oder  Stool 60  selbst ist sicherlich der wichtigste Entwurf von Alvar Aalto und wird heute in Finnland immer noch in großen Stückzahlen produziert. Für das Möbel entwickelte der finnische Architekt 1933 die damals revolutionäre&amp;nbsp;L-Bein-Konstruktion. Damit war es erstmals möglich, Stuhl- oder Hockerbeine direkt an der Unterseite einer Sitzfläche zu befestigen. Entworfen wurde der Hocker als Sitzmöbel für die Bibliothek von Viipuri im heutigen Russland. Seitdem avancierte der Hocker – trotz zahlreicher Kopien – zum Hauptexportschlager der von Aalto mitbegründeten Firma Artek. Mehr als eine Million Hocker wurden seit den 1930er Jahren produziert. 2021 wurde der&amp;nbsp; Stool 60 von Alvar Aalto &amp;nbsp;mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Gründe waren die lange Lebensdauer und die Herstellung in Finnland mit Birkenholz aus der Region. Noch heute sind viele Stool 60 aus dem 20. Jahrhundert im täglichen Gebrauch, und ihre Besitzer erfreuen sich häufig an einer immensen Wertsteigerung.&amp;nbsp;Eine Wertanlage dürfte auch unsere neue Edtion sein, denn mit einer Auflage von nur 25 signierten Exemplaren ist der&amp;nbsp;Stool 60 Faux Croco sicherlich ein Garant für eine&amp;nbsp;hohe&amp;nbsp;Wertsteigerung. Aber erwerben sollte man die künstlerische Edition primär als ein besonders Objekt für das Zuhause! 
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            <title type="text">Ausstellung „Im Zeichen der Burg”</title>
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                                            Am Wochenende beginnt im Markanto Depot unsere neue Ausstellung über das Werk von Marguerite Friedlaender-Wildenhain an der Burg Giebichenstein für die KPM Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin. Wir freuen uns auf Ihren Besuch
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                 Unter dem Titel „ Im Zeichen der Burg ” startet am Samstag unsere neue Ausstellung über die Keramikkünstlerin Marguerite Friedlaender-Wildenhain, das Ausstellungsmotiv zeigt dazu passend den Boden einer KPM-Vase mit dem königlich-preußischen Zepter und dem Signet der Burg Giebichenstein. Diese Signierungen erfolgten nach unserer Kenntnis nur bis 1939, die gezeigten Objekte der musealen Ausstellung stammen alle aus den 1920er oder 1930er Jahren. 
 Der Themenschwerpunkt „Bauhaus-Keramik” ist seit Jahren ein Schwerpunkt bei Markanto, exemplarisch unsere Ausstellungen 2014 über die damals völlig vergessene Bauhäuslerin  Margarete Heymann-Loebenstein  aus Köln (diese Keramiken wurden später vom MAKK Museum für Angewandte Kunst übernommen) oder die enge Zusammenarbeit mit Christiane Bernstiel und Lutz Könecke (den Nachfahren des Bildhauers und Bauhaus-Künstlers Otto Lindig). Mit Marguerite Friedlaender wird nun eine weitere wichtige Persönlichkeit präsentiert, die ihre Ausbildung ab 1919 in der Keramikwerkstatt des Bauhaus in Dornburg bei Gerhard Marcks und Max Krehan absolvierte. Bis zur Schließung der Keramikwerkstatt 1925 arbeitete sie in Dornburg, anschließend ging sie mit Gerhard Marcks und anderen Bauhäuslern an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle, wo sie als erste weibliche Töpfermeisterin Deutschlands die Werkstattleitung an einer Kunstgewerbeschule&amp;nbsp;hatte. Aus der Zeit zeigen wir eine an der Burg entstandene Steinzeugschale. 
 In diesen Jahren stellte sich auch die  KPM (Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin)  neu auf. Berühmt für das preußische Porzellan fand nach dem Ende des Kaiserreichs und dem verlorenen Weltkrieg ein Umdenken statt, der Name wurde auch zwischenzeitlich in Staatliche Porzellan-Manufaktur Berlin geändert. Treibende Kraft war dabei der Direktor Günther von Pechmann, der auch den Kontakt zur Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein suchte, um Formen im Stil der Neuen Sachlichkeit entwickeln zu lassen. Diese Zusammenarbeit sollte sehr fruchtbar sein, so entwarfen Marguerite Friedlaender und&amp;nbsp;Gerhard Marcks nun zahlreiche Porzellanobjekte, die in der Ausstellung gezeigt werden wie die Vasenserie Halle, das Tee- oder Kaffeeservice Halle oder das Speiseservice Burg Giebichenstein. Die Musterstücke wurden dabei alle in Halle in einem Porzellanofen hergestellt, der von der KPM dazu finanziert wurde. Die Leitung der 1929 gegründeten Porzellanwerkstatt übernahm dann Marguerite Friedlaender. Insgesamt entwarf sie ca. 60 verschiedene Formen, die dann in Berlin angefertigt wurden, fast alle Objekte haben das Burg-Signet als Erkennungsmerkmal. Besonders erfolgreich wurde das zuerst weiße Geschirr „Hallesche Form“, welches von Trude Petri 1931 mit einem vergoldeten Dekor versehen wurde und auch in dem seltenen Seladon-Porzellan gefertigt wurde. Metallelemente wie die versilberten Henkel wie bei dem KPM Tee-Extraktkännchen wurden wohl auch in der Metallwerkstatt der Burg Giebichenstein angefertigt. Auch diese Objekte sind Exponate der Ausstellung. 
  Marguerite Friedlaender oder Marguerite Wildenhain?  
 Unweigerlich stolpert man über den Nachnamen bzw. den Doppelnamen. Während in Deutschland der Name der Marguerite Friedlaender oder Marguerite Friedlaender-Wildenhain verwendet wird, ist es in den USA der Name Marguerite Wildenhain. Denn durch die Heirat mit Rudolf Wildenhain, den sie bereits aus den Zeiten am Bauhaus kannte, nahm sie seinen Nachnamen mit an und nutzte ihn nach ihrer Emigration weiterhin in die Vereinigten Staaten. 
  Emigration über die Niederlande in die Vereinigten Staaten  
 Ähnlich wie Margarete Heymann-Loebenstein wurde Marguerite Friedlaender von den Nationalsozialisten verfolgt und trotz Protestes von Gerhard Marcks 1933 wegen ihrer jüdischen Herkunft an der Burg Giebichenstein entlassen. Zusammen mit ihrem Mann flüchtete sie in die Niederlande und gründete dort die recht erfolgreiche Keramikwerkstatt „Het Kruikje“, Aber bedingt durch den Zweiten Weltkrieg und dem Einmarsch der Nationalsozialisten in die Niederlande ging die Flucht dann weiter in die Vereinigten Staaten. In New York angekommen, wurde ihr zur Ehren ein Empfang gegeben, wo ausgerechnet aus ihrem Halle-Service die Getränke serviert wurden. Aber niemand wusste mehr, dass sie die Entwerferin des KPM Service war, wie Friedlaender selbst schrieb. Denn die KPM Berlin produzierte ihre Entwürfe unverändert weiter, aber erwähnte die jüdische Gestalterin nicht mehr, auch Tantiemen konnten an sie wohl nicht mehr ausgezahlt werden. 
  Das Geheimnis der Riedel-Vase  
 Ein weiteres wichtiges Exponat der Ausstellung bilden zwei sogenannte Riedel-Vasen von KPM, benannt nach Hermann Riedel, der ein enger Mitarbeiter und Vertrauter von Marguerite Friedlaender an der Burg Giebichenstein war. Es wird teilweise gemutmaßt, dass er damals nur als Entwerfer genannt wurde, damit Friedlaender über diesen Umweg weiterhin Lizenzgebühren erhalten konnte. So wurde die Vase im August 1932&amp;nbsp;mit der Angabe Hermann Riedel als Entwerfer in der Zeitschrift „Die Kunst -&amp;nbsp; Monatshefte für freie und angewandte Kunst” publiziert. Denn der Entwurf ist von der Formgebung fast identisch mit einer Steinzeugvase, die nachweislich&amp;nbsp;Friedlaender entwarf, auch findet sich die Form in der Zeichnung aller ihrer Entwürfe, die sie nach der Emigration in den USA anfertigte. Daher kann nur spekuliert werden, warum dieser Entwurf unter dem Namen ihres Schülers angeboten wurde. 
 Die Ausstellung geht bis Ende Juni 2025, wir freuen uns auf Ihren Besuch im Markanto Depot - jeden Samstag oder nach Vereinbarung. Weitere Informationen zur Gestalterin finden Sie  hier  (seit Januar bietet Markanto auch Objekte aus der aktuellen KPM-Produktion wie die Flugzeugtasse an). 
   
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                            <updated>2025-01-22T01:00:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Weißes Gold aus Berlin: Porzellan von KPM </title>
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                                            Neu im Sortiment von Markanto sind Produkte der traditionsreichen Porzellanmanufaktur KPM. Im Fokus stehen dabei Entwürfe der Bauhaus-Keramiker Marguerite Friedlaender-Wildenhain (Abbildung Vasen-Serie Halle) und Wilhelm Löber.
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                 Ab Mitte des 18. Jahrhunderts gab es Bestrebungen, in Berlin eine Porzellanmanufaktur zu etablieren. Auch der damalige preußische König Friedrich der Große teilte den Wunsch nach einem solchen Unternehmen und förderte zunächst zwei aufeinanderfolgende, vielversprechende Versuche eine entsprechende Fertigung aufzubauen. Den Anfang machte im Jahr 1751 der Kaufmann Wilhelm Caspar Wegely. Mit dem Modelleur Ernst Heinrich Reichard, der nicht nur seine Erfahrung in der Herstellung von Porzellan einbrachte, sondern auch die Entwürfe lieferte, gelang es Wegely, eine erste Produktion aufzubauen. Produziert wurde in dieser Zeit vorrangig figürliches Porzellan im Stil des Rokoko. Bereits 1757 geriet das Unternehmen jedoch in finanzielle Schwierigkeiten und Wegely verkaufte es an den Kaufmann Johann Ernst Gotzkowsky. Dieser beschäftigte weiterhin Reichard als Schlüsselmitarbeiter und warb zusätzlich bedeutende Künstler von der Meißener Porzellan-Manufaktur ab. Auch den als Direktor eingesetzten Johann Georg Grieninger holte er aus Meißen nach Berlin. So gelang es Gotzkowsky, die Fertigung auszubauen und zu professionalisieren. Jedoch geriet auch er in finanzielle Schwierigkeiten und aus der zu dieser Zeit durch den Siebenjährigen Krieg belasteten Staatskasse war ebenfalls keine Unterstützung zu erwarten. 
 Als der Krieg, aus dem Preußen als europäische Großmacht hervorging, im Jahr 1763 endete, musste auch Gotzkowsky aufgeben und Friedrich der Große kaufte den Betrieb kurzerhand selbst. Das fortan als Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin – oder kurz KPM – firmierende Unternehmen verwendet seitdem auch das aus dem brandenburgischen Wappen entlehnte preußische Königszepter als Signet. Friedrich der Große erwies sich als mustergültiger Arbeitgeber und zahlte seinen anfangs rund 150 Mitarbeitern überdurchschnittliche Gehälter. Zudem erwarben sie Rentenansprüche und waren durch eine Betriebskrankenkasse abgesichert. Auf Kinderarbeit verzichtete die Porzellanmanufaktur vollständig – damals keine Selbstverständlichkeit. Friedrich der Große war nicht nur Besitzer der Manufaktur, sondern zugleich auch ihr bester Kunde. So bestellte er zur Ausstattung seiner Paläste in großer Zahl sowohl Geschirr als auch Plastiken und anderen Zierrat. Auch verschenkte er vielfach Porzellan aus seiner Manufaktur als Staatsgeschenk an andere europäische Königshäuser. Nach seinem Tod führte sein Thronfolger Friedrich Wilhelm II die Manufaktur in ähnlicher Weise fort. Dabei passte sich die Produktion jeweils den aktuellen künstlerischen Strömungen an. So entwarfen etwa zur Zeit des Klassizismus Karl Friedrich Schinkel und Johann Gottfried Schadow für KPM. Das Ende der Monarchie im Jahr 1918 überstand das Unternehmen unbeschadet und behielt dabei sein auf das preußische Königshaus verweisendes Signet bei. 
 Ab 1927 hielt die Neue Sachlichkeit Einzug bei KPM – zunächst in Form der sogenannten Löberschale nach Entwurf von Wilhelm Löber. Die schlichte Schale aus weißem Porzellan weist auf kreisrundem Grundriss eine symmetrische, flache offene Form auf und wird von einem dezenten, zylindrischen Fuß gerade so weit vom Untergrund abgehoben, dass ihre Form bestens zur Geltung kommen kann. Die Löberschale wird auch heute noch von KPM gefertigt und ist bei Markanto erhältlich. Ihr Urheber Wilhelm Löber hatte ab 1923 das Bauhaus besucht, wo er unter Gerhard Marcks und Otto Lindig als Töpfer und unter Josef Hartwig als Bildhauer ausgebildet wurde. Wie so viele Schüler und Lehrer des Bauhauses sollte er später auch an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale eine Wirkungsstätte finden, wo er erneut Meisterschüler von Gerhard Marcks wurde. 
 In den Folgejahren vertiefte KPM die Zusammenarbeit mit Künstlern aus dem Umfeld des Bauhauses und insbesondere mit der Burg Giebichenstein. So wirkte ab 1928 der aus Marseille stammenden Maler Charles Crodel, der zu dieser Zeit als Lehrer für Malerei und Graphik an der Burg Giebichenstein beschäftigt war gleichzeitig auch als Porzellanmaler für KPM. 1929 begann Günther von Pechmann seine Tätigkeit als Direktor von KPM. Er war mit der Burg Giebichenstein bestens vernetzt und begann eine enge Kooperation mit der Hochschule. So wurden Entwürfe von Gerhard Marcks und Marguerite Friedlaender-Wildenhain in der Folgezeit prägend für das Sortiment des Unternehmens. Zur gleichen Zeit war auch Trude Petri als Designerin fest bei KPM angestellt. Die aus Hamburg stammende Keramikerin jedoch hatte weder das Bauhaus noch die Burg Giebichenstein besucht, sondern wurde in der Porzellanklasse an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin sowie in der manufaktureigenen Keramikfachklasse ausgebildet. Ganz im Sinne der Neuen Sachlichkeit entwarf sie im Jahr 1931 für KPM das richtungsweisende Service „Urbino“. 
 Die 1896 bei Lyon geborene Marguerite Friedlaender wuchs als Tochter eines deutsch-französischen Vaters und einer Engländerin ab 1910 in Berlin auf. Sie besuchte zunächst die Kunstgewerbeschule Berlin und ab 1919 das Bauhaus. Wie Wilhelm Löber folgte sie ihrem Lehrer Gerhard Marcks an die Burg Giebichenstein, wo sie ab 1926 zunächst die Keramikwerkstatt und ab 1929 die neu eingerichtete Porzellanwerkstatt leitete. Ebenfalls ab 1929 begann sie ihre Tätigkeit für KPM und entwarf für das Unternehmen unter anderem das Service „Hallesche Form“, die Vasen-Serie „Halle“, das Service „Burg Giebichenstein“ und die sogenannte Flugzeugtasse. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft musste Marguerite Friedlaender-Wildenhain nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 Deutschland verlassen. Sie emigrierte zunächst in die Niederlande und später in die USA. Die beiden genannten Geschirre, sowie die Vasen-Serie „Halle“ wurden zu diesem Zeitpunkt bereits von KPM angeboten; unter Nationalsozialistischer Herrschaft jedoch, wurde Marguerite Friedlaender-Wildenhain nicht mehr als Urheberin genannt.&amp;nbsp;Im Rahmen einer umfangreichen, musealen Ausstellung werden ab Ende Januar 2025 im Markanto Depot zahlreiche Originale aus der damaligen KPM-Produktion vor 1939 unter dem Titel ”Im Zeichen der Burg” gezeigt, wir freuen uns auf Ihren Besuch. 
 Aus der aktuellen KPM-Produktion sind bei Markanto von Marguerite Friedlaender-Wildenhain die Vasen-Serie „Halle“, sowie die Flugzeugtasse erhältlich. Die Vasen-Serie umfasst sechs Vasen, denen stets dieselbe Formkonfiguration gemein ist, deren genaue Ausformung, Proportion und Größe jedoch variiert: in weißem Porzellan baut sich die Form jeweils um einen bauchigen Körper auf, der auf einem Fuß in Form eines Kegelstumpfs ruht und dem oben eine großzügiger, trichterförmiger Aufbau angefügt ist.&amp;nbsp; 
 Die Flugzeugtasse – von Marguerite Friedlaender-Wildenhain selbst als Ringmoccatasse bezeichnet – wurde 1930 entworfen, ging jedoch erst 2024 erstmals in Produktion. Die kleine, henkellose Tasse aus weißem Porzellan zeichnet sich durch hervorragende Standsicherheit aus: Die annähernd zylindrische, sich nach oben jedoch leicht weitende Tasse bildet an ihrem unteren Rand einen stufenartig zurückgesetzten Sockel aus, der sich passgenau in das mittige Loch der mitgelieferten Untertasse fügt. Tasse und Untertasse gehen auf diese Weise eine derart sichere Verbindung ein, dass ein Umfallen der Tasse praktisch ausgeschlossen ist. Damit eignet sich die Tasse bestens für unruhige und schwankende Umgebungen – etwa für die Bordverpflegung in einem Flugzeug. 
 Abgerundet wird die bei Markanto erhältliche KPM-Auswahl von der Serie LAB. Ihr Name leite sich ab von der im Englischen üblichen Abkürzung „lab“ für „laboratory“. Tatsächlich handelt es sich bei der Serie um eine Neuauflage von Porzellangefäßen für den Laborbedarf, wie KPM sie vom 18. Jahrhundert bis etwa zum Jahr 2000 fertigte. Diese anonymen Entwürfe von industriellem Charakter wurden zwar auf geringerem ästhetischen Anspruchsniveau gefertigt als das übrige Sortiment, dennoch ist ihnen eine besondere von schlichten Formen geprägte Anmut zu eigen. Ab der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts fanden solche Laborgefäße – oftmals über Flohmärkte – auch ihren Weg in Privathaushalte, wo sie sich – zu Kaffeetassen und Müeslischalen zweckentfremdet – ebenso bewährten wie im Labor. An diese Tradition anknüpfend veranlasste Thomas Wenzel – Art Director bei KPM und selbst Porzellansammler – die Neuauflage, die sich nun direkt an private Konsumenten richtet. 
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            <title type="text">Jubiläum eines deutschen Formholzklassikers: Egon Eiermanns Stuhl SE 42 wird ...</title>
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                                            Zum 75. Mal jährt sich im Dezember 2024 die Ausstellung „Wie Wohnen?“ – der Urknall der bundesdeutschen Designgeschichte. Gleichzeitig feiert mit dem Formholzstuhl SE 42 ein Klassiker des deutschen Möbeldesigns Jubiläum, der auf der damaligen Ausstellung erstmals vorgestellt w...
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                 Vom 3. Dezember 1949 bis zum 31. Januar 1950 fand im Stuttgarter Landesgewerbemuseum die Ausstellung „Wie Wohnen?“ statt. Die Schau ist bis heute ein wichtiger Meilenstein der Deutschen Designgeschichte und markiert den Neubeginn des Möbeldesigns in Westdeutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Egon Eiermann entwarf für die Ausstellung eine prototypische Vierzimmerwohnung einschließlich der Möblierung. Das Unternehmen Wilde + Spieth fertigte die Möbel nach seinen Entwürfen zunächst als Einzelstücke für die Ausstellung. Darunter auch jenen Formholzstuhl, den wir heute unter der Bezeichnung SE 42 kennen. 
 Der Stuhl setzt sich zusammen aus fünf Bauteilen aus formverleimtem Buchenschichtholz, die mit Schraubverbindungen zusammengehalten werden. Dabei sind zwischen die Formholzteile Gummischeiben gefügt, die als Abstandshalter und Stoßdämpfer fungieren. Die beiden vorderen Beine des Stuhls werden gebildet von einem einzigen Formholzteil in umgekehrter U-Form. Ihr mittlerer Teil verläuft dabei knapp unterhalb der Sitzfläche, parallel zu deren Vorderkante. Mittig schließt dort ein weiteres Teil an, das zunächst unterhalb der Sitzfläche nach hinten verläuft, um dann nach unten abzuknicken, wo es das einzige Hinterbein des dreibeinigen Stuhls bildet. Ein ähnlich geformtes Teil verläuft knapp oberhalb davon zunächst parallel, biegt dann jedoch nicht nach unten, sondern nach oben ab um dort die Rückenlehne aufzunehmen. Gemeinsam bilden drei erstgenannten Teile das Gestell des Stuhls. Zwei weitere Formholzteile bilden Sitzfläche und Rückenlehne mit ergonomisch angenehmen, leichten Rundungen. In der klassischen Variante ist das Gestell schwarz gebeizt, während Sitzfläche und Rückenlehne die naturbelassene Färbung und Maserung des Buchenholzes zeigen. Verfügbar sind jedoch auch zahlreiche andere Farbvarianten und -kombinationen, bis hin zu Anfertigungen auf Wunsch. 
 Formverleimte Sperrholzteile wurden in den USA schon ab 1940 industriell gefertigt. Die Entwicklung dieser Technik wurde maßgeblich von Charles und Ray Eames vorangetrieben – zunächst zur Herstellung schwingungsdämpfender Beinschienen im Auftrag des US-Militärs, später beim Unternehmen Hermann Miller für die Möbelfertigung. Naheliegend ist die Vermutung, dass ihr 1946 vorgestellter Stuhl DCW Egon Eiermann bei seinem Entwurf inspirierte. Auch der Hersteller Wilde + Spieth hatte bereits vor der 1949 aufgenommenen Zusammenarbeit mit dem Architekten einige Bürostühle aus formverleimtem Schichtholz im Programm. 
 Der ursprünglich noch unter der Bezeichnung SE 3 angebotene Stuhl SE 42 entwickelte sich nicht nur zu einem Erfolg für Wilde + Spieth, sondern auch zu einem Klassiker des deutschen Möbeldesigns. Später wurde die Produktfamilie um mehrere Modelle erweitert, darunter auch der bekannte Stuhl SE 68. Von einem konstruktionsbedingten Vorteil des SE 42 machte Wilde + Spieth jedoch nur für kurze Zeit gebraucht: In den Jahren 1953 und 1954 wurde der Stuhl in flachen Paketen, zerlegt in seine Einzelteile, zur Selbstmontage verkauft. 
 Egon Eiermann zählt zu den bedeutendsten Architekten und Designern der deutschen Nachkriegsmoderne. Insbesondere prägte er den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu seinen bekanntesten Gebäudeentwürfen zählt die Neckermann-Zentrale in Frankfurt, die Gedächtniskirche in Berlin und das Abgeordnetenhochhaus „Langer Eugen“ in Bonn. Als Möbeldesigner entwarf er neben den Formholzmöbeln für Wilde + Spieth unter anderem auch den bekannten Korbsessel E10 und einen insbesondere in Architekturbüros beliebten Schreibtisch. Egon Eiermann lehrte als Professor an der Technischen Hochschule Karlsruhe (heute: KIT). Er starb 1970 in Baden-Baden. 
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            <title type="text">Der Itten-Hocker aus wissenschaftlicher Sicht </title>
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                                            Sehr viel Aufmerksamkeit erhält aktuell unsere Edition des Hocker von Johannes Itten aus der Itten-Schule in Berlin. Die Wissenschaftlerin und Kunsthistorikerin Dr. Donatella Cacciola hat sich mit dem bisher unbekannten Multifunktionsmöbel befasst.
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                 Dr. Donatella Cacciola arbeitet als Wissenschaftlerin und Kunsthistorikerin, ein Schwerpunkt ihrer Forschung sind Designklassiker aus der Bauhaus-Zeit wie der B3 Clubsessel von Marcel Breuer. Für Markanto hat sie sich mit dem Entwurf des Hockers von Johannes Itten aus dem Jahr 1928 befasst: 
  Der Itten-Hocker: hinter den Kulissen einer Reedition  
 „Für welche Zwecke eignet sich ein Hocker? Heute kennen wir die piktogrammartigen, begründeten Warnungen eines internationalen DIY-Möbelproduzenten, die darauf aufmerksam machen, dass mancher Hocker eine zu beachtende Belastungsgrenze hat. Doch in den letzten 100 Jahren zeigen einige Beispiele, welches Allround-Möbelstück ein Hocker sein kann: Sitzgelegenheit, Beistelltisch, Schreibunterlage. Der gestalterische Wert eines Hockers hat zudem in Deutschland Gerichte beschäftigt, die in ihren Urteilen das eine oder das andere Modell als Werk im Sinne des künstlerischen Urheberrechts erklärten. 
 Erklärungen, Empfehlungen, Urteile: Das alles steht in keiner Verbindung zum kubusförmigen Hocker, den der Schweizer Maler und Kunstpädagoge Johannes Itten (1888–1967) im Jahre 1928 für seine 1926 in Berlin gegründete Kunstschule entwarf und anfertigen ließ. Ein Patent hierfür? Fehlanzeige! Gewerblicher Schutz? Unvorstellbar! Und vor allem: nicht notwendig. Johannes Itten hatte mit seiner Itten-Schule in Berlin dank gezielter und ausgeklügelter Öffentlichkeitsarbeit eine eigene Marke etabliert. Zu Recht nennt die Forschung Johannes Itten „Kunstunternehmer“. (1) Deshalb ist es nur konsequent, den Hocker, den der Designhändler Sven Vorderstrase, Inhaber von Markanto in Köln, im Herbst 2024 anlässlich seines 25-jährigen Firmenjubiläums reedierte, „Itten-Hocker“ zu nennen. 
 Hintergrund der Reedition war die Ausstellung&amp;nbsp; „Der Ulmer Hocker. Idee. Ikone. Idol“ &amp;nbsp;im Archiv der Hochschule für Gestaltung Ulm zwischen 2021 und 2022, für die Vorderstrase als Leihgeber anderer Exponate gefragt war. (2) Der Itten-Hocker war in der Ausstellung zu sehen, und Besuchende konnten der Ausstellung entnehmen, er sei in seiner Multifunktionalität ein Vorreiter für weitere Designklassiker gewesen. Das regte Vorderstrase zu dessen Neuauflage an. Das Ergebnis ist eine Wiederentdeckung, und die Reedition ist ein Anlass, um die Geschichte dieses Hockers wiederaufzugreifen und noch mehr Aspekte seiner Rolle innerhalb Ittens Werk als Kunstpädagoge und in Bezug auf andere Objekte der Kunst und der Körperkultur herauszuarbeiten.&amp;nbsp;Aufwendig hergestellt, besteht der Hocker aus Birke-Furnier und hat eine unsichtbare Konstruktion aus Kantholz innenliegend (3), wodurch er ein Gewicht von acht Kilo erreicht. Es ist nicht bestätigt, ob er, wie das weitere Inventar der Itten-Schule, in der Tischlerei Tatler&amp;nbsp;(4) angefertigt wurde. Drei ovale Aussparungen, eine „oben“, zwei an den Seiten (an sich kann man sich jedoch auf jeder Seite des Hockers setzen oder stützen), bilden die Griffe. 
     
  Abbildung 2: Johannes Itten auf seinem Hocker 1930, Foto&amp;nbsp;UMBO, © Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst 2024  
  Der Itten-Hocker diente in mehrfacher Hinsicht zur Raum- und Unterrichtsgestaltung in der Itten- Schule. Während des Kunstunterrichtes sollte jeder Studierender einen benutzen, wie Itten selbst (Abbildung 2).&amp;nbsp;was in diesem Kontext auf „flache Hierarchien“ im Rahmen des Unterrichtes hinweist. Tatsächlich galt der Hocker als Tisch, als Ablage, als Sitzgelegenheit, als Podest für Modelle [Abbildung 1 ganz oben).&amp;nbsp;Aus mehreren Gründen ist es jedoch anzunehmen, dass Ittens Hocker ebenfalls eine zentrale Funktion in den vermittelten Inhalten von Ittens reformpädagogischer Schule hatte. Zum Beispiel sah die dortige „Ganzheitslehre“&amp;nbsp;(6) vor, dass Studierende sich mit dem Studium des „Stofflichen, des rein Materiellen“&amp;nbsp; befassen sollten, nicht zuletzt auch mit Holzmaserungen – welche sich am Itten-Hocker trotz gebeizter Oberfläche gut erkennen lassen. 
 Der Hocker ist bereits im ersten Werkverzeichnis von Johannes Itten aus dem Jahre 1978 als eigenständiges Werk dokumentiert (auch wenn ihm bis jetzt die gebührende Ehre verwehrt wurde).(7) Die Maßen 40 x 45 x 36 cm machen ihn „dreifach stapelbar“. (8) Die Zahlen sind in sich proportionell, und es böte sich in einer weiteren Untersuchung an, genauere mathematische Zusammenhänge herauszufinden, konsequent zu Ittens Lehrprinzipien.&amp;nbsp;Der Hocker ist zudem im schulischen Kontext mehrfach dokumentiert, auch in Gemälden der Itten-Schülerin Hannah Müller (9). Doch seine bekannteste Darstellung ist eine Schwarzweiß-Fotoaufnahme, mit hellem Hintergrund auf einem hellen Teppich. Axonometrisch aufgestellt, wirft der Hocker einen dunklen Schatten: voilà ein Vorbild für das Studium des Kontrasts „hell/dunkel“ an der Itten-Schule. Der geworfene Schatten kreuzt zudem Ittens Farbenlehre. (10) Ein Versuch hierzu sah vor, dass die Studierende ein Objekt in den Schatten stellten. Ob der Hocker zu den Modellen hierfür zählte? Und diente die Schwarzweißaufnahme als Modell für die zahlreichen Schachbrettkompositionen, die in den Mappen der Studierenden zu finden sind?&amp;nbsp; 
 Relevanter ist jedoch, dass der Würfel als Form zentral in Ittens Werk noch vor Schulgründung – siehe die verschollene „Würfelkomposition“ aus 1919 und die Lithografie „Haus für einen weißen Mann“ aus der ersten Bauhaus-Mappe aus 1920 – und vor seiner dort angebotenen Grundlehre ist. Der Würfel wird für die Berliner Studierende eine der elementarsten Gestaltungsgrundlagen, die sich in mehreren ihrer Studien für Objekte und Gebäude übersetzt finden lässt. (11)&amp;nbsp;Interessanterweise ist es festzustellen, dass in den Studien der Itten-Schüler die zweidimensionale die einzige Übertragung&amp;nbsp;&amp;nbsp;dieser dreidimensionalen Form ist. Es erfolgt sozusagen durch die künstlerische Umsetzung der geometrischen Form eine Translation vom Materiellen in die Abstraktion. Umgekehrt war die Stellung des Würfels in Ittens Lehrauffassung. Tatsächlich gehörte der „Würfel“ zu den geometrischen Körpern, die sich aus einer rhythmischen Entwicklung der drei Grundformen Kreis, Dreieck, Quadrat ergeben. Beispielsweise ist in einem Würfel eine horizontale, vertikale, diagonale Bewegung implizit.&amp;nbsp;(12)&amp;nbsp;Aufgabe der Studierende war, den Raum durch das Zeichnen zu erkunden. Möglicherweise bedienten sie sich des Kubus als Modell. Vor allem, aber: Indem sie sich selber auf einem Kubus stützen, erfuhren sie diese plastische Form mit mehreren Sinnen.&amp;nbsp; 
 Kurzum: Der Itten-Hocker forderte Benutzende dazu heraus, sich nicht selten damit körperlich auseinandersetzen, ihn anzufassen, sich zu bewegen. Das war kongenial zu Ittens reformpädagogischen Ansatz der Ganzkörperlehre, die Bewegung als Teil der individuellen Persönlichkeitsentwicklung vorsah und in der u.a. tägliche „körpermotorische Schulungen“&amp;nbsp;(13)&amp;nbsp;inbegriffen waren. Erweitert man den Fokus auf den bewegungstherapeutischen Kontext bis heute, wo die Bewegung zur Selbstoptimierung und gar zur Heilung führen soll, so findet sich in jeder Praxis für Physiotherapie ein Gerät in Form eines hölzernen Doppelkubus mit zwei Griffen als ovale Aussparungen und auf jeder ihrer unterschiedlichen Höhen anwendbar, genannt Plyo-Box.&amp;nbsp;(14)&amp;nbsp;Die Ähnlichkeiten mit Ittens Hocker sind auffällig. &amp;nbsp;Und was lässt sich zum „urbanen Nomadentum“ sagen, das im Instant Housing LAB des Künstlers Winfried Baumann (nun in der Dauerausstellung im Neuen Museum Nürnberg zu sehen) 2020 entstanden ist? In einer Art Metall-Wohncontainer auf Rädern findet sich eine Einrichtung bestehend aus kubusförmigen Behältnissen aus unbehandeltem Holz, mit je einer ovalen Aussparung als Griff auf der Oberseite und je einen Griff an zwei Seiten. Der Geist des Itten-Hockers lebt hier weiter und, auch in diesem Fall, deutet auf ein „Living in Motion“ hin. 
   
  Abbildung 3: Die Itten-Schule Berlin 1930, Foto&amp;nbsp;UMBO, © Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst 2024  
 Nach der durch den Nationalsozialismus bedingten Schließung der Itten-Schule im Jahre 1934 verschwanden Schule und Marke, der Itten-Hocker machte sich rar. Es sollen lediglich zwei Exemplare davon dokumentiert sein. Daraus wurden schließlich drei: Itten hatte drei Kinder, jedes sollte einen erhalten. 
 Die Reedition des Hockers stellt deshalb nicht nur das historische Zeugnis einer Kunstschule dar, die die Lehre stark mit der individuellen ganzheitlichen Entwicklung verknüpfte, sondern ein Instrument für die Umsetzung einer Idee mit zahlreichen Entwicklungsmöglichkeiten ist, deren Wirkung heute noch in vielen Anwendungsfeldern spürbar ist. Mit anderen Worten, der Itten-Hocker ist ein Möbelstück, das uns heute noch viel zu sagen hat&amp;nbsp;(15)&amp;nbsp;– und ist deshalb ein Klassiker! 
  (1) Eva Streit, Die Itten-Schule Berlin. Geschichte und Dokumente einer privaten Kunstschule neben dem Bauhaus, Berlin 2015. Streit stellt auf und begründet ausführlich die These der „Marke“-Itten-Schule.&amp;nbsp;   (2)&amp;nbsp;https://hfg-archiv.museumulm.de/ausstellung/ulmer-hocker/, 26.10.2024.   (3)&amp;nbsp;Material und Konstruktion beziehen sich sowohl auf das Original als auch auf die Re-Edition, die durch eine Schreinerei im Rheinland erfolgt.   (4)&amp;nbsp;E. Streit 2015, zit., S. 206.   (5)&amp;nbsp;E. Streit zitiert Itten in: Streit 2015, zit., S. 109.   (6)&amp;nbsp;E. Streit 2015 zit., S. 140.   (7)&amp;nbsp;Willy Rotzler, Johannes Itten, Zürich 1978, WVZ 324, S. 316&amp;nbsp;   (8) Ebda.   (9)&amp;nbsp;E. Streit 2015 zit., S. 168–169.   (10)&amp;nbsp;E. Streit 2015 zit., S. 174.   (11)&amp;nbsp;E. Streit 2015 zit., S. 331, 334, 334.   (12)&amp;nbsp;Rainer K. Wick, Johannes Itten. Kunstpädagogik als Erlebnispädagogik? Lüneburg, 1997, S. 71.&amp;nbsp;   (13)&amp;nbsp;E. Streit 2015 zit., S. 123.   (14)&amp;nbsp;Ziel der Nutzung einer Plyobox ist das plyometrische Training, also das Spungtraining. Für die Informationen zur Plyo-Box danke ich der Praxis Athera Bonn Weststadt.   (15)&amp;nbsp;Frei zitiert nach Italo Calvino, Warum Klassiker lesen?, Frankfurt am Main 2013.  
  Abbildung 1:&amp;nbsp; Der Itten-Hocker im Kunstunterricht, Berlin 1930, Foto UMBO, © Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst 2024  Abbildung 2:&amp;nbsp;    Johannes Itten auf dem Itten-Hocker, Berlin 1930, Foto UMBO, © Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst 2024   Abbildung 3:&amp;nbsp;  Johannes Itten auf dem Itten-Hocker, Berlin 1930, Foto UMBO, © Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst 2024  
 Weiterhin findet sich der Itten-Hocker in dem neuen Itten-Werksverzeichnis, Band 1 und Band 3, von&amp;nbsp;Christoph Wagner,&amp;nbsp;Hirmer Verlag 2024 
 &amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
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                            <updated>2024-11-04T01:00:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Stool 60 Ma Fenêtre von Rosemarie Trockel</title>
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                                            Eine Hommage an den finnischen Architekten Alvar Aalto und seinen berühmten Hocker Stool 60 ist das Werk „Ma Fenêtre” von Rosemarie Trockel. Die für Markanto entstandene Edition ist auf drei Exemplare limitiert, der Gewinn wird für soziale Zwecke gespendet. 
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                 Bereits 2015 entwarf Rosemarie Trockel für Markanto das Plakat zu unserer Ausstellung „100 Jahre Harry Bertoia”. Zu unserem 25jährigen Jubiläum 2024 konnten wir die bedeutende Künstlerin erneut für eine Zusammenarbeit gewinnen - ein erstes Ergebnis ist der auf drei Exemplare limitierte „ Stool 60 Ma Fenêtre ”. Der Hocker ist eine Hommage an den berühmten Klassiker des finnischen Architekten Alvar Aalto und verweist zugleich auf ihre „Herdbilder&quot;, in denen sich die Künstlerin wie bei ihren bekannten &amp;nbsp;„Strickbildern” mit der traditionellen Vorstellung „Männlich/weiblich” auseinandersetzt. Grundlage dieser „Herdbilder” sind handelsübliche Herdplatten, die aus ihrem gewohnten Kontext herausgelöst werden. Bekannt sind vor allem ihre großformatigen Wandskulpturen/Installationen aus Herdplatten, die teilweise auch in Funktion sind. 
 Während die Form den Hocker 60 von Alvar Aalto aufgreift, einen der erfolgreichsten Designklassiker der Welt, bildet eine überdimensionale Industrieherdplatte die Sitzfläche des Kunstwerks. Eingegossen in Epoxidharz, scheint die Herdplatte im Sitz zu schweben, minimale Luftblasen im Harz symbolisieren zusätzlich kleine Fettperlen. Wie beim Hocker 60 sind die drei L-förmigen Beine mit je drei Schrauben unter der Sitzfläche befestigt. Diese Technologie wurde von Alvar Aalto 1933 für die Sitzmöbel der Bibliothek in Viipuri (heute Russland) entwickelt und ermöglichte es erstmals, Stuhl- oder Hockerbeine direkt an der Unterseite einer Sitzfläche zu befestigen.&amp;nbsp; Der von der Künstlerin signierte Hocker ist als Kunstwerk und nicht als Sitzobjekt konzipiert, der Gewinn aus dem Verkauf der Edition wird für soziale Zwecke gespendet &amp;nbsp;(hier arbeiten wir mit Pfarrer Mathias Bonhoeffer von der Evangelischen Kirchengemeinde in Köln zusammen). 
 Laut dem Kunstkompass 2024 zählt Rosemarie Trockel zu den wichtigsten Künstlern unserer Zeit und ist die weltweit bedeutendste zeitgenössische Künstlerin. In der von Männern dominierten Kunstwelt rangiert die Künstlerin, die bis 2016 auch als Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf wirkte, seit Jahren unter den ersten fünf Plätzen des Rankings: Gerhard Richter, Bruce Nauman, Georg Baselitz, Rosemarie Trockel, Tony Cragg. Berühmt wurde Rosemarie Trockel in den 1980er Jahren mit Strickbildern, die sie maschinell fertigen ließ. Bereits 1988 hatte sie ihre erste große Ausstellung im Museum of Modern Art in New York. Rosemarie Trockels Werk umfasst sowohl Gemälde, Fotografien und Zeichnungen als auch Plastiken, Videoarbeiten und Skulpturen ... und lässt sich kaum einer bestimmten Kunstrichtung zuordnen. 
 Eine erste Präsentation unserer Edition erfolgt dieses Wochenende im Stadtgarten Köln im Rahmen des Weekend Festivals, zu welchem Rosemarie Trockel das Plakatmotiv entworfen hat. Wir empfehlen den Besuch des Festivals, weitere Informationen finden Sie unter&amp;nbsp; www.weekendfest.de/  
  Wir bedanken uns bei der Künstlerin, Artek, der Galerie Sprüth Magers und der Alvar Aalto Foundation.  
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                            <updated>2024-10-30T00:30:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Der Hocker von Johannes Itten</title>
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                                            Berühmt wurde der Maler, Kunsttheoretiker und Kunstpädagoge Johannes Itten als Begründer der Farbtypenlehre und Vorreiter der Kunstpädagogik. Der ehemalige Meister am Bauhaus in Weimar hatte einige wenige Möbel entworfen, von denen wir nun den Itten-Hocker als Markanto-Edition...
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                 Im Rahmen unseres 25jährigen Jubiläums haben wir mit Zustimmung der Familie von Johannes Itten ein Möbel des Künstlers neu aufgelegt. Bis letztes Jahr war uns dieser Entwurf unbekannt, erst durch die Ausstellung über den “Ulmer Hocker“ an der hfg Ulm (Hochschule für Gestaltung) 2023,   &amp;nbsp; bei der   &amp;nbsp; wir selbst auch Leihgeber &amp;nbsp;   eines &amp;nbsp;   Möbel waren, wurden wir auf den rechteckigen Hocker mit drei &amp;nbsp;   Griff  löchern aufmerksam.&amp;nbsp; Der Entwurf entstand ursprünglich 1928 als Multifunktionsmöbel für die Itten-Schule in Berlin und ist in dieser Funktion mit dem Ulmer Hocker von Hans Gugelot und Max Bill aus den 1950er Jahren vergleichbar. Denn beide Hocker dienten den Studenten als Sitzgelegenheit, Tisch und Arbeitsfläche. Ob&amp;nbsp;Hans Gugelot und Max Bill den Entwurf von Itten kannten, der auch selbst kurzzeitig als Gastdozent an der hfg Ulm tätig war, ist Spekulation. 
 Nach der Ausstellung nahmen wir direkt Kontakt mit der Familie&amp;nbsp;von Johannes Itten auf. Es stellte sich heraus, dass noch drei Hocker existierten, von denen zwei Exemplare aus den 1920er Jahren aus der Itten-Schule stammten und ein dritter Hocker nach dem Zweiten Weltkrieg in der Schweiz gefertigt wurde. Hintergrund war, dass die drei Kinder von Johannes Itten damals jeweils einen Hocker von ihrem Vater erhielten.&amp;nbsp;  &amp;nbsp; Beim Besuch der Tochter von Johannes Itten konnten wir nicht nur alle drei Hocker bewundern, sondern auch weitere Möbelentwürfe des Bauhaus-Meisters, wie &amp;nbsp;   einen  &amp;nbsp;konstruktivistisch &amp;nbsp;   geformten   &amp;nbsp; Couchtisch aus der Bauhaus-Zeit oder Korpusmöbel und eine Sitzgruppe aus den 1950er Jahren. &amp;nbsp;   Als Leihgabe konnten wir einen der beiden Hocker aus der Itten-Schule mitnehmen,   &amp;nbsp; der uns als Vorlage für die &amp;nbsp;   Neuauflage diente . Bei näherer Begutachtung stellten wir fest, dass der Itten-Hocker sehr aufwendig angefertigt wurde.  Im Innern &amp;nbsp;   befindet &amp;nbsp;   sich eine Konstruktion aus Vierkanthölzern, auf den &amp;nbsp;   Furnierplatten aus Birke aufgeleimt wurden, wobei   &amp;nbsp; alle Ecken wiederum aus Massivholz &amp;nbsp;   bestehen  , &amp;nbsp;   welche &amp;nbsp;   an den Seiten leicht abgerundet sind . Die rechteckige Formgebung des Itten-Hockers erinnert mit dieser Konstruktion gleichzeitig an die sogenannten&amp;nbsp;Cajón-Trommeln aus Süd- und Mittelamerika, die als Musikinstrumente in Europa ab den 1970er Jahren Verwendung fanden. 
   
  Das Original: der Itten-Hocker aus dem Besitz der Familie  
 Parallel begannen wir uns mit der Historie der Itten-Schule zu beschäftigen. Der Lebenslauf von Johannes Itten ist hinlänglich bekannt:&amp;nbsp;1888 in der Schweiz als Sohn eines Lehrers und Bergbauern geboren, besuchte er ab&amp;nbsp;1904 das Lehrerseminar in Hofwil im Kanton Bern, wo er die Reformpädagogik kennenlernte. Später studierte er an der Kunstakademie in Genf und wurde ab 1913 Schüler von Adolf Hölzel in Stuttgart, der für ihn ein wichtiger Mentor werden sollte. Denn hier lernte Itten dessen allgemeine Kontrastlehre und Farbenkontrastlehre kennen, die er später zu seiner berühmten Farbtypenlehre weiterentwickelte.&amp;nbsp; 
 1919 kam Johannes Itten auf Empfehlung von Alma Mahler, der damaligen Ehefrau von Walter Gropius, als&amp;nbsp;„Lehrender Meister”&amp;nbsp;an das gerade gegründete Bauhaus in Weimar. Alma Mahler war damals eine Wiener Prominenz, die zahlreiche Künstler und&amp;nbsp;Intellektuelle um sich scharte. In ihrem Salon, der selbstverständlich von Künstlern der Wiener Werkstätte ausgestattet war, traf sich die damalige Wiener Gesellschaft, Alma Mahlerhatte Beziehungen zu den Malern Gustav Klimt und&amp;nbsp;Oskar Kokoschka, weitere Ehemänner waren der Dirigent Gustav Mahler und der Dichter&amp;nbsp;Franz Werfel. In diesem spannenden Umfeld lernten sich wohl Gropius und Itten kennen, der bereits seit 2017 in Wien tätig war und dort eine erste Kunstschule gründete. 
  Johannes Itten &amp;nbsp;   folgte mit einem Teil seiner Studenten dem &amp;nbsp;   Ruf von Walter Gropius an das Bauhaus und entwickelte dort &amp;nbsp;   gemeinsam   &amp;nbsp; mit Gertrud Grunow das pädagogische Konzept des Vorkurses, der sich in drei Teile gliederte (Materialstudien/Farb- und Formenlehre, die &amp;nbsp;   Analyse &amp;nbsp;   anderer Kunstwerke und das Aktzeichnen). Zu Beginn des Unterrichts mussten die Studierenden verschiedene Konzentrations-, Atem- und Rhythmusübungen absolvieren, die &amp;nbsp;   sich positiv auf die folgenden &amp;nbsp;   künstlerischen Arbeiten,&amp;nbsp;Studien oder Übungen &amp;nbsp;   auswirken sollten.   &amp;nbsp; Erst nach &amp;nbsp;   erfolgreichem Abschluss   &amp;nbsp; des &amp;nbsp;   Vorkurses   &amp;nbsp; durften die Studierenden dann eine der Bauhaus-Werkstätten für ihr weiteres Studium auswählen. Zusätzlich brachte er als Anhänger der sogenannten Mazdaznan-Lehre, einer Bewegung mit christlichen, zarathustrischen und hinduistischen Elementen, &amp;nbsp;   esoterisches Gedankengut   &amp;nbsp; an das damals noch konstruktivistisch geprägte Bauhaus. Aus dieser Zeit sind auch erste Möbelentwürfe von Johannes Itten bekannt, wie seine &amp;nbsp;   konstruktivistische &amp;nbsp;   und handbemalte Wiege.  
 Nach seinem Weggang vom Bauhaus im Jahr 1923 ging Johannes Itten zurück in die Schweiz und gründete dort die „Ontos-Kunstschule“ für Naturstudium, Komposition, Form- und Farblehre und Graphik. Bereits 1926 zog es ihn aber wieder nach Deutschland, wo er in Berlin die Itten-Schule als private Kunstschule gründete. Diese Schule, die 2026 ihr hundertjähriges Jubiläum feiern würde, war eine&amp;nbsp;Weiterentwicklung seiner Arbeit am Bauhaus in Weimar. 
 Dennoch ist die Itten-Schule heute kaum bekannt, obwohl dort zahlreiche Bauhäusler wie Fred Forbát, Friedrich Köhn, Lucia Moholy-Nagy, Georg Muche, Gyula Pap oder der Fotograf Umbo lehrten. Im Vergleich zur bekannteren Burg Giebichenstein, an der ebenfalls zahlreiche Bauhäusler nach dem Weggang des Bauhaus von Weimar ein neues Zuhause fanden, ist über die Kunstschule in Berlin bisher nur wenig publiziert und geforscht. Interessierten kann nur das Buch die Itten-Schule von Eva Streit (Reimer Verlag) oder das Itten-Werksverzeichnis als Literatur empfohlen werden. Über die Gründe kann nur spekuliert werden, es lag sicherlich auch an der Persönlichkeit von Johannes Itten, der teilweise fast vergöttert wurde, aber auch auf Ablehnung stieß. Bei seiner privaten Kunstschule konnte Itten sein pädagogisches Konzept voll und ganz verwirklichen. Die Ausgabe der Zeitschrift des Deutschen Werkbunds DIE FORM 1930, Heft 6 (siehe oben), beschäftigt sich in einer Art Sonderausgabe nur mit diesem Thema.&amp;nbsp;Das Titelbild der Ausgabe, erstellt von Umbo, zeigt dazu den beidhändigen Zeichnenuntericht in der Itten-Schule. E rst auf &amp;nbsp;   den &amp;nbsp;   zweiten Blick &amp;nbsp;   entdeckt man in der Mitte des Fotos   &amp;nbsp; unter einer japanischen&amp;nbsp;Kalligraphie der Itten-Hocker. &amp;nbsp;   Auch die meisten anderen Bilder aus dem Unterricht stammen von dem bedeutenden Fotografen, auf mehreren Fotos ist das Multifunktionsmöbel in Aktion zu sehen.  
     
   Johannes Itten auf dem Itten-Hocker, Berlin 1930,&amp;nbsp;  Foto UMBO, © Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/  VG Bild-Kunst 2024   
 Die Schule in&amp;nbsp;der&amp;nbsp;Konstanzer Straße 14, 10707 Berlin,&amp;nbsp;existierte insgesamt acht Jahre bis 1934, als sie auf Druck der Nationalsozialisten nach der Machtergreifung geschlossen werden musste. Johannes Itten, der seit 1932 noch parallel&amp;nbsp;die Höhere Fachschule für textile Flächenkunst in Krefeld leitete, ging 1938 nach seiner Entlssung zunächst nach Amsterdam, später dann zurück in die Schweiz. Zwischenzeitlich waren auch seine Werke&amp;nbsp;1937 als „Entartete Kunst“ aus&amp;nbsp; deutschen Museen und öffentlichen Sammlungen entfernt worden. Die Itten-Schule und der Itten-Hocker gerieten in Vergessenheit. 
   &amp;nbsp;   
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                            <updated>2024-10-14T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Ausstellungen „Bauhaus und Nationalsozialismus“ und „Museum Zwangsarbeit im N...</title>
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                                            Passend zum gestrigen Wahlergebnis in Thüringen empfehlen wir einen Besuch der beiden Ausstellungen „Bauhaus und Nationalsozialismus“ und „Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ im Quartier der Weimarer Moderne.
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                 Nachdem gestern die AFD in&amp;nbsp;Thüringen mit über 32% ihr bislang bestes Wahlergebnis erzielen konnte, möchten wir an dieser Stelle dringend den Besuch der beiden Ausstellungen&amp;nbsp;„Bauhaus und Nationalsozialismus“ und „Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ in Weimar empfehlen. Eröffnet wurde die Doppelausstellung am 8. Mai, dem Tag der Kapitulation&amp;nbsp;des Dritten Reichs und des Kriegsendes in Europa 1945, mit einem Festakt in Weimar, wozu wir als Leihgeber der Ausstellung eingeladen waren. Bei dem Festakt sprachen u.a.&amp;nbsp;Dr. Ulrike Lorenz (Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar), Prof. Dr. Jens-Christian Wagner (Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora),&amp;nbsp;Claudia Roth (Staatsministerin für Kultur und Medien) und&amp;nbsp;Bodo Ramelow, der bisherige Ministerpräsident von Thüringen. Besonders die Rede von Bodo Ramelow war beeindruckend, welche eine Aufarbeitung des Aufstiegs der Nationalsozialisten in den späten 1920er Jahren in&amp;nbsp;Thüringen darstellte und den Bezug zur heutigen Zeit herstellte.&amp;nbsp; „Heute eröffnen wir nicht nur ein Museum und eine Ausstellung, sondern setzen auch ein klares Zeichen für die Bedeutung der Geschichtsaufarbeitung in Thüringen. Diese Einrichtungen in Weimar, einem Kernpunkt deutscher Kulturgeschichte, verpflichten uns dazu, die Ereignisse der Zwangsarbeit unter dem Nationalsozialismus gründlich zu erforschen und öffentlich zu machen. Diese Auseinandersetzung ist grundlegend für unser fortwährendes Bestreben, aus der Geschichte zu lernen, unsere demokratischen Werte zu stärken und die Menschenrechte zu schützen. Sie ermahnen uns, wachsam zu bleiben und die Lehren der Vergangenheit als Wegweiser für die Zukunft zu nutzen&quot; &amp;nbsp;, so&amp;nbsp;Bodo Ramelow am 8. Mai 2024. Denn in&amp;nbsp;Thüringen&amp;nbsp;wurde die NSDAP nach den Wahlerfolgen 1929 zum ersten Mal an einer deutschen Landesregierung beteiligt, der berüchtigte Gauleiter Fritz Sauckel zog 1929 als Fraktionsvorsitzender in den Thüringer Landtag in Erfurt ein. Mit der sogenannten Baum-Frick-Regierung wurde das Bundesland zum negativen Vorreiter des aufkommenden Nationalsozialismus in Deutschland. Wir hoffen, dass sich dies 2024 nicht wiederholt und alle demokratischen Parteien ihre Aussage, mit der AFD nicht zu koalieren, festhalten.&amp;nbsp; 
 Die Doppelausstellung findet in Weimar an vier Orten statt: dem  Bauhaus-Museum , dem  Museum Neues Weimar , dem  Schiller-Museum  und dem  Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus , das sich heute im ehemaligen Bürositz von&amp;nbsp;Fritz Sauckel im&amp;nbsp;Gauforum Weimar befindet.&amp;nbsp;Im Bauhaus-Museum geht es um die Vorläuferaktion der Nazi-Kampagne „Entartete Kunst” in Weimar: Bereits 1930 wurden über 70 Werke von Künstlern wie Lyonel Feininger und Paul Klee aus dem Schlossmuseum entfernt, über 450 Werke wurden dann 1937 beschlagnahmt. Der Hauptteil der sehr sehenswerten Ausstellung im Schiller-Museum beschäftigt sich mit Bauhaus-Mitgliedern und ihren „Lebenswegen in der Diktatur 1933−1945”. Die Station thematisiert die Gratwanderungen, die sie angesichts der neuen politischen Verhältnisse nach 1933 vollzogen. Viele Bauhäusler*innen hatten kaum eine Wahl: Sie verloren ihre Arbeit und flohen aufgrund ihrer Herkunft ins Exil. Mindestens einundzwanzig Bauhäusler*innen wurden in NS-Gefängnissen oder Konzentrationslagern umgebracht. Doch die Mehrheit blieb unbehelligt in Deutschland. Ehemalige Bauhaus-Studierende beteiligten sich an nationalsozialistischen Propagandaausstellungen oder präsentierten ihre Werke auf Kunstgewerbemessen. 
 Ein besonders&amp;nbsp;erschütterndes Beispiel ist das Leben des Architekten, Designers und Bauhaus-Schülers Franz Ehrlich, der als Kommunist und Antifaschist als politisch Verfolgter in das KZ Buchenwald kam. Dort entwarf er als Gefangener unter anderem die Typografie des Schriftzugs „Jedem das Seine“ im Tor des Konzentrationslagers im Stil der Moderne. Nach seiner Freilassung 1939 blieb Franz Ehrlich&amp;nbsp;freiwillig in Buchenwald und entwarf dort den Lagerplan, die Baracken und verschiedene Möbel für die SS. Diese&amp;nbsp;Ambivalenz im Leben des Bauhäuslers lässt jeden Besucher der Ausstellung staunen und fragen, wie man damals selbst gehandelt hätte.&amp;nbsp;Passend dazu steht vor dem Schiller-Museum auch ein Nachbau des Tores aus Buchenwald mit dem zynischen Motto der Nationalsozialisten (siehe oben). 
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            <title type="text">Exklusive Rarität: Entwurf von Paul Schneider-Esleben in limitierter Auflage</title>
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                                            In Kooperation mit der Familie Schneider-Esleben bietet Markanto exklusiv eine kleine Auflage des Hockers „Das Blättchen“ nach Entwurf von Paul Schneider-Esleben an. Dazu ließen wir 25 Exemplare des um 1950 entworfenen Möbelstücks von dem Kunsttischler Andreas Fitzen fertigen.
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                 Der melkschemelartige Hocker „Das Blättchen“ des Düsseldorfer Architekten Paul Schneider-Esleben&amp;nbsp;entstand um 1950 in nur sehr geringer Stückzahl und ging bislang nie in Serienproduktion oder in den regulären Verkauf.&amp;nbsp;Heute ist nur ganz wenige Exemplar des organischen Möbels bekannt. Verwendung fand das Multifunktionsmöbel (der Hocker sollte auch als Beistelltisch verwendet werden)&amp;nbsp;auf der Terrasse des Haniel-Jagdhauses in der Eifel in Kombination mit Schneider-Eslebens Boomerang-Sessel von Thonet. Namensgebend ist die Form der Sitzfläche, die an das spitz zulaufende Blatt einer Pflanze erinnert. Dabei liegt der Stiel des Blatts außerhalb der eigentlichen Sitzfläche und bildet auf diese Weise einen Griff, an dem der Hocker getragen werden kann. Die Unterseite der Sitzfläche ist konvex gewölbt, während ihre Oberseite eine konkave, dem Sitzkomfort zuträgliche Form aufweist. Der Hocker aus massiver Kirsche steht auf drei kurzen Beinen mit rundem Querschnitt, die sich zu ihren Fußpunkten hin konisch verjüngen. Eines der Beine ist in der Mittelachse des Blatts, nahe seiner Spitze angeordnet, die anderen beiden nahe am Stiel, symmetrisch zur Mittelachse. Die Beine sind mittels einer Zapfenverbindung an der Sitzfläche befestigt. Dabei durchdringen die Zapfen die Sitzfläche vollständig, so dass ihr kreisförmiger Querschnitt an der Oberseite der Sitzfläche sichtbar ist. Jeweils ein Keil sichert jeden der Zapfen. Die fein gearbeitete Oberfläche des aus Massivholz gefertigten Hockers ist unbeschichtet.&amp;nbsp;Jeder Hocker ist von unten mit dem PSE-Signet (für Paul Schneider-Esleben) gekennzeichnet. 
 Unsere neue Edition von 25 Exemplaren des Hockers „Das Blättchen“ wird von dem Kunsttischler Andreas Fitzen in Viersen in aufwendiger Handarbeit gefertigt. Wie schon für das historische Vorbild, wurde auch für diese Auflage europäisches Kirschholz verwendet. Zum Schutz der Holzoberfläche wurde ein in das Holz einziehendes, bio-zertifiziertes Öl mit angenehmem Zirbenduft aufgetragen. Bei der Zirbe – auch bekannt als Zirbelkiefer oder Arve – handelt es sich um einen Baum aus der Familie der Kiefern, dessen Holz den Bestandteil Pinosylvin enthält – ein natürlicher Schutz gegen Mikroorganismen, Pilzbefall und Insekten. Die im Auftrag von Markanto produzierte Auflage des Hockers „Das Blättchen“ ist in Kooperation und mit Genehmigung der Familie Schneider-Esleben entstanden und exklusiv bei Markanto erhältlich. 
 Paul Schneider-Esleben zählt zu den bedeutendsten Architekten der deutschen Nachkriegsmoderne. Geboren im Jahr 1915 in Düsseldorf begann er 1937 ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Darmstadt – der heutigen TU Darmstadt – das er jedoch ab 1939 unterbrechen musste, weil er zum Kriegsdienst bei der Luftwaffe eingezogen wurde. Bei der Pilotenausbildung im besetzten Lothringen lernte er eine Gruppe von Architekten um Rudolf Schwarz kennen, die sich dort bereits dem Wiederaufbau widmeten. Nachdem Schneider-Esleben nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus russischer Kriegsgefangenschaft flüchten konnte, nahm er sein Studium 1946 in Darmstadt und gleichzeitig auch an der Technischen Hochschule Stuttgart wieder auf und schloss es bereits im Folgejahr mit dem Diplom ab. Im Anschluss arbeitete er zunächst für das Kölner Büro von Rudolf Schwarz, wo er unter anderem am Wiederaufbau des mittelalterlichen Tanzsaals Gürzenich in Köln beteiligt war. 
 Im Jahr 1948 übernahm Paul Schneider-Esleben das Büro seines kurz zuvor verstorbenen Vaters Franz Schneider. Nachdem er dessen noch unvollendete Projekte zu Ende gebracht hatte, führte er erste eigene Aufträge aus, wobei es sich zumeist um private Villen in modernem Stil handelte. Internationales Aufsehen erregte Schneider-Esleben erstmals mit der 1953 fertiggestellten Hanielgarage in Düsseldorf. Hierbei handelt es sich um eines der frühesten Parkhäuser in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Architektonisch zeichnet sich die Hanielgarage, der auch ein Motel angegliedert war, vorrangig durch ihre hängend konstruierte Rampe aus: Das viergeschossige Parkhaus mit gläserner Vorhangfassade wird von einem an den Langseiten weit auskragenden Schmetterlingsdach überfangen. Die Rampe zur Erschließung der oberen Etagen ist mittels schlanker Stahlhänger am Dach aufgehängt und benötigt daher keine Stützen. Für die Famile Haniel entwarf er zeitgleich auch ein Jagdhaus in Bad Münstereifel, wo der Hocker „Das Blättchen” Verwendung fand. 
 1954 folgte die Fertigstellung des Neubaus der Pfarrkirche St. Rochus in Düsseldorf-Pempelfort. Von dem kriegszerstörten Vorgängerbau wurde lediglich der Glockenturm erhalten; das restliche Gebäude durch einen expressiven Neubau ersetzt. Dieses von Paul Schneider-Esleben in enger Abstimmung mit dem Pfarrer entworfene Bauwerk zeichnet sich durch eine expressive, kupfergedeckte Kuppelkonstruktion aus, die sich aus drei parabolischen Betonhalbschalen zusammensetzt. Ebenfalls in Düsseldorf befindet sich mit dem 1958 fertiggestellten Mannesmann-Hochhaus ein weiteres Hauptwerk von Schneider-Esleben. Es ist das erste Hochhaus, das nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland gebaut wurde. Der Stahlskelettbau ist mit seiner klaren Quaderform und seiner regelmäßig gegliederten Vorhangfassade ein typischer Vertreter des internationalen Stils. Für die farbliche Gestaltung des Bauwerks – in den Mannesmann Hausfarben Blau und Weiß – kooperierte Schneider-Esleben mit Egon Eiermann. 
 Im Rahmen der Ausstellung Interbau 57 in Westberlin wurde ein Mehrparteien-Wohnhaus nach Entwurf von Paul Schneider-Esleben gebaut. Die Ausstellung präsentiert moderne Architektur in Form einer Mustersiedlung, die Bauwerke von zahlreichen der namhaftesten Architekten der Zeit umfasst. Darunter finden sich so illustre Namen wie Le Corbusier, Walter Gropius, Oscar Niemeyer, Alvar Aalto, Arne Jacobsen, Jacob Bakema, Egon Eiermann, Frei Otto oder Sep Ruf. Seinen umfangreichsten Auftrag erhielt Schneider-Esleben mit der Planung des Terminal 1 am Flughafen Köln-Bonn – bei seiner Fertigstellung im Jahr 1970 das erste und einzige Passagierterminal des Flughafens. Mit seinem U-förmigen Grundriss mit sternförmigen Satelliten, war das Terminal für die Anreise per Auto optimiert und bot im Inneren kurze Weg für die Flugpassagiere. 
 Von 1961 bis 1972 war Paul Schneider-Esleben Professor an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste; im Jahr 1965 lehrte er außerdem als Gastprofessor an der TU Wien. Er wurde mit dem großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet; die RWTH Aachen verlieh ihm die Ehrendoktorwürde. Paul Schneider-Esleben starb im Jahr 2005 in Hausham unweit des Tegernsees. 
 Neben seiner architektonischen Entwurfstätigkeit war Schneider-Esleben auch als Designer aktiv. Er entwarf Schmuckstücke, die er von dem Goldschmied Friedrich Becker fertigen ließ – teils für seine Familie, teils auch für Bauherrinnen. Wie viele Architekten ließ auch Schneider-Esleben die von ihm entworfenen Gebäude vielfach mit passenden Möbeln nach eigenem Entwurf ausstatten. Bekannt ist sein Stapelstuhl TT54 und der Kugelrohrsessel PSE 58, der zur Ausstattung des Mannesmann-Hochhauses entstand. Seine tiefe Sitzposition mit nach hinten geneigter Sitzfläche erinnert – bei ansonsten formaler Eigenständigkeit – an den Barcelona-Sessel. Dessen Designer Ludwig Mies van der Rohe, sah die Ähnlichkeit der beiden Sitzmöbel offenbar als schmeichelhaft an und lobte den „großen Kollegen“ Paul Schneider-Esleben für „das einzige gültige Redesign vom Barcelona Sessel.“&amp;nbsp;Auch seine Kinder waren künstlerisch tätig: sein Sohn Florian Schneider-Esleben war Mitbegründer von Kraftwerk, seine Tochter Claudia Schneider-Esleben wurde in den 1980er Jahren als Entwerferin und Innenarchitektin mit Möbel Perdu bekannt. 
  Wir bedanken uns beim Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW für die Möglichkeit, das Mannesmann-Hochhaus für unser Photoshooting zu nutzen, sowie bei der Familie Schneider-Esleben.  
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                            <updated>2024-06-03T00:30:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Eine Hommage an Jean-Michel Frank: Der Bell Table mit Strohmarketerie</title>
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                                            Neu von ClassiCon sind der Bell Side Table und Bell Coffee Table mit einer Tischplatte mit eingearbeiteter Strohmarketerie. Diese Intarsienarbeiten bringen den Entwurf von Sebastian Herkner auf ein ganz neues Level der Handwerkskunst.
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                 In den 1920er Jahren begann der französische Inneneinrichter und Designer&amp;nbsp;Jean-Michel Frank Stroh für seine Einrichtungsobjekte und Möbelentwürfe zu verwenden. Die einzelnen Strohhalme wurden von Hand in Farbnuancen&amp;nbsp;geformt, was natürlich sehr arbeitsintensiv ist.&amp;nbsp;So schuf Jean-Michel Frank&amp;nbsp;aus einem preiswerten Werkstoff (Stroh) ein Luxusobjekt des&amp;nbsp;Art déco. Er verkleidete damit ganze Wände und Möbel. 
 Diese Technik, das sogenannte Strohmarketerie, wurde nun von&amp;nbsp;Sebastian Herkner wiederentdeckt und für seinen Bell Side Table und Bell Coffee Table verwendet.&amp;nbsp;Wie Sonnenstrahlen breiten sich die einzelnen Strohstreifen, in Präzisionsarbeit auf eine Trägerplatte aufgebracht, vom Mittelpunkt über die Oberfläche aus. Die unterschiedlichen Schattierungen des Strohs erzeugen dabei ein eindrucksvolles dreidimensionales Muster, dessen Tiefeneffekt mittels einer anspruchsvollen Bearbeitungsmethode verstärkt wird. Das eingearbeitete Naturmaterial kontrastiert auf spannende Weise mit dem farbigen reflektierenden Glasfuß des Tisches – es entsteht ein dynamisches Zusammenspiel der Materialien. 
 Dafür werden hochwertige Strohhalme gefärbt, aufgetrennt und ausgerollt und anschließend Streifen für Streifen in Handarbeit auf eine dünne Trägerplatte aufgeleimt. Um die empfindliche Stroharbeit für die Verwendung als Tischplatte zu schützen, wird sie in einem komplexen Verfahren in Glas eingefasst und so luftdicht konserviert. Dieser Prozess verstärkt den natürlichen Glanz des Strohs und somit den Tiefeneffekt des Musters. Es entsteht eine spannende 3D-Optik, die den Blick einfängt und immer wieder neue Facetten&amp;nbsp;entdecken lässt. Die neue Tischplatte ist mit Strohmarketerie in Gold sowie in Anthrazit und Mokkabraun erhältlich. Aufgrund ihrer eindrucksvollen Ästhetik eignet sich die neue Version des Bell Coffee Table und Bell Side Table hervorragend als Eyecatcher im Raum. 
  Der Bell Table von ClassiCon: Meisterhafter Materialeinsatz  
 Der Bell Table markierte 2012 den Beginn der Zusammenarbeit zwischen Sebastian Herkner und ClassiCon und entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten deutschen Entwürfe. Er stellt den gewohnten Umgang mit Materialien auf den Kopf und überrascht unsere Wahrnehmung: Hier wird der Tischfuß zur prägnanten, farbig-transparenten Glasform im Raum, auf dem ein Metallkörper aufliegt. Das Glas verhilft dem an sich schweren Metall zu schwebender Leichtigkeit. Der traditionell in eine Holzform geblasene Glasfuß und der gedrückte Metallkörper treten in einen spannenden Kontrast und bilden doch formal eine harmonische Einheit, die an den eleganten Schwung einer Glocke erinnert. Mit ihren reizvollen Reflexionen und Materialkontrasten werden die Beistelltische zu charakterstarken Elementen im Wohnbereich. Sie zelebrieren die Schönheit der Materialien, ihrer Farben, Oberflächen und der handwerklich-traditionellen Verarbeitung. Der Bell Table von Sebastian Herkner ist ein Meisterwerk traditioneller Handwerkskunst, mit den typischen Merkmalen wie unterschiedliche Glasstärken, kleinere Bläschen oder Unebenheiten. Die Farbgebung dieser Ikone ist so vielfältig wie exklusiv: Von Amethystviolett über Smaragdgrün bis hin zu Quarzgrau umfasst die Serie aktuell sieben Farbmöglichkeiten für den Tischfuß. Der Metallkörper aus natürlich gebürstetem Messing, Kupfer oder schwarz lackiertem Stahl bildet den Rahmen für die Tischplatte, wahlweise aus Marmor, schwarz lackiertem Glas, oder mit eingearbeiteter Strohmarketerie in diversen Farbvarianten. 
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            <title type="text">Tugendhat Sessel von Ludwig Mies van der Rohe</title>
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                                            Zur Mailänder Möbelmesse präsentierte Knoll International einen fast vergessenen Sessel von Ludwig Mies van der Rohe - den Tugendhat Sessel aus der gleichnamigen Villa Brünn. Zusätzlich wurden viele Bauhaus-Klassiker in neuen Farben vorgestellt.
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  1929 entwarf&amp;nbsp;Ludwig Mies van der Rohes den sogenannten Feder-Sessel für die Villa&amp;nbsp;Tugendhat in Brünn, Tschechische Republik. Insgesamt umfasste die von Mies van der Rohe&amp;nbsp;und Lilly Reich damals für die Familie Tugendhat geplante Inneneinrichtung&amp;nbsp;fünf Sessel, die wahlweise in Stoff oder Leder gepolstert wurden. Zusätzlich wurde der Feder-Sessel je nach Platzierung in der Villa mit und ohne Armlehnen eingesetzt. Formal erinnert der Entwurf an den Barcelona Sessel, der&amp;nbsp;Feder-Sessel erlaubt aber als Freischwinger ein ganz anderes Sitzgefühl (er federt).&amp;nbsp; &amp;nbsp;Als damals die ersten Fotos der Villa Tugendhat in der Presse erschienen, wurde der Sessel umbenannt. Nachdem&amp;nbsp;der&amp;nbsp;Tugendhat Sessel&amp;nbsp; in den 1960er und 1970er Jahren bereits von Knoll produziert wurde, wird er nun wieder in das Sortiment aufgenommen und vervollständigt die&amp;nbsp;Mies van der Rohe Kollektion. 
 
 
 
  Zusätzlich stellte Knoll in Mailand neue Farben für verschiedene Stahlrohrmöbel von Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe vor. Die beliebten Laccio Tische und der Wassily Clubsessel sind nun auch mit schwarzer, weißer oder dunkelroter Beschichtung erhältlich. Dieser Rotton ist von historischen MR Freischwingern aus den 1930er Jahren abgeleitet, wie sie damals von dem ersten Hersteller&amp;nbsp; Berliner Metallgewerbe Joseph Müller  in Berlin produziert wurde. Daher sind auch die verschiedenen MR Freischwinger in den neuen Gestellfarben bei Knoll erhältlich.  
 
 
 
 
 
 
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                            <updated>2024-05-02T00:30:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Die Schafe von Hanns-Peter Krafft</title>
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                                            Ende der 1970er Jahre entwickelte der Designer Hanns-Peter Krafft seine lebensgroßen Schafe aus massivem Buchenholz mit echtem Schaffell, die sich vergleichbar mit den Rupfentieren von Renate Müller auch in Designkreisen großer Beliebtheit erfreuen.
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                 Den Anfang machte eine Wette: Der damalige Firmeninhaber Horst Meier wettete mit dem Studenten Hanns-Peter Krafft, ob er es zeitlich schafft, innerhalb von sechs Monaten für die Manufaktur Meier Germany einige neue Produkte für die Spielwarenmesse in Nürnberg zu entwickeln. Hintergrund war, dass&amp;nbsp;die Manufaktur&amp;nbsp;in&amp;nbsp;Baden-Württemberg für ihre Schaukelpferde recht bekannt war, aber nun neue Produkte gesucht wurden.&amp;nbsp;Hanns-Peter Krafft&amp;nbsp;gewann selbstverständlich die Spaßwette, bei der ersten Präsentation&amp;nbsp;in Nürnberg&amp;nbsp; wurden 1979 über direkt&amp;nbsp;200 Schafe verkauft. Was als spontane Herausforderung begann, entwickelte sich schnell zu einer lebenslangen Leidenschaft für Design und Qualität. 
 Gedacht sind die Schafe - im Gegensatz zu den genannten Rupfentiere von Renate Müller mit einem pädagogischen Schwerpunkt, primär als Dekorationsobjekt oder als Sitzgelegenheit, vergleichbar mit den den Schafen aus Bronze des französischen Künstlers Francois-Xavier Lalanne aus den 1960er Jahren. Gleichzeitig stand bei der Produktgestaltung bei Hanns-Peter Krafft ein ökologischer Imperativ im Fokus:&amp;nbsp; „Entwickle ein Produkt, das man für immer behalten möchte!“  Dieser heute fast selbstverständliche Ansatz war Ende der 1970er Jahre noch nicht üblich, sorte aber mit dafür, dass die Schafe sich heute großer Beliebtheit erfreuen.&amp;nbsp; Aus massivem Buchenholz gefertigt und mit echtem Schafsfell versehen, verkörpern sie die Idee, Produkte zu schaffen, die man für immer behalten möchte. 
 Durch die jahrelange Zusammenarbeit mit Meier Germany&amp;nbsp;und die stetige Weiterentwicklung hat Hanns-Peter Krafft es geschafft, die Schafe in verschiedenen Ausführungen und Größen zu gestalten, angefangen von lebensgroßen Figuren bis hin zu Miniaturversionen. Doch nicht nur die Schafe haben ihren Platz in seinem Repertoire gefunden - auch andere Motive wie Pferde, Hühner und Engel zählen zu seinen Klassikern. Doch für Hanns-Peter Krafft ist Design mehr als nur Ästhetik. Es ist eine Lebensphilosophie, die auf vier grundlegenden Prinzipien basiert: Funktion, Ästhetik, Marktorientierung und Verantwortung für die Umwelt. Sein ökologischer Imperativ, ein Produkt zu schaffen, das man für immer behalten möchte, zieht sich wie ein roter Faden durch sein gesamtes Schaffen. Seine langjährige Tätigkeit als Designer für Meier.Germany hat gleichzeitig die Philosophie und das Design des Unternehmens geprägt, so stammen auch die Verkaufsunterlagen, das Firmensignet und der Internetauftritt aus der Feder von&amp;nbsp;Hanns-Peter Krafft. 
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            <title type="text">100 Jahre Bauhaus-Tischleuchte von Wilhelm Wagenfeld</title>
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                                            1924 entwarf Wilhelm Wagenfeld seine ikonische Tischleuchte am Bauhaus in Weimar. Zum Jubiläum legt der Hersteller Tecnolumen eine spezielle Edition auf, Jede Leuchte der Edition ist mit Wagenfelds Originalunterschrift versehen und wird von dem Buch „Harmonisch, zeitlos, rund:...
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                 Vor einem Jahrhundert entwarf der 24jährige Student Wilhelm Wagenfeld am Bauhaus in Weimar unter dem Leiter der Metallwerkstatt&amp;nbsp;László Moholy-Nagy die sogenannte Bauhaus-Leuchte, die heute als Ikone modernen Designs gefeiert wird. Das 1919 unter Walter Gropius gegründete Bauhaus mit seiner fortschrittlichen Vision, strebte danach, eine nahtlose Verbindung zwischen Kunst und Handwerk herzustellen, eine Synthese, die in der Gestaltung der Lebenswelt des modernen Menschen ihren praktischen Ausdruck finden sollte. Diese ambitionierte Zielsetzung zielte darauf ab, Design und Alltagsgegenstände nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch funktional und für jedermann zugänglich zu machen.&amp;nbsp;Diese Vision, Kunst und Alltagsleben miteinander zu verschmelzen und Formgebung den dynamischen Anforderungen eines sich wandelnden modernen Lebens anzupassen, findet in der Wagenfeld Tischleuchte eine beispielhafte Manifestation. Ihre Gestaltung, gekennzeichnet durch eine klare Formensprache und durchdachte Funktionalität, demonstriert eindrucksvoll das Streben des Bauhauses nach einer harmonischen Vereinigung von Form und Funktion.&amp;nbsp; 
 Der einzig lizensierte Hersteller des Designklassikers, Tecnolumen in Bremen, ehrt den Entwurf von Wagenfeld mit einer speziellen Edition, die nicht nur eine Hommage an die unvergängliche Schönheit der Leuchte selbst ist, sondern auch an ihren Schöpfer, dessen Originalunterschrift jede Leuchte dieser Jubiläumsedition ziert. Ein begleitendes Buch von Julia Bulk, derDirektorin der Wilhelm Wagenfeld Stiftung, das exklusiv aus diesem Anlass geschrieben und veröffentlicht wurde, trägt den Titel „Harmonisch, zeitlos, rund: die moderne Kugel“ und taucht ein in die gestalterischen Prinzipien dieser Ikone des Designs sowie ihre philosophischen Wurzeln, die sie geformt haben. Diese Edition wird von&amp;nbsp;Tecnolumen nur dieses Jahr hergestellt. 
 Die Tischleuchte von Wilhelm Wagenfeld besticht durch ihre Eleganz und geometrische Präzision. Sie ist ein Manifest des Bauhaus-Prinzips, dass gutes Design über die Zeit hinaus Bestand hat, indem sie Funktionalität und ästhetische Reduktion in den Mittelpunkt rückt.Die Jubiliäumsedition zusammen mit dem Buch von Julia Bulk eröffnet eine einzigartige Perspektive auf das Erbe des Bauhauses und Wilhelm Wagenfelds unermesslichen Beitrag zu dieser prägenden kulturellen Bewegung.&amp;nbsp; 
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                            <updated>2024-04-14T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Auferstehung eines Klassikers des Industriedesigns: Der Rowac-Schemel ist wie...</title>
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                                            Neu im Sortiment von Markanto sind die Produkte von Rowac. Hierbei handelt es sich um eine traditionsreiche Marke, deren Geschichte bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Nachdem das in Ostdeutschland beheimatete Unternehmen im kommunistischen Regime untergegangen war, wurde ih...
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                 Gegründet wurde das Unternehmen Rowac ursprünglich von Karl Robert Wagner im Jahr 1888 in Chemnitz, damals einem bedeutenden Industriestandort. Aus seinem Namen und dem Unternehmenssitz leitete Wagner auch den Firmennamen ab:  Ro bert  Wa gner  C hemnitz. In den ersten Jahren handelte es sich bei dem Unternehmen um einen Ein-Mann-Betrieb, in dem der gelernte Schlosser Robert Wagner im wesentlichen Fensterbeschläge fertigte. Den Durchbruch brachte der Marke der 1909 eingeführte Rowac-Schemel. Dabei handelt es sich um den weltweit ersten Hocker mit einem Untergestell aus Stahlblech. Aufgrund seiner robusten Bauart und utilitären Anmutung wurde der Rowac-Schemel vorwiegend zur Ausstattung von Werkstätten eingesetzt. In späteren Jahren ergänzte Wagner das Produktprogramm entsprechend um Werkzeugkästen sowie um weitere Möbel für Werkstatt und Büro, wobei er zu den ersten zählte, die Bürostühle unter ergonomischen Gesichtspunkten optimierten. Mit seiner soliden Funktionalität und industriellen Ästhetik fügte sich der Rowac-Schemel auch gut in das Konzept des Bauhauses ein, wo er – ausgewählt wohl von Walter Gropius – in großer Stückzahl zur Möblierung insbesondere der Werkstätten eingesetzt wurde. Dieser Umstand kann als Ritterschlag für das so bescheiden daherkommende Möbelstück gelten, da man am Bauhaus ansonsten für den eigenen Bedarf mit Vorliebe auch auf eigene Entwürfe zurückgriff. 
 Während des Zweiten Weltkriegs gelang es Robert Wagner, die Produktion bei Rowac in eingeschränkter Form aufrecht zu erhalten. Allerdings musste er für die zivile Produktion auf das kriegswichtige Material Stahl verzichten und sich gleichzeitig dem Naziregime gegenüber gefügig verhalten, indem er für die Wehrmacht stählerne Munitionskästen fertigte. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs folgte die Zwangsenteignung durch die sowjetischen Besatzer mit anschließender Einstellung des Betriebs und Auflösung des Unternehmens. 
 Wiederentdeckt wurde die Marke Rowac von Alide und Dieter Amick zunächst anhand eines Flohmarktfunds. Es folgten weitere Recherchen sowie Gespräche mit den Nachfahren Robert Wagners. Seit 2020 arbeitet das Ehepaar an der Wiederbelebung der Marke Rowac. Mit Hilfe einer sehr erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung setzten sie ihre Geschäftsidee um. Nun beginnt die Markteinführung zunächst mit dem Rowac-Schemel als einzigem Produkt. Gefertigt wird das kultige Sitzmöbel originalgetreu und im Erzgebirge. 
 Der Rowac-Schemel weist eine runde Sitzfläche aus Holz auf, deren Oberseite konkav geformt ist. An der Unterseite der Sitzfläche ist ein ringförmiger, stählerner Beschlag angebracht, der wiederum die drei stählernen Beine aufnimmt. Diese sind diagonal ausgestellt um dem Hocker eine bessere Standfestigkeit zu verleihen. Zur Versteifung der Konstruktion verbinden drei stählerne Streben die Beine in ihrem unteren Drittel. Alle beschriebenen Stahlteile sind aus Blech gefertigt und erhalten ihre endgültige Form und Stabilität durch Biegungen, Prägungen und Falzungen. Die Stahlteile sind mit einer glänzenden, schwarzen Pulverbeschichtung versehen. Allen drei Beinen ist im oberen Drittel das Rowac-Logo aufgeprägt. Die Sitzflächen sind wahlweise in Buche, Esche oder Eiche erhältlich.&amp;nbsp; . Die Sitzfläche in Eschenholz ist optional auch schwarz gebeizt verfügbar, alle anderen Sitzflächen sind naturfarben gehalten und lediglich mit Wachs behandelt. Das verwendete Holz stammt aus PEFC-zertifizierter Forstwirtschaft im Erzgebirge.  
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                            <updated>2024-03-01T00:15:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Markanto im Burgtheater Wien!</title>
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                                            Das Burgtheater in Wien gilt als eine der wichtigsten Bühnen in Europa und ist das größte deutschsprachige Sprechtheater. Wir freuen uns, die neue Inszenierung DIE NEBENWIRKUNGEN mit 120 Kufenstühlen von Karl Nothhelfer unterstützen zu dürfen.
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                 Für die neue&amp;nbsp;Inszenierung DIE NEBENWIRKUNGEN des Burgtheaters in Wien lieferte Markanto den passenden Stuhl. Das Stück von&amp;nbsp;Jonathan Spectors spielt nämlich an einer&amp;nbsp;progressiven Privatschule. Jede*r soll sich willkommen, gehört und gesehen fühlen an dieser Schule fürs bessere Leben. Als das Gremium beim Ausbruch einer Mumps-Epidemie mit einer Verordnung der Schulbehörde konfrontiert wird, die besagt, dass fortan nur noch geimpfte Schüler*innen am Unterricht teilnehmen dürfen, gerät die gut eingespielte Konsens-Demokratie allerdings in Turbulenzen. Jonathan Spectors Tragikomödie, die bereits 2018 entstanden ist, treibt alle Unversöhnlichkeiten der letzten Jahre noch einmal auf die Spitze und macht die dahinter drängenden Fragen sichtbar: Was verstehen wir unter Demokratie? Wie wollen wir Entscheidungen treffen? Welche Möglichkeiten der Mitwirkung und Teilhabe soll es dabei geben? Haben die Interessen der Gemeinschaft ihre Grenzen an der individuellen Freiheit? Oder doch eher umgekehrt? 
 Für die&amp;nbsp;Inszenierung von DIE NEBENWIRKUNGEN von&amp;nbsp;Jonathan Spectors verwendet das Burgtheater einen der wichtigsten Schulstühle überhaupt: den sogenannten Kufenstuhl von&amp;nbsp;Karl Nothhelfer, der seit Anfang der 1950er Jahre ununterbrochen von VS Möbel in verschiedenen Größen hergestellt wird. Insgesamt 120&amp;nbsp;Kufenstuhl wurden für das Stück benötigt und prägen das Bühnenbild. Interessierte können sich das Stück (und die Stühle) gerne im Burgtheater am Universitätsring in Wien ansehen, die Spieldaten finden Sie hier:&amp;nbsp; www.burgtheater.at/produktionen/die-nebenwirkungen  
  Abbildung: Die Nebenwirkungen mit&amp;nbsp;Markus Hering, Lilith Häßle, Zeynep Buyraç, Regina Fritsch,&amp;nbsp;Copyright: Matthias Horn  
 &amp;nbsp; 
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                            <updated>2023-10-20T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">70 Jahre Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG Ulm) </title>
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                                            Heute vor 70 Jahren begann der erste Unterricht an der Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG Ulm), der wichtigsten Bildungseinrichtung für Design in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945.
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                 Am 3. August 1953 begann der erste Untericht in der damals neugegründeten&amp;nbsp;Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG Ulm). Gegründet wurde die&amp;nbsp;bedeutende Hochschule damals von Inge Aicher-Scholl (die Schwester von Sophie und Hans Scholl), Otl Aicher, Max Bill und weiteren in Ulm, die Schule gilt heute als eine der international wichtigsten Hochschule für Design überhaupt und als Nachfolgeorganisation des Bauhaus. Zu den ersten Dozenten der damals 21 Studenten zählten auch zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Bauhaus wie&amp;nbsp;Max Bill, Josef Albers, Walter Peterhans oder Johannes Itten. Die Ausbildung an der HFG Ulm war zuerst auf vier Jahre angelegt, und teilte sich in einem einjährigen Grundstudium auf, die weiteren drei Jahre dienten dann zur Vertiefung des Studiums in den Bereichen Produktgestaltung, Visuelle Kommunikation, Bauen, Information und Film. Weitere bedeutende Dozenten wurden&amp;nbsp;Hans Gugelot,&amp;nbsp;Peter Raacke,&amp;nbsp;Hans Roericht oder&amp;nbsp;Walter Zeischegg. 
 Der erste Unterricht fand noch an der Volkshochschule in Ulm statt, da der Bau des von Max Bill in  Stahlbetonskelettbauweise&amp;nbsp; geplanten Komplex der HFG Ulm noch gar nicht&amp;nbsp; angefangen hatte. Erst&amp;nbsp;am 8. September 1953 erfolgte die Grundsteinlegung, das Richtfest ein Jahr später am 5. Juli 1954. Mitte 1955 wurde dann der Lehrbetrieb von der Ulmer Volkshochschule in den neuen Komplex verlegt, die offizielle Eröffnung der neuen Hochschule auf dem Oberen Kuhberg&amp;nbsp;erfolgte dann am 2. Oktober 1955, die Eröffnungsrede hielt niemand geringeres als der Bauhaus-Gründer&amp;nbsp;Walter Gropius selbst, der dazu extra aus seinem Exil aus den USA angereist war.&amp;nbsp; 
 Das bekannteste Produkt aus der HFG Ulm ist sicherlich der von sogenannte Ulmer Hocker von Max Bill, Hans Gugelot und Paul Hildinger, aus dem Jahr 1954 das&amp;nbsp; universal einsetzbare Möbelstück diente primär als Sitzgelegenheit für die Studenten. Hervorzuheben ist selbstverständlich noch die enge Zusammenarbeit mit der Firma BRAUN maßgeblich durch&amp;nbsp;Hans Gugelot und&amp;nbsp;Otl Aicher, die Standards für modernes Produktdesign bis heute setzte. So entstanden die ersten modernen Hifi-Geräte wie die erste modulare Hifi-Anlage der Welt oder der Schneewitchensarg in Ulm. Weitere wichtige Produkte sind das Bett von Hans Gugelot, das Stapelservice TC100 von&amp;nbsp;Hans Roericht oder die ganzen Helit-Produkte von&amp;nbsp;Walter Zeischegg wie sein Stapelaschenbecher. Im grafischen Bereich ist das Werk von&amp;nbsp;Otl Aicher an erster Stelle zu nennen, wie das Corporate Design für BRAUN und der Lufthansa.  
  Bereits 1968 wurde die HFG Ulm allerdings wieder wegen finanzieller Probleme geschlossen,&amp;nbsp;die Geschwister-Scholl-Stiftung, die Trägerin der HfG, war hoch verschuldet. Zusätzlich wurde der Lehrbetrieb der Hochschule durch die Presse in den 1960er Jahren immer wieder angegriffen, was zu zahlreichen&amp;nbsp;Debatten im Landtag von Baden-Würtemberg über die Förderungswürdigkeit der Hochschule führte.  
  Der sehr sehenswerte Komplex der&amp;nbsp;Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG Ulm) ist heute ein Museum, zur Feier des Jubiläums findet dort eine Feier statt,&amp;nbsp;Um 19 Uhr lesen Christiane Wachsmann und Dr. Martin Mäntele, beide Kuratoren am HfG-Archiv, aus Texten, Interviews und Briefen, die einen Einblick in diese Zeit des Aufbruchs und des Entstehens dieser Schule geben.  
  Obere Abbildung: HfG Ulm geschmückt mit Ballons, 1956, Rolf Schroeter&amp;nbsp;© HfG-Archiv / Museum Ulm  
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                            <updated>2023-08-03T00:30:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Die Kandem-Leuchten aus dem Bauhaus sind wieder erhältlich.</title>
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                                            Die Leuchten, die unter Federführung von Marianne Brandt Ende der 1920er Jahre am Bauhaus für die Marke Kandem entstanden, nahmen sich schon früh dem Thema der ergonomischen Arbeitsplatzbeleuchtung an. Mit ihrer bauhaustypisch reduzierten Gestaltung sind sie heute im Wohnberei...
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                 Das 1889 in Leipzig gegründete Unternehmen Körting &amp;amp; Mathiesen etablierte sich innerhalb weniger Jahre als international agierender Hersteller von Leuchten, Scheinwerfern, Stromzählern und anderen elektrischen Geräten. 1914 benannte sich die zwischenzeitlich in den Vorort Leutzsch umgesiedelte Firma um in  Kandem . Bei diesem Namen handelt es sich wohl um ein Portemanteau aus den Initialen   Ka    u nd Em  . Schon früh widmete sich das Unternehmen der ergonomischen Arbeitsplatzbeleuchtung, insbesondere mittels Leuchten, die sich nach Bedarf schwenken und ausrichten lassen. So notierte Gustav Laue als technischer Direktor von Kandem: „Eine allseitig bewegliche Gelenkleuchte gehört ebenso zum Arbeitsplatz wie ein guter Schraubstock und einwandfreies Werkzeug, wenn hochwertige Arbeit geleistet werden soll.“ 
 Der hohe funktionale Anspruch, den Kandem an seine Produkte stellte, prädestinierte die Firma für eine Kooperation mit dem Bauhaus. Die am Bauhaus üblichen Industriekooperationen brachten der Schule einerseits wichtige zusätzliche Einnahmen und verankerten andererseits die Lehre in der Praxis. Für die industrielle Produktion zu entwerfen, war am Bauhaus schließlich Programm. Marianne Brandt initiierte bereits 1926 als stellvertretende Leiterin der Metallwerkstatt eine Kooperation mit der Berliner Beleuchtungsfirma Schwintzer &amp;amp; Gräff. Bald darauf folgte die Kooperation mit Kandem, für die wiederum Brandt maßgeblich verantwortlich war. Gemeinsam mit Hin Bredendieck ist sie außerdem Urheberin der meisten im Rahmen dieser Kooperation entstandenen Entwürfe. Die Lizenzgebühren, die die Hersteller bei solchen Kooperationen an das Bauhaus zahlten, wurden dort einem bemerkenswerten Schlüssel folgend aufgeteilt: Die Hälfte behielt die Direktion zentral ein, während die andere Hälfte zwischen der jeweiligen Werkstatt, ihrem Meister und dem Urheber des Entwurfs aufgeteilt wurde. Gerade die Kandem-Tischleuchten (Abbildung oben) dürften für das Bauhaus lukrativ gewesen sein, denn sie verkauften sich in großer Stückzahl: Von 1929 bis in die 1940er Jahre hinein wechselten über 70.000 Exemplare den Besitzer. Zuletzt wurden aufgrund der Materialknappheit während des Zweiten Weltkriegs Fuß und Schirm der Leuchten anstatt aus Metall aus Glas und dem Lederersatzmaterial Pressstoff gefertigt. 
 Nach dem zweiten Weltkrieg ging das Unternehmen Kandem an seinem ostdeutschen Standort unter und wurde 1948 in Diez an der Lahn neu gegründet. Zwar ist es bis heute als Hersteller von Straßenlaternen und Leuchten für das industrielle Umfeld erfolgreich, doch blieben die Bauhaus-Entwürfe vorerst in der Schublade. Erst jetzt sind die fast 100 Jahre alten Entwürfe – behutsam überarbeitet durch den Architekten André Kamm und die Lichtplanerin Sarah Textor – wieder erhältlich. 
 Kernstück der Kollektion ist die Tischleuchte 967, mit ihrem charakteristisch geformten, Schirm aus Aluminium. Der Schirm ist schwenkbar auf einem bogenförmigen Arm montiert, der wiederum auf einem schweren Metallfuß ruht. Dieser weist einen hohen zentralen Bereich auf, der – um für eine große Standflache und damit für Stabilität zu sorgen – von einem flach auslaufenden Rand umgeben ist. Die Stehleuchte 967-S übersetzt die Form der Tischleuchte in ein größeres Format, indem der Arm zunächst einen langen senkrechten Bereich aufweist, bevor er auch hier in einen Bogen übergeht. Die Wandleuchte 829 und die Pendelleuchte 564 schließlich, übernehmen als Familienmerkmal den charakteristischen Schirm und kombinieren ihn mit jeweils anderen Anbringungen. Alle Leuchten sind in verschiedenen farbigen Pulverbeschichtungen erhältlich; neben dem klassischen Schwarz etwa auch in rot oder grau. Die Innenseiten der Schirme sind silber- oder goldfarbig beschichtet. Abgerundet wird das elegante Erscheinungsbild der Leuchten durch charmante Details wie ein appliziertes Logo oder einen charakteristischen Drehschalter. 
 Ergänzt wird das Portfolio durch die Pendelleuchte 831 nach dem Entwurf von Heinrich Siegfried Bohrmann (zugeschrieben). Der ansonsten wenig bekannte Bauhausschüler war Mitarbeiter der dortigen Metallwerkstatt. Unklar ist aber, ob der ab 1931 von Kandem produzierte Entwurf Bestandteil der erwähnten Kooperation war und ob Bohrmann die Leuchte wirklich für Kandem entwarf. Die Pendelleuchte verwendet als Schirm einen Kegelstumpf aus gebürstetem Aluminium, der auf einem halbkugelförmigen Gegenstück beweglich gelagert ist. Auf diese Weise setzte Bohrmann mit einfachen Mitteln eine Pendelleuchte mit schwenkbarem Schirm um. Bis heute sind Pendelleuchten mit dieser Funktionalität eine Seltenheit. 
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                            <updated>2023-06-21T00:30:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Im Dienste einer Architekturikone: David Chipperfields Tisch für die Neue Nat...</title>
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                                            e15 bietet den von David Chipperfield für das Café der Neuen Nationalgalerie in Berlin entworfenen Massivholztisch nun auch als Serienprodukt an. Unter dem Namen Galerie wurde der elegant zurückhaltende Tisch auf dem diesjährigen Salone del Mobile in Mailand vorgestellt. Ab so...
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                 Die 1968 fertiggestellte Neue Nationalgalerie in Berlin ist das letzte große Projekt von Ludwig Mies van der Rohe, das zu seinen Lebzeiten vollendet wurde. Für die noch junge Bundesrepublik ist der Bau ein wichtiges Symbol für Mies‘ anhaltende Verbundenheit zu seinem Heimatland, nachdem der gebürtige Aachener 1938 in die USA emigrierte um der modernefeindlichen Stimmung im nationalsozialistischen Deutschland zu entfliehen. Zudem gilt die Neue Nationalgalerie als Ikone der klassischen Moderne und weist mit ihrem weit auskragenden Flachdach, ihrem freien Grundriss und ihrer gläserner Vorhangfassade typische Merkmale dieses von Mies van der Rohe entscheidend mitgeprägten Stils auf. 
 2012 erhielt David Chipperfield den Auftrag, diese Ikone der Moderne behutsam zu erneuern. Bereits zuvor hatte sich der britische Architekt mit feinfühligen Wiederherstellungen und Ergänzungen von Museumsbauten in Berlin empfohlen. Die Modernisierung der Neuen Nationalgalerie wurde 2021 mit ihrer Wiedereröffnung abgeschlossen. Im Zuge dieser Erneuerung entwarf David Chipperfield zur Möblierung des hauseigenen Cafés einen Tisch, der mit seiner schlanken und reduzierten Form den Charakter der Neuen Nationalgalerie widerspiegelt. Die weit überhängende Tischplatte kann dabei als Zitat des weit auskragenden Dachs des Museumsbaus gelesen werden. 
 Der aus massivem Eichenholz europäischer Herkunft gefertigte Tisch Galerie zeichnet sich durch seine schlanke und schlichte Formgebung aus. Seine flach ausgeprägte Tischplatte überragt an ihren Stirnseiten das Untergestell deutlich; an ihren Längsseiten nur geringfügig. Die leichte Zurücksetzung des Untergestells auch an den Längsseiten, lässt dieses gegenüber einer bündigen Konstruktion optisch in den Hintergrund treten. Die einzigen Bauteile des Untergestells, die klar in Erscheinung treten, sind die vier senkrecht stehenden Beine mit schlankem, quadratischem Querschnitt. 
 Der Tisch Galerie ist in zwei Varianten erhältlich, die sich in der Größe der Überhänge an den Stirnseiten der Tischplatte unterscheiden. Bereits bei der Variante mit kleineren Überhängen, sind diese jedoch schon beträchtlich. Die verfügbaren Tischlängen betragen in der Variante mit kleineren Überhängen 210, 270 und 330 cm; in der Variante mit größeren Überhängen 270, 330 und 390 cm. Die Tiefe der Tischplatten beträgt in allen Varianten 92 cm. Der Tisch Galerie ist wahlweise mit einer geölten Oberfläche, die die natürliche Färbung des Holzes zeigt, oder in einer schwarz lackierten Ausführung erhältlich. Auch in der lackierten Variante bleibt die gemaserte Holstruktur erkennbar. 
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            <title type="text">Richard Lampert Edition zum 70jährigen Entwurfsjubiläum des berühmten Eierman...</title>
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                                            2023 feiert die Firma Richard Lampert das 30jährige Firmenjubiläum, gleichzeitig wird das Eiermann-Tischgestell 70 Jahre alt. Diesen besonderen Anlass nutzt Richard Lampert für zwei besondere Jubiläumsauflagen, die auf 70 bzw. 30 Exemplare streng limitiert sind. Zusätzlich wir...
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                 Seit 30 Jahren ist nun die von Richard Lampert gegründete gleichnamige Firma aktiv und hat sich seitdem einen Namen für die Kollektion aus deutschen Designklassikern und unkonventionellen, aktuellen Entwürfen gemacht. Gleichsam feiert das wohl erfolgreichste Möbel der Kollektion in 2023 ein Entwurfsjubiläum: das Eiermann 1 Tischgestell wird 70 Jahre alt. Während der Milano Design Week präsentierte Richard Lampert in einer Galerie im Mailänder Stadtteil Brera die neue steng limitierte Edition. 
 Im Rampenlicht der temporären Ausstellung „ 30 Jahre Richard Lampert – 70 Jahre Eiermann Tischgestell“ &amp;nbsp;stand natürlich das Original Eiermann 1 Tischgestell. Zwei Varianten des Tisches stehen im Rahmen des 70-jährigen Bestehens zur Auswahl – in unterschiedlicher Größenausführung sowie in zwei besonderen Farbkombinationen. „Qyster“ und „Linen“. Die Edition verfügt über ein neuartiges Dickschichtfurnier&amp;nbsp;&amp;nbsp;der Holzmanufaktur Schotten &amp;amp; Hansen: das Holz wird mit einer eigens entwickelten Technologie porentief rein gewaschen und mit feinsten Pigmenten aus Erden oder Gesteinen eingefärbt. Ein Verfahren, das Farbbeständigkeit garantiert und Fleckenempfindlichkeit deutlich reduziert. Passend dazu ist die Pulverbeschichtung des Eiermann-Gestells abgestimmt. In der Kombination beider Gestaltungskomponenten ergibt sich eine limitierte Edition von 200 Eiermann 1 Tischen, die die pure Gestalt des Tischgestells mit in präziser Handwerkskunst gefertigten Tischplatten, einem modernen Farbkonzept und einer verantwortungsvollen Produktion einzigartig vereint. 
  Ein höhenverstellbarer Stehtisch nach dem Eiermann-Prinzip  
 Zusätzlich präsentierte Richard Lampert neben der „Limited Edition“ eine Weiterentwicklung der Tischgestell-Ikone. Aus der Feder des jungen Designers Tim Schütze stammt ein höhenverstellbares Modell des Eiermann 1 Tischgestells, das in Mailand als Prototypen direkt viel Zustimmung fand. Diesen archetypischen Klassiker guter Gestaltung als Ausgangspunkt für ein Seminar-Projekt zu nutzen, war neben Pragmatismus für Tim Schütze auch eine Hommage an das Erbe eines einflussreichen und international geschätzten Möbels. Inspiriert von der Funktionsweise von 3D-Druckern, die die Druckebene mithilfe von Spindeltrieben verstellen, kam dem Liebhaber des Eiermann 1 Tischgestells die Idee, die Ikone mit einer ähnlichen Mechanik an zeitgenössische Ansprüche eines Arbeitstisches anzupass 
  Über Egon Eiermann  
 Der Architekt Egon Eiermann galt als modern denkendes Original, als konsequenter Macher und genialer Pragmatiker. 1904 in der Nähe von Potsdam geboren und 1970 in Baden-Baden verstorben, ist er einer der bedeutendsten Gestalter des 20. Jahrhunderts und Erschaffer stilprägender Bauten und ikonischer Möbelentwürfe. Egon Eiermann realisierte konsequent seine Idee des Funktionalismus, er stand für Sachlichkeit und Leichtigkeit, es ging ihm stets um Ästhetik und nie um Gemütlichkeit. Der studierte Architekt und jahrzehntelange Universitätsprofessor war ein Meister darin, die Einzelteile seiner Architektur und Möbel freizulegen und ihnen Raum zu geben, um sie mit feiner Hand und gut ausgewählt zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Sichtbar bleibend und Identität bewahrend, verbindend und nur als Gemeinschaft ästhetisch wie funktional perfekt. Hinzu kam, dass er in der Lage war, sich auf Gegebenheiten einzulassen und mit den verfügbaren Mitteln Großes zu realisieren. 
  „Sind wir dazu da, immer etwas Neues zu machen, oder die Dinge, die bestehen, immer weiter zu vollenden?“  
 Aus dieser Denke heraus gestaltete er, eigentlich für die eigene Nutzung gedacht, 1953 das Eiermann 1 Tischgestell, das aus einem auf ein Minimum reduziertes und zunächst fest verschweißtes Stahlrohrgestell und einer losen Tischplatte bestand. Ein funktionales, mit einfachen Mitteln geschaffenes Möbel, das in seinem Umfeld schnell große Beliebtheit genoss. Über Jahrzehnte nicht produziert, nahm Richard Lampert den Originalentwurf Ende der 1990er Jahre mit den von der Familie Eiermann übertragenen, alleinigen Herstellerrechten und unter dem Namen  Eiermann 1 Tischgestell  in die Kollektion.&amp;nbsp; 
  Über &amp;nbsp;Tim Schütze  
 &amp;nbsp;Tim Schütze ist ein junges Gestaltertalent, das durch die handwerkliche Metall- und Holzbearbeitung sowie das künstlerische Schaffen innerhalb der Familie sehr früh Zugang zur Kreativität fand. 1997 in Hamburg geboren und in der Nähe aufgewachsen, absolvierte er zunächst ein Bachelor of Arts-Studium in Industrial Design an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und befindet sich derzeit im Abschluss seines Masterstudiums am Institut für Design &amp;amp; Social Context der Universität der Künste Berlin. Allerdings kam – eher unerwartet – etwas dazwischen: Er erhielt in einem Technologie-Seminar die Aufgabe, ein Möbelkonzept basierend auf Bewegungsmechanismen zu entwickeln. Inspiriert von der Funktionsweise von 3D-Druckern, die die Druckebene mithilfe von Spindeltrieben verstellen, kam dem Liebhaber des Eiermann Tischgestells die Idee, die Ikone mit einer ähnlichen Mechanik an zeitgenössische Ansprüche eines Arbeitstisches anzupassen.  „Ich habe mich nicht von der ‚Aura‘ des Eiermann 1 Tischgestells einschüchtern lassen“  so Tim Schütze über seine Arbeit. 
 Diesen archetypischen Klassiker guter Gestaltung als Ausgangspunkt für sein Seminar-Projekt zu nutzen war neben Pragmatismus für Tim Schütze auch eine Hommage an das Erbe eines einflussreichen und international geschätzten Möbels. Ein erstes realisiertes Produkt, das Großes verspricht – und gleichzeitig die Weiterentwicklung einer Designikone, die die gleiche Sprache von Verständlichkeit, Transparenz und Funktionalität wie seine originale Vorlage referiert. Und ein Möbel, das wunderbar in die Richard Lampert Kollektion und zur Denke von Egon Eiermann passt, der Produkte immer aus ihrer Ästhetik und Funktion heraus dachte und entwickelte. 
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                            <updated>2023-04-26T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Rest in Peace Günter Beltzig!</title>
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                                            Wie wir gestern erfahren haben, ist der deutsche Designer und Kunststoffpionier Günter Beltzig am 26. Dezember 2022 verstorben.....
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                 Zusammen mit seinen Brüdern gründete der&amp;nbsp; Günter Beltzig im Jahr 1966 in Wuppertal die Firma Beltzig Design. Hier sollte er Designgeschichte schreiben: Denn 1968 entwarf er den einmaligen Stuhl Floris, der durch seine Formgebung zu einem der unglaublichsten Möbeln der 1960er Jahre wurde. Die Firma Beltzig Design wurde so schnell sehr bekannt, der finanzielle Erfolg blieb aber aus - der Entwurf war einfach damals zu unkommerziell. Heute befindet sich der Stuhl in allen wichtigen Designmuseen weltweit - vom Museum of Modern Art in New York bis zum Vitra Design Museum. Erfolgreich dagegen wurden später Günter Beltzigs zahlreiche Entwürfe für Kinderspielgeräte. Neben&amp;nbsp;Luigi Colani zählt Beltzig heute zu den wichtigsten deutschen Entwerfern der 1960er und 70er Jahre. 
 2012 veranstalteten wir im Rahmen der Passagen zur Möbelmesse eine Ausstellung über sein Werk, wo wir&amp;nbsp;Günter Beltzig als Gast mehrfach begrüssen durften. Wir lernten ihn als einen großen Visionär kennen, der privat ein ganz bescheidener Mensch war.&amp;nbsp;Günter Beltzig wird uns fehlen. 
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                            <updated>2023-01-04T00:30:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Jan Bontjes van Beek Ausstellung im Markanto Depot</title>
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                                            Ab Freitag präsentieren wir unsere neue Ausstellung über den Keramiker Jan Bontjes van Beek. Unter dem Titel „Vom Unikat zur Serie“ werden sowohl Einzelstücke als auch industriell gefertigte Objekte nach Entwürfen von Bontjes van Beeks gezeigt. Die Exponate stammen dabei aus d...
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                 1899 als Sohn niederländischer Eltern im dänischen Vejle geboren, wuchs Jan Bontjes van Beek in Uerdingen am Niederrhein auf, wo er ab 1905 die Volksschule und anschließend das Realgymnasium besuchte. 1907 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Nachdem Bontjes van Beek während des Ersten Weltkriegs in der Marine gedient hatte, lebte er 1919 für einige Monate in der Künstlerkolonie Worpswede auf dem Hof von Heinrich Vogeler. Neben Künstlern, wie Hans-Heinz Stuckenschmidt oder Otto Modersohn, lernte er in Worpswede auch die Ausdruckstänzerin Olga Breling, Tochter des Malers Heinrich Breling, kennen, die er noch im selben Jahr auf Tournee begleitete und im Folgejahr heiratete. Das Paar ließ sich unweit von Worpswede, ebenfalls bei Bremen gelegenen Ort Fischerhude in der dortigen Künstlerkolonie nieder und bekam drei Kinder: Mietje, Cato und Tim. In den Jahren 1921 und 1922 absolvierte Jan Bontjes van Beek bei Valentin Frank in Undenheim bei Mainz eine Ausbildung zum Töpfer und baute anschließend gemeinsam mit seiner Schwägerin, der Bildhauerin Amelie Breling, in Fischerhude eine Töpferwerkstatt auf. In der Folgezeit arbeitete Bontjes van Beek in seiner Werkstatt in Fischerhude, unterbrach die dortige Arbeit jedoch immer wieder für Studienaufenthalte im In- und Ausland, etwa im Berliner Seger-Institut, in Prag, in Sèvres und im Atelier Bourgeois in Paris. 1932 wurde er von dem Architekten Fritz Höger, bekannt für das Hamburger Chilehaus, beauftragt, Keramiken für eine von Höger entworfene Kirche in Berlin zu fertigen. Hierzu ließ sich Bontjes van Beek vorübergehend in dem Ort Velten bei Berlin nieder – einem traditionellen Zentrum der keramischen Industrie mit reichen Tonvorkommen. In Berlin lernte Bontjes van Beek die Innenarchitektin Rahel-Maria Weisbach kennen, die er 1933, nach der Scheidung von Olga Breling, heiratete. Das Paar ließ sich in Berlin nieder und bekam vier Kinder, darunter die Photographin und Journalistin Digne Meller-Marcovicz. In Charlottenburg baute Bontjes van Beek erneut eine Keramikwerkstatt auf. 
  Schicksalsschlag im Dritten Reich   
 Nicht nur aufgrund der jüdischen Abstammung seiner zweiten Ehefrau kam Jan Bontjes van Beek in der Folgezeit in Konflikt mit dem Nazi-Regime. Über ihn erhielt seine Tochter Cato Zugang zum Freundeskreis um Harro Schulze-Boysen, einer Gruppe von Widerstandskämpfern, die der sogenannten Roten Kapelle zugerechnet wird, und schloss sich der Gruppe an. Als Teil der Widerstandsbewegung druckte und verteilte Cato Bontjes van Beek regimekritische Flugblätter und verteilte sie in der Bevölkerung. Cato wurde im Jahr 1942 gemeinsam mit ihrem Vater von der Gestapo festgenommen. Während man Jan Bontjes van Beek nach drei Monaten Haft wieder entließ, wurde Cato weiter gefangen gehalten und 1943 hingerichtet. 
   
  Abbildung: Jan&amp;nbsp;Bontjes van Beek in den 1950er Jahren (Copyright&amp;nbsp;Jan-Barent Bontjes van Beek)  
  Nach dem Zweiten Weltkrieg   
 Nach dem Zweiten Weltkrieg, seine Werkstatt in Charlottenburg war durch einen Bombenangriff zerstört, begann Jan Bontjes van Beek eine Lehrtätigkeit an der Hochschule für freie und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, die er von 1947 bis 1950 außerdem als Direktor leitete. Weil er sich dort in seiner Arbeit von staatlichen Stellen reglementiert fühlte, legte er die Arbeit an der Hochschule ab und konzentrierte sich stattdessen auf die industrielle Fertigung. Von 1950 bis 1953 baute er für Alfred Ungewiß in Dehme bei Bad Oyenhausen die Serienfertigung des Keramischen Werks Dr. Alfred Ungewiß auf. Gleichzeitig erstellte er sowohl für Ungewiß als auch für Rosenthal Entwürfe. Nachdem er 1953 als Direktor der Berliner Meisterschule für das Kunsthandwerk in den Lehrbetrieb zurückkehrte, blieb er Alfred Ungewiß weiterhin als Berater und Designer verbunden. Außerdem fertigte er in der dortigen Werkstatt noch bis 1967 immer wieder auch Unikate. Von 1960 bis 1966 leitete er als Dozent an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg die dortige Keramikklasse. Stilistisch sind seine Werke, insbesondere die Entwürfe für die Serienfertigung, aus den 1950er und 1960er Jahren geprägt vom zeittypischen Charme: monochrom, organisch, zurückhaltend. Jan Bontjes van Beek war von 1954 bis 1960 Vorstandsmitglied des deutschen Werkbunds, und anschließend Mitglied des deutschen Kunstrats. 1964 wurde er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, 1965 erhielt er den großen Kunstpreis der Stadt Berlin und wurde Mitglied der Académie Internationale de la Céramique in Genf. Jan Bontjes van Beek starb 1969 in Berlin. 
 Den Fokus der Kölner Ausstellung bilden seine Serienentwürfe für Rosenthal und Dr. Alfred Ungewiß. Mehrere handwerklich gefertigte Einzelstücke, die zeitlich seine gesamte Schaffenszeit umfassen, bilden zudem die Breite seines Werks ab. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! 
  Ort: Markanto Depot, Mainzer Straße 26, 50678 Köln   ab 24. September (Im Rahmen von Veedelliebe) bis 31. Dezember 2022   Öffnungszeiten: Samstags von 11.00 bis 16.00 Uhr und nach Vereinbarung   
 Bisherige Ausstellungen von Jan Bontjes van Beek&amp;nbsp;(Auswahl): 
 
 1925 Hamburg, Erste Verkaufsausstellung in den Räumen des Architekten Fritz Höger 
 1926 München, Neue Sammlung, „Alte und neue Keramik” 
 1931 Paris, Galerie Rouard 1936 London, Leicester, Galleries, Gemeinschaftsausstellung mit Henry Moore 
 1935-42 Leipzig, Grassi-Museum, Ausstellungen zur Messe 
 1937 Berlin, Galerie Nierendorf (Einzelausstellung) 
 1947 Berlin, Galerie Gerd Rosen (Einzelausstellung) 
 1954 Mailand, X. Triennale Essen, Museum Folkwang 
 1959 Berlin, Deutscher Werkbund, Werkstoff Porzellan 
 1964 Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe (Einzelausstellung) München, Neue Sammlung (Einzelausstellung) 
 1964/65 Berlin, Kunstgewerbemuseum (Einzelausstellung) 
 1976 Kyoto, National Museum of Modern Art 
 1977/78 Berlin, Akademie der Künste (Einzelausstellung) Düsseldorf, Hetjens-Museum (Einzelausstellung) 
 1999 Gera, Museum für Angewandte Kunst “zum 100sten“(Einzelausstellung) 
 
 &amp;nbsp; 
 Wir bedanken uns bei&amp;nbsp;Jan-Barent Bontjes van Beek für die Unterstützung und bei Marc Casseborn für die Leihgabe! 
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                            <updated>2022-09-20T00:30:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Kleine Objekte mit Geschichte: Keramiken von Otto Lindig</title>
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                                            Die beiden kleinen Vasen des Bauhäuslers Otto Lindig entdeckten wir vor einem halben Jahr in einem Social-Media-Kanal. Interessant war bei der dunkelroten Vase vor allem die Signatur 1938/39, die es laut der Literatur so nie gegeben hat. Daher war es zuerst unklar, ob diese Va...
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                 Während die 8,5 cm hohe beige-farbige Vase eindeutig als Entwurf von Otto Lindig anhand der unterseitigen Signatur (Ausführung Liebefriede Bernstiel um 1939/40) sofort&amp;nbsp;identifiziert werden konnte, stellte uns die dunkelrote Vase vor einem Rätsel. Denn zu einem war die Vase nicht von unten – wie bei Otto Lindig üblich – mit einer Signatur geritzt sondern handgemalt, zum anderen war das berühmte OL Signet unvollständig, schlecht leserisch und auch die Jahresangabe 1939/39 nicht nachvollziehbar. Denn laut dem Buch „ Otto Lindig der Töpfer, 1990, Museen der Stadt Gera”  gab es eine ähnlich große Signatur (aber auch geritzt) zwischen 1931 bis 1935 bei den sogenannten Jahresgaben, aber nicht 1938 oder 1939. Hintergrund dieser Jahresgaben war damals die Armut des Töpferateliers von Otto Lindig und seiner Mitarbeiter. Nachdem Lindig 1925 die Töpferwerkstatt des Bauhaus in Dornburg als Lehrwerkstatt der Staatlichen Bauhochschule Weimar bis 1930 erfolgreich weitergeführt hatte, kam es ohne die staatliche Unterstützung als Lehrbetrieb zu einer Verschlechterung der Auftragslage. In dieser Not gründete Otto Lindig und Freunde den Verein „Freunde der Domburger Keramik”, für eine Geldspende von 10 Reichsmark (teilweise wurde wohl auch mit Sachspenden wie Brot gezahlt) erhielten die Mitglieder einmal im Jahr dann eine sogenannte Jahresgabe. 1931/32 erhielten sie so eine Deckeldose, 1932/33 einen Teller, 1933/34 die Bauhaus-Kaffeekanne L und 1934/35 die hohe Vase (siehe unten). Aber laut der Literatur wurden diese Jahresgaben dann wohl eingestellt, es waren keine weiteren Präsente für die Freunde der Domburger Keramik bekannt. Hintergrund dürfte unter anderem sein, dass Otto Lindig 1937 für eine besonders große Vase den Grand Prix zur Weltausstellung in Paris erhielt und so international noch bekannter wurde, was die Auftragslage der Töpferei erheblich verbesserte. 
 War daher unsere dunkelrote Keramik eine Fälschung? Es begann eine spannende Recherche... Unsere erste Ansprechpartnerin war natürlich Christiane Bernstiel, die Tochter von Otto Lindig, die heute sein Erbe und das ihrer Mutter Liebfriede Bernstiel verwaltet. Gleichzeitig ist&amp;nbsp;Christiane Bernstiel selbst eine bedeutende Töpferin, auf unserer Internetseite finden Sie einige ihrer Arbeiten. Aber auch ihr war diese seltsame Signatur und die Jahreszahl 1938/39 unbekannt. Anschließend fragten wir beim Bauhaus Archiv in Berlin nach, aber auch dort konnten wir keine weiteren Informationen erhalten. Der nächste Schritt war eine Anfrage bei dem erst vor kurzem gegründeten&amp;nbsp;Bauhaus-Werkstatt-Museum Dornburg, aber dort konnte auch niemand etwas zur Signatur der Vase sagen. Aber in Dornburg erhielten wir den entscheidenen Tipp, das Keramikmuseum in Bürgel zu kontaktieren. Dort waren wir endlich erfolgreich - denn in der Sammlung befand sich eine identische Vase mit dieser Zeichensignatur und den Jahresangaben, die bereits vor ewigen Zeiten inventarisiert wurde. Ein Vergleich der beiden Vasen ergab, dass beide Keramiken von Otto Lindig stammen und dass es die sogenannten Jahresgaben anscheinend nochmals im Jahr 1938/39 gegeben hat. Die bisherigen Angaben in der Fachliteratur waren einfach unvollständig. Aber wieviele dieser Vasen damals angefertigt wurden und warum die Jahresgaben nochmals aufgelegt wurden, ist bis heute ungeklärt. 
 Die beiden Vasen haben wir nach der umfangreichen Recherche behalten, sie werden nicht zum Verkauf angeboten (aber gerne als Leihgabe). Aber in unserem Vintage-Bereich unserer Internetseite finden Sie zahlreiche weitere originale Objekte, die auf ihre Entdeckung warten.... 
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                            <updated>2022-08-15T01:00:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Ein Traum in Marmor: Onyx von e15</title>
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                                            Im Rahmen der Premiumkollektion SELECTED präsentiert die Marke e15 aus Frankfurt den kostbaren, kristallinen Onyx-Marmorstein in zwei Farbvarianten. Erhältlich ist der Marmor für den Hiroki Esstisch, den Tore Beistelltisch und die beiden Stop Buchstützen
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                 Erstmalig wurde der neue Onyx-Marmor von e15 während der  Mailänder Design Week  2022 präsentiert, wir selbst konnten den Mineralstein eine Woche später während der  3 Weeks of Design  in Kopenhagen bestaunen, wo Philipp Mainzer höchstpersönlich die neuen Objekte vorstellte. Der aus Zentralasien stammende kristalline Stein ist ein Traum! Zur Wahl steht dabei im Rahmen der e15 SELECTED Kollektion der Onyx-Marmor Fantastico mit seinem Farbverlauf oder der honigfarbige Onyx-Marmor Honey. Allerdings ist dieser Mineralstein recht selten zu finden und entsprechend kostspielig. Da die Kontigente des Onyx auch begrenzt sind, ist aktuell unklar, wie lange der&amp;nbsp;Stein Bestandteil der e15 Kollektion sein wird. Erhältlich ist der Marmor für den Hiroki Esstisch von Philipp Mainzer, den kleinen Tore Beistelltisch von David Thulstrup und die beiden e15 Stop Buchstützen. 
 Zusätzlich zeigte e15 auf beiden Messen Entwürfe des isländischen Designers Jonas Lutz sowie die Gamar Kollektion des dänischen Architekturstudios Spacon &amp;amp; X, bestehend aus Stuhl, Hocker und Garderobenständer. Diese Kollektion entstand für das Interior-Konzept des Burger-Restaurant Popl, einem Ableger des berühmten Noma-Restaurants, welches regelmässig als das weltweit beste Restaurant ausgezeichnet wird. Im Rahmen des Corona-Lockdowns 2020 entstand zusätzlich das Popl&amp;nbsp;(abgeleitet vom lateinischen Wort populus – Gemeinschaft) als Takeaway. Anschließend wurde die Räumlichkeiten im malerischen Stadtteil Christianshavn als hochwertiges Burger-Restaurant von Spacon &amp;amp; X umgesetzt. Dabei diente das Konzept der Izakaya – traditionelle japanische Kneipe –&amp;nbsp; als Leitlinie für die Gestaltung der Räumlichkeiten.&amp;nbsp; „Wir bewundern wir die Noma-Gruppe: Von den einzelnen Zutaten bis hin zum ganzheitlichen Erlebnis – in jedem Element steckt eine große Liebe zum Detail. So haben wir uns auch der Gestaltung der Räumlichkeiten genähert – und der Entwicklung der maßgefertigten Möbel. Wir wollten eine warme und einladende Atmosphäre schaffen: Attribute, für die die noma-Gruppe so bekannt ist.“ &amp;nbsp;Malene Hvidt, Architektin und Partnerin bei Spacon &amp;amp; X. Bei einem Besuch im Popl anlässlich der 3 Days of Design 2022 konnte sich das Markanto Team übrigens von der Qualität der Burger selbst überzeugen und kann das Restaurant sehr empfehlen (am besten vorab reservieren)! 
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                            <updated>2022-06-23T00:30:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Markanto unterstützt die Berliner Gedächtniskirche von Egon Eiermann</title>
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                                            Die Umgestaltung des Foyers der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin-Charlottenburg unterstützten wir mit zwei SB 38 Barhocker des Herstellers Wilde + Spieth. Der Entwurf dieser klassischen Hocker stammt von Egon Eiermann – dem Architekten der Gedächtniskirche.
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                 Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde ursprünglich am 1. September 1895 eingeweiht. Die evangelische Kirche nach Entwurf des Architekten Franz Schwechten entstand im Auftrag von Kaiser Wilhelm II zum Gedenken an seinen Großvater Kaiser Wilhelm I. Bemerkenswert ist, dass der aus Köln stammende Schwechten sich für seinen neoromanischen Entwurf an rheinischen Vorbildern orientierte. Insbesondere zum Bonner Münster wies die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche eine deutliche Ähnlichkeit auf. Als Baumaterial wurde Tuffstein aus der Eifel angeliefert – ein in Brandenburg vollkommen unübliches Gestein. Mit einer Höhe von 113 Metern war der Turm der Gedächtniskirche der höchste der damals noch eigenständigen Stadt Charlottenburg. 
 Nachdem die Gedächtniskirche im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde, entschied man sich in den 1950er Jahren gegen einen Wiederaufbau und beschloss lediglich die Turmruine zu erhalten, den Rest des angeschlagenen Bauwerks jedoch zu beseitigen. Ein für den Neubau einer modernen Gedächtniskirche ausgeschriebener Wettbewerb wurde 1957 von Egon Eiermann gewonnen. Eiermann zählt zu den prägenden deutschen Architekten der Nachkriegsmoderne und ist heute etwa auch für die Frankfurter  Olivetti-Hochhäuser , das als  Langer Eugen  bekannte und heute von den Vereinten Nationen genutzte Bonner Abgeordnetenhaus, oder für Kaufhäuser des Unternehmens  Horten  bekannt, bei denen er zugunsten einer sogenannten Kettenhemdfassade auf Fenster verzichtete. Der nach seinem Entwurf umgesetzte Neubau der Gedächtniskirche besteht aus vier Gebäudeteilen, die die nunmehr als Mahnmal fungierende Turmruine zum Gebäudeensemble ergänzen und mit diesem gemeinsam die Platzfläche des Breitscheidplatzes dominieren. 
 Die beiden herausragendsten Bauteile der Eiermann-Kirche sind dabei der schlanke Campanile auf sechseckigem Grundriss und die Kirche selbst – auf achteckigem Grundriss mit angefügter Chornische im Osten. Aufgrund ihrer Proportionen erhielten diese beiden Gebäudeteile die Spitznamen Lippenstift und Puderdose. Weniger auffällig sind zwei eingeschossige Bauwerke auf rechteckigen Grundrissen: eine Kapelle und das Foyer der Kirche, das dieser im Westen vorgelagert und durch einen Verbindungsgang angeschlossen ist. Alle Gebäudeteile sind mit identischen Betonteilen verkleidet, die durch ihre kleinteilig-quadratische Rasterung an Glasbausteine erinnern. Zum überwiegenden Teil sind die Innenflächen des Rasters mit Fenstern des französischen Künstlers Gabriel Loire verglast. Die vorwiegend in blauen Tönen gehaltene Verglasung lässt im Innenraum einen bemerkenswerten Effekt entstehen: das Raster tritt optisch in den Hintergrund und die Wände lösen sich fast vollständig in eine kontinuierliche, vom Tageslicht hinterleuchtete Fensterfläche auf. Umgekehrt erscheint die Gedächtniskirche bei Nacht im Außenraum ebenfalls blau leuchtend. 
 Für Egon Eiermann, der neben seiner Tätigkeit als Architekt auch als Möbeldesigner aktiv war, lag es nahe, zur Ausstattung seiner Gebäude Möbel nach eigenem Entwurf zu verwenden oder eigens passende Möbel zu entwerfen. So ließ er für die Berliner Gedächtniskirche Stühle anfertigen, die sich nicht nur bestens in den Raumeindruck des Gebäudes einfügen, sondern mit der sichtbaren Anbringung ihrer Polstergurte ein charakteristisches und reizvolles Merkmal aufweisen. Als für die geplante Umgestaltung des Foyers Barhocker benötigt wurden, war es für die Stiftung-Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche klar, dass nur das von Egon Eiermann entworfene Modell SB 38 in Frage kommt. Den minimalistischen Hocker mit schlankem Stahlrohrgestell und runder Sitzfläche aus Holz entwarf der Architekt 1952 als Teil einer Serie, die auch den flachen Stapelhocker S 38 umfasst. Bis heute werden beide Modelle von Wilde + Spieth hergestellt. Als die Stiftung sich mit der Bitte um die Spende zweier SB 38 Barhocker an Markanto wandte, war es für uns Ehrensache, diesem Wunsch nachzukommen. 
 Das Foyer der Kirche erfüllt zahlreiche Aufgaben, die mit dem Empfangen von Kirchenbesuchern in Zusammenhang stehen. Während der Öffnungszeiten der Kirche sind dort ehrenamtliche Mitarbeiter anwesend, es werden Informationsmaterialien und Gesangsbücher bereitgehalten, Spenden für den Erhalt des Bauwerks entgegengenommen und die Augen der Besucher haben Gelegenheit, sich an die relativ dunklen Lichtverhältnisse im Innenraum zu gewöhnen. Im Rahmen der Umgestaltung wurde unter anderem eine digitale Spendensäule in den Raum integriert, die es erlaubt, Spenden jetzt auch bargeldlos zu tätigen. Teil der neuen Raumgestaltung, die am 16. Dezember 2021 – einen Tag vor dem sechzigsten Jubiläum der Einweihung der Kirche – der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, sind außerdem zwei dunkelblaue Majolikavasen, die Egon Eiermann für die Gedächtniskirche entworfen hat, die aber seit langer Zeit nicht mehr öffentlich zu sehen waren. Mit einer Höhe von 140 Zentimetern und einem Durchmesser von 40 Zentimetern weisen die zylindrischen Vasen imposante Ausmaße auf und bringen die Farbtiefe ihrer Glasur hervorragend zur Geltung. In nicht allzu ferner Zukunft werden uns diese Vasen erneut beschäftigen. Seien Sie gespannt! 
  Abbildung:&amp;nbsp;Gerald Zabel  
 &amp;nbsp; 
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                            <updated>2022-02-01T00:15:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Nach neunzig Jahren erstmals wieder in Serie erhältlich: Drei Stühle von Eric...</title>
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                                            Das Wiener Unternehmen Typ präsentiert mit der Dieckmann Kollektion drei Stühle nach Entwürfen des Bauhausschülers Erich Dieckmann. Ab sofort sind diese Stühle bei Markanto erhältlich.
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                 Der 1896 geborene Erich Dieckmann studierte ab 1921 am Bauhaus und absolvierte dort gleichzeitig eine Lehre als Tischler. 1923 entwarf er die Einrichtung für das sogenannte Zimmer des Herrn im Musterhaus am Horn. Im Folgejahr wurde Dieckmann auf Betreiben von Walter Gropius von der Handwerkskammer vorzeitig zur Gesellenprüfung zugelassen. Bereits 1925 übernahm er die Leitung der Tischlerwerkstatt am Bauhaus – in dieser Funktion war er der unmittelbare Nachfolger von Marcel Breuer. Beim Umzug des Bauhaus nach Dessau blieb Dieckmann in Weimar und arbeitete weiter in derselben Werkstatt, die ab 1926 in die Staatliche Hochschule für Handwerk und Baukunst zu Weimar integriert wurde. Nach unserer Meinung war Erich Dieckmann neben Marcel Breuer der wichtigste Möbelentwerfer am Bauhaus, typisch für ihn sind nüchtern-sachliche Typenmöbel, die auf würfel- und quaderförmigen Basisformen beruhen und teils modular konzipiert sind. 
 Das Wiener Unternehmen TYP hat nun drei Stühle nach Entwürfen von Erich Dieckmann aufgelegt. Die um 1930 entworfenen Sitzmöbel werden erstmals in Serie hergestellt. Die Fertigung führt TYP in Italien aus. 
 Am klarsten in seiner Formensprache ist der&amp;nbsp; Typenstuhl D1  (Abbildung links). Sein aus Hölzern mit Vierkantprofil gefügter Rahmen setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Einer Basis und einer Art Sitzschale. Die Basis ist annähernd würfelförmig und besteht aus den vier senkrecht stehenden Beinen, die im unteren Bereich an drei Seiten mit Streben verbunden sind. Die hinteren Beine überragen das Niveau der Sitzfläche dabei deutlich. Die Sitzschale besteht aus der Sitzfläche, aus zwei sanft geschwungenen Brettern, die die Rückenlehne bilden, sowie aus zwei Streben, die Sitzfläche und Rückenlehne verbinden. Auf der Basis ist die Sitzfläche leicht nach hinten geneigt montiert, was dem Stuhl insgesamt ein markantes Erscheinungsbild verleiht. 
 Der Typenstuhl D1+ ist mit dem beschriebenen Stuhl weitgehend identisch, unterscheidet sich jedoch dadurch, dass er Armlehnen besitzt. Diese sind vollkommen rechtwinklig ausgebildet und werden von den vier Stuhlbeinen getragen, die sich bei diesem Modell vorne auf das gleich hohe Niveau fortsetzen wie hinten. Sie verleihen dem D1+ eine noch stärker kubische Anmutung als dem Modell D1. Ein weiteres reizvolles Detail ist die Fingerzinkung, die der Verbindung von Beinen und Armlehne dient. 
 Am dynamischsten kommt das Modell D2 daher. Es verzichtet sowohl auf Armlehnen als auch auf die Querstrebe zwischen den Hinterbeinen. Diese sind schräggestellt, setzen oben nicht an der Hinterkante des Stuhls, sondern etwas weiter vorne an und überragen die Sitzfläche nicht. Die beim Modell D2 waagerechte Sitzfläche liegt direkt auf der Basis auf. Die Rückenlehne, die bei diesem Modell von einem einzigen, nicht gewölbten Brett gebildet wird, wird von zwei Streben getragen, die – in umgekehrter Richtung zu den Hinterbeinen – schräggestellt sind. 
 Alle drei Stühle werden in Eschen- oder Eichenholz, sowie einer optional für den Außenbereich geeigneten Variante aus Robinienholz angeboten. Die Varianten aus Eschenholz sind auch farbig gebeizt erhältlich. Die Modelle D1 und D1+ sind optional mit Sitzpolster oder mit einer Sitzfläche aus Wiener Geflecht verfügbar. 
 Update: Leider hat TYP 2025 Insolvenz angemeldet, auch wir sind von Zahlungsausfällen betroffen. 
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                            <updated>2022-01-06T00:15:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Backenzahn Black Edition 2021 von e15</title>
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                                            Zum 25. Entwurfsjubiläum des Backenzahn Hockers von Philipp Mainzer legt e15 den deutschen Designklassiker in einer komplett schwarzen Version als Beistelltisch im Rahmen der e15 SELECTED SERIE auf.
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                 1996 entwarf&amp;nbsp;Philipp Mainzer den Hocker in Form eines&amp;nbsp;Backenzahns, die Idee dazu entstand aus den Holzresten seines Bigfoot Tisches. Im Laufe der Zeit wurde der Hocker für e15 - genau wie der Tisch - zu einem sehr wichtigen Produkt und quasi zu einer Art Erkennungszeichen der Marke auf Frankfurt. Immer wieder wurde der&amp;nbsp;Backenzahn Hocker leider auch nachgemacht - e15 verfügt über eine ganze Sammlungvon Fälschungen. 
 Nun legte e15 den Backenzahn Beistelltisch in einer schwarzen Variante als Sonderedition auf. Dabei wird in Handarbeit eine Gerbsäure-Reaktion im Eichenholz des Beistelltischs ausgelöst – ein alchemistischer Prozess mit einer eigens dafür hergestellten Lösung auf natürlicher Basis. Als Teil der E15 SELECTED Kollektion ist der Designklassiker so in einem mattem Schwarz verfügbar. Zusätzlich verfügt die Black Edition über einen Brandstempel. 
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                            <updated>2021-11-02T00:30:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Das neue Farbkonzept von Wilde + Spieth für die Egon Eiermann Stühle</title>
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                                            Zum 1. September 2021 präsentiert Wilde + Spieth den SE 68 von Egon Eiermann in neuen Farben. Zusätzlich ist der deutsche Designklassiker nun als Standard mit einer Sitz-und Rückenfläche in Eiche- und Nussbaumfurnier erhältlich.
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                 Wilde + Spieth hat das Farbkonzept für zahlreiche Eiermann Stühle überarbeitet – die deutschen Designklassiker wie der&amp;nbsp;SE 68 Mehrzweckstuhl&amp;nbsp;kommen nun gebeizt&amp;nbsp; in verschiedenen frischen RAL-Farben. Zusätzlich sind verschiedene Modelle nun als Standard in Eiche- und Nussbaumfurnier erhältlich (dies war leider nicht immer so). 
 Bereits seit 73 Jahren fertigt&amp;nbsp; Wilde + Spieth &amp;nbsp;nun die Möbelentwürfe des deutschen Architekten, 1948 begann die fruchtbare Zusammenarbeit. Der erste Stuhl war dabei der sehr beachtete dreibeinige Formholzstuhl SE 42 - Deutschlands erster moderner Stuhlentwurf nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei waren diese Möbel wohl noch von den Entwürfen von Charles und Ray Eames inspiriert, ob Egon Eiermann die Möbelentwürfe aus den USA damals kannte, ist bis heute unklar. Überliefert ist seine Aussage, dass er die Arbeiten des amerikanischen Ehepaars nicht kannte... Besonders mit dem Stuhl SE 42 gelang ihm ein ähnlicher Entwurf wie bei den Eames Möbeln der Plywood Group. Aber mit dem elementaren Unterschied, dass Egon Eiermann einen stabilen (und formschönen) dreibeinigen Stuhl entwickelte. Auch die Eames experimentierten mit dreibeinigen Stühlen, aber kein Exemplar schaffte es über den Prototyp hinaus. 
 Auch der sehr erfolgreiche Mehrzweckstuhl SE 68 ist unseres Erachtens von dem Eames Stuhl DCM inspiriert. Der Unterschied liegt aber in der Konstruktion, denn während die Eames die Holzschalen und das Metallgestell mittels der Shockmount-Technologie unsichtbar verbanden, entschied Egon Eiermann sich für Schraubenverbindungen, die bei Sitz und Schale sichtbar sind. Der Erfolg gab ihm Recht, in den 1950er Jahren entwickelte sich der SE 68 zu einem der erfolgreichsten Stühle Deutschlands. Auch heute ist das Modell wesentlich erfolgreicher (zumindest in Deutschland und Dänemark) als die amerikanische Version des Schichtholzstuhls aus Formsperrholz. 
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                            <updated>2021-09-01T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Das Ergebnis unserer Summer Sale Aktion: EURO 5.000 für die Opfer der Flutkat...</title>
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                                            Im Rahmen unseres diesjährigen Summer Sales konnten wir nun EURO 5.000,00 an die Opfer der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz spenden....
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                 Wir freuen uns sehr, mitzuteilen, dass durch unseren diesjährigen Summer Sale mit Spendenaktion (siehe weiter unten) zu Gunsten der Opfer der Flutkatastrophe nun EURO 5.000,00 an Spendengeldern zusammengekommen sind! Das Geld wird an verschiedene gemeinnützige Organisationen&amp;nbsp;in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gespendet. Wir bedanken uns bei allen Kunden für die Unterstützung! 
 Das Foto aus Ahrweiler stammt übrigens von einem betroffenen Geschäftspartner... 
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                            <updated>2021-08-17T00:15:00+02:00</updated>
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