Erich Dieckmann (1896 - 1944)

Der im heute polnischen Ort Kauernik geborene Erich Dieckmann studierte auf Empfehlung von Gehard Marcks ab 1921 als Stipendiat am Bauhaus in Weimar und absolvierte dort gleichzeitig eine Lehre als Tischler. 1923 entwarf er die Einrichtung für das sogenannte Zimmer des Herrn im Musterhaus am Horn. Im Folgejahr wurde Dieckmann auf Betreiben seines Mentors Walter Gropius von der Handwerkskammer vorzeitig zur Gesellenprüfung zugelassen. Bereits 1925 übernahm er die Leitung der Tischlerwerkstatt am Bauhaus – in dieser Funktion war er der unmittelbare Nachfolger von Marcel Breuer. Typisch für Erich Dieckmann sind nüchtern-sachliche Entwürfe, die auf würfel- und quaderförmigen Basisformen beruhen und teils modular konzipiert sind. Obwohl eine industrielle Fertigung – wie für das Bauhaus typisch – mitgedacht wurde, sind sie überwiegend in Massivholz gefertigt und verwenden weitgehend traditionelle Fügetechniken.

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Erich Dieckmann und die Staatliche Hochschule für Handwerk und Baukunst zu Weimar 

Mit dem Umzug des Bauhauses nach Dessau noch im selben Jahr, blieb Dieckmann in Weimar und arbeitete weiter in derselben Werkstatt, die ab 1926 in die Staatliche Hochschule für Handwerk und Baukunst zu Weimar integriert wurde. Gleichzeitig stand er aber weiterhin in Kontakt mit seinen Kollegen am Bauhaus. Die zweite Hälfte der 1920er Jahre wurde für Dieckmann zu seiner produktivsten Schaffensperiode. In dieser Zeit entwarf er Möbel im Auftrag zahlreicher namhafter Kunden. So entwarf er die Ausstattung des Arbeits- sowie des Schlafzimmers von Wilhelm Wagenfeld und gestaltete für den Bauhaus-Förderer Otto Bamberger die gesamte Einrichtung der Villa Sonnenhaus im oberfränkischen Lichtenfels. Für den von Ludwig Mies van der Rohe entworfenen Wohnblock in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung richtete er eine Musterwohnung ein und für das sogenannte Musikheim in Frankfurt an der Oder – eine musikalische Weiterbildungseinrichtung für Volksschullehrer – lieferte er zu dem von Otto Bartning entworfenen Gebäude die gesamte Inneneinrichtung.

Nach Beteiligung der Nationalsozialisten an der thüringischen Landesregierung wurde 1930 das gesamte Kollegium der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst entlassen. Erich Dieckmann arbeitete in der Folgezeit zunächst freiberuflich und lieferte Entwürfe für verschiedene Hersteller von Serienmöbeln. Außerdem verfasste er gemeinsam mit seiner Frau den Bildband „Möbelbau in Holz, Rohr und Stahl“. Ab 1931 leitete er die Tischlerei an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale. In Sachsen-Anhalt gelegen, befand sich diese vorerst noch außerhalb des Machtbereichs der Nationalsozialisten. Doch als diese 1933 deutschlandweit die Macht übernahmen, wurde Dieckmann auch an seiner neuen Wirkungsstätte gekündigt. Beruflich erholte er sich Zeit seines Lebens nicht mehr von diesem Einschnitt und starb im Alter von nur 48 Jahren vom Krieg zermürbt an einem Herzinfarkt.