Definition Designklassiker

Design ist heute sicherlich ein inflationärer Begriff. Denn alles ist Design. Unter einem Designklassiker verstehen wir jedoch Objekte, welche Pioniere ihrer Zeit waren. Sei es in der Formgebung, in der Verarbeitung, im Material oder im Herstellungsprozess. Und hinter fast jedem Objekt versteckt sich eine spannende Geschichte. Über den Gestalter, den Hersteller, den damaligen Zeitgeist, wirtschaftliche Erfolge und Misserfolge. So wurden die Stahlrohrklassiker des Bauhaus anfangs nur in kleinen Auflagen hergestellt – die sogenannten „Haut- und Knochenstühle” fanden zuerst nur bei einer intellektuellen Minderheit Zuspruch. Von der damaligen Bevölkerung wurden die Stühle eher abgelehnt und die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zwang viele der Gestalter in die Immigration. Erst viel später fanden diese Klassiker ihren verdienten Zuspruch.

Auch kann man erst nach einiger Zeit wirklich sagen, was ein Klassiker ist und was nicht. Nach unserer Erfahrung sollte eine Dekade vergangen sein, um ein Objekt als Designklassiker zu bezeichnen. Ausnahmen bestätigen dabei die Regel, wie z. B. die Büchersäule Ptolomeo von Bruno Rainaldi. Dieser Entwurf von 2004 ermöglichte die neue, vertikale Lagerung von Literatur oder CDs. Dieses Konzept, welches bereits leider Kopien gefunden hat, war bisher einzigartig und prägte so direkt die Welt des Designs.

Respekt vor dem Original

Bei Markanto finden Sie nur Objekte von lizensierten Herstellern. Das bedeutet, dass der Entwerfer (oder seine Erben) den jeweiligen Hersteller berechtigt haben, seine Entwürfe herzustellen und zu vertreiben. Dafür zahlt der Hersteller in der Regel eine Lizenzgebühr. Die Geschichte des Designs ist oft auch die Geschichte über eine enge Zusammenarbeit zwischen Designer und Hersteller. So produziert z. B. die Firma Wilde & Spieth seit über 60 Jahren die Entwürfe von Prof. Egon Eiermann. Die Firma Artek wurde in den Dreissigern gemeinsam vom Ehepaar Aino und Alvar Aalto zum Vertrieb ihrer Möbel gegründet. Auch der Erfolg von Knoll International ist ohne Florence Knoll und den von ihr mit entwickelten, geradlinigen International Style kaum vorstellbar. Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie auch in unserem Blog.

Wirtschaftlichkeit

Sicherlich ist der Anschaffungspreis eines Designklassikers (im Vergleich zu den Kopien) hoch. Aber wenn man dafür die teilweise jahrzehnte lange Nutzung in Betracht zieht und dazu den ggf. späteren Wiederverkaufspreis addiert, relativiert sich die Summe schnell. Während Kopien später fast nichts Wert sind, könnten autorisiert Originale im Wert sogar steigen. Exemplarisch das Bahut-Sideboard von Jean Prouvé aus der Vitra Produktion von 2007, schon heute sind diese Möbel fast doppelt so viel Wert!