Die Trissen Kollektion von Nanna Ditzel - jetzt bei Fredericia
1962 entwarf Nanna Ditzel die Serie Trissen, deren Name sich vom dänischen Wort für eine Webspule ableitet. Ursprünglich waren die Möbel als Kindermöbel gedacht, inspiriert von einer schlichten Beobachtung: Kinder sitzen keine zwei Minuten still. Sie stehen auf, klettern hinauf, kippen das Möbel um. Statt dagegen anzukämpfen, machte Ditzel die Bewegung zum Prinzip. Der Trissen Hocker lässt sich drehen, auf die Seite legen und rollen, stapeln und mühelos durch den Raum tragen.
Aus diesem ersten Entwurf wuchs über die Jahre eine ganze Familie: niedrige Kinderhocker und höhere Sitzhocker, dazu die passenden Tische in unterschiedlichen Höhen und Durchmessern. Bis 2004 wurde die Kollektion weiterentwickelt und ist längst zum Klassiker geworden. Ihr Reiz liegt in der Doppelnatur - die Trissen-Möbel sind Sitzmöbel und Spielzeug zugleich, ebenso passend im Kinderzimmer wie als Beistellhocker neben dem Lesesessel oder als kleiner Tisch im Wohnraum. Wie konsequent Ditzel ihre gedrechselte Formensprache durch die ganze Serie geführt hat, zeigt etwa der Trissen Esstisch ND107, der die Sprache der Hocker auf Tischhöhe übersetzt.
Nanna Ditzel - Strenge und Spielfreude
Nanna Ditzel (1923–2005) gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des dänischen Designs. Sie absolvierte zunächst eine Schreinerlehre, bevor sie an der Kopenhagener Kunstgewerbeschule und an der Königlich Dänischen Kunstakademie bei Kaare Klint studierte. Diese handwerkliche Schule ist ihren Möbeln bis heute anzumerken: Die Trissen-Serie kommt ganz ohne sichtbare Mechanik aus. Ihre Beweglichkeit steckt allein in Proportion, Balance und der präzise gedrechselten Form.
Charakteristisch für Nanna Ditzel war, dass sie die Regeln der dänischen Moderne kannte – und sie immer wieder dehnte. Sie experimentierte früh mit Glasfaser und Schaumstoff, entwarf Textilien und Schmuck und blieb bis ins hohe Alter neugierig. Ihre enge Verbindung zu Fredericia begann 1989 mit der Bænk for to; mit dem Trinidad Stuhl von 1993 schuf sie einen ihrer größten Erfolge und wurde nach Børge Mogensen zur zweiten Hausgestalterin der Manufaktur. Mehr über ihr Werk lesen Sie in unserem Designerporträt zu Nanna Ditzel.
Von Snedkergaarden zu Fredericia
Lange wurde die Trissen Kollektion von der dänischen Manufaktur Snedkergaarden gefertigt. In diesem Jahr ist die Werkstatt von Fredericia übernommen worden und so kehren Hocker und Tische zu dem Haus zurück, dem Ditzel als Designerin am engsten verbunden war. Für Fredericia ist das mehr als eine Sortimentserweiterung: Mit der eigenen Tischlerei gewinnt die seit 1911 bestehende Manufaktur die volle Kontrolle über Handwerk und Fertigung und führt Ditzels Erbe an einem Ort zusammen.
In der Neuauflage zeigt sich Trissen in massiver, FSC®-zertifizierter Eiche, wahlweise geölt oder geräuchert. Geblieben ist alles, was die Entwürfe ausmacht: die gedrechselte Form aus Sockel und Platte, die weichen Profile, die unmittelbare Einladung, die Möbel zu drehen, zu rollen und zu stapeln. Eine Kollektion, die die Hände wechselt, ohne sich zu verändern.
Die Trissen Kollektion bei Markanto
Als Fachhändler für Designklassiker begleiten wir die Möbel von Nanna Ditzel seit vielen Jahren - von den Trissen-Hockern und -Tischen bis zum Trinidad Stuhl. Aktuell haben wir noch zwei Trissen Hocker aus der Snedkergaarden-Fertigung vorrätig. Ein letzter Moment also, ein Stück aus der bisherigen Produktion zu sichern, bevor die Kollektion vollständig unter dem Namen Fredericia weiterläuft.
Ob als bespielbares Möbel fürs Kinderzimmer, als wandelbarer Beistellhocker oder als kleiner Tisch mit Designgeschichte: Trissen bleibt, was Nanna Ditzel vor über sechzig Jahren angelegt hat, eine Kollektion, die sich nicht festlegen lässt.