Ludwig Mies van der Rohe (1886 - 1969)

Ludwig Mies van der Rohe ist einer der bedeutendsten Architekten der Moderne. Als prominenter Vertreter des Minimalismus prägte er die Formel „less is more“. Der auch als Designer tätige, gebürtige Aachener kam 1886 als Sohn des Steinmetzmeisters Michael Mies zur Welt. Unter Einbeziehung des Mädchennamens seiner Mutter, der gebürtigen Amalie Rohe, kreierte er 1922 den Künstlernamen Ludwig Mies van der Rohe, den er fortan führte.

Schon im Kindesalter arbeitete Ludwig Mies van der Rohe im elterlichen Steinmetzbetrieb mit, wobei sein Zeichentalent auffiel. Ab 1899 besuchte er die Aachener Gewerbeschule und machte eine Maurerlehre. Anschließend arbeitete das spätere Minimalismusidol ausgerechnet als Zeichner für Stuckornamente, sowie ab 1904 für den Aachener Architekten Albert Schneiders. Über Schneiders knüpfte Mies Kontakte nach Berlin, wohin er 1905 übersiedelte und eine Stelle im Büro des kurz zuvor aus München nach Berlin gekommenen Bruno Paul annahm, dessen Vorlesungen an der Kunstgewerbeschule und an der Hochschule für bildende Künste Ludwig Mies van der Rohe ebenfalls besuchte. 1908 wechselte er in das Büro von Peter Behrens, wo zu dieser Zeit auch Walter Gropius arbeitete.

Nachdem Ludwig Mies van der Rohe während des Ersten Weltkriegs in verschiedene Baukompanien abkommandiert wurde, schloss er sich 1921 der sogenannten Novembergruppe an. Diese Gruppierung von Künstlern verschiedener Gattungen hatte sich kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs gegründet um den Aufbruch in die Moderne, für den der Krieg als Impulsgeber gedient hatte, ähnlich wie etwa die bereits 1917 gegründete Gruppe De Stijl in den Niederlanden, mitzugestalten. Ebenfalls zu Beginn der Zwanzigerjahre lieferte Ludwig Mies van der Rohe mehrere visionäre Entwürfe ab. Am bemerkenswertesten ist davon wohl sein Wettbewerbsbeitrag für ein Hochhaus in der Berliner Friedrichstraße. Der Entwurf sah eine Stahlskelettkonstruktion mit gläserner Vorhangfassade vor. Die Geschossflächen sollten im Sinne eines freien Grundrisses weitgehend variabel einzurichten sein. Mies van der Rohe griff damit der Entwicklung des typischen Hochhauses der Moderne um Jahrzehnte vorweg.

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Ludwig Mies van der Rohe (1886 - 1969)

Ludwig Mies van der Rohe ist einer der bedeutendsten Architekten der Moderne. Als prominenter Vertreter des Minimalismus prägte er... mehr erfahren »

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Ludwig Mies van der Rohe (1886 - 1969)

Ludwig Mies van der Rohe ist einer der bedeutendsten Architekten der Moderne. Als prominenter Vertreter des Minimalismus prägte er die Formel „less is more“. Der auch als Designer tätige, gebürtige Aachener kam 1886 als Sohn des Steinmetzmeisters Michael Mies zur Welt. Unter Einbeziehung des Mädchennamens seiner Mutter, der gebürtigen Amalie Rohe, kreierte er 1922 den Künstlernamen Ludwig Mies van der Rohe, den er fortan führte.

Schon im Kindesalter arbeitete Ludwig Mies van der Rohe im elterlichen Steinmetzbetrieb mit, wobei sein Zeichentalent auffiel. Ab 1899 besuchte er die Aachener Gewerbeschule und machte eine Maurerlehre. Anschließend arbeitete das spätere Minimalismusidol ausgerechnet als Zeichner für Stuckornamente, sowie ab 1904 für den Aachener Architekten Albert Schneiders. Über Schneiders knüpfte Mies Kontakte nach Berlin, wohin er 1905 übersiedelte und eine Stelle im Büro des kurz zuvor aus München nach Berlin gekommenen Bruno Paul annahm, dessen Vorlesungen an der Kunstgewerbeschule und an der Hochschule für bildende Künste Ludwig Mies van der Rohe ebenfalls besuchte. 1908 wechselte er in das Büro von Peter Behrens, wo zu dieser Zeit auch Walter Gropius arbeitete.

Nachdem Ludwig Mies van der Rohe während des Ersten Weltkriegs in verschiedene Baukompanien abkommandiert wurde, schloss er sich 1921 der sogenannten Novembergruppe an. Diese Gruppierung von Künstlern verschiedener Gattungen hatte sich kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs gegründet um den Aufbruch in die Moderne, für den der Krieg als Impulsgeber gedient hatte, ähnlich wie etwa die bereits 1917 gegründete Gruppe De Stijl in den Niederlanden, mitzugestalten. Ebenfalls zu Beginn der Zwanzigerjahre lieferte Ludwig Mies van der Rohe mehrere visionäre Entwürfe ab. Am bemerkenswertesten ist davon wohl sein Wettbewerbsbeitrag für ein Hochhaus in der Berliner Friedrichstraße. Der Entwurf sah eine Stahlskelettkonstruktion mit gläserner Vorhangfassade vor. Die Geschossflächen sollten im Sinne eines freien Grundrisses weitgehend variabel einzurichten sein. Mies van der Rohe griff damit der Entwicklung des typischen Hochhauses der Moderne um Jahrzehnte vorweg.

1924 trat Mies van der Rohe dem Deutschen Werkbund bei, zu dessen Vizepräsident er 1926 ernannt wurde. In dieser Funktion leitete er die Werkbundausstellung „Die Wohnung“, die 1927 in Stuttgart stattfand, und in deren Rahmen auch die Weißenhofsiedlung entstand, für die er den Bebauungsplan entwarf. Der große Erfolg der Werkbundausstellung brachte Ludwig Mies van der Rohe auch den Auftrag für den deutschen Pavillon auf der Weltausstellung 1929 in Barcelona ein. Dieser, heute als Barcelona-Pavillon bekannte, Bau ist eines der bedeutendsten Werke der frühen Moderne und demonstriert erneut die typischen Elemente Stahlskelett, Glasfassade und freier Grundriss. Bemerkenswert ist auch, dass abgesehen von einer Skulptur von Georg Kolbe und einer prominent placierten Onyxplatte keinerlei Ausstellungsstücke präsentiert wurden. Dennoch wurde der deutsche Pavillon zu einem der Zuschauermagneten der Ausstellung, denn das Gebäude selbst war die Attraktion.

Einen Beitrag dazu leistete auch die von Ludwig Mies van der Rohe eigens entworfene Einrichtung, sie umfasste den sogenannten Barcelona Sessel, der ebenso zur Ikone der Moderne wurde, wie der Pavillon selbst.

1930 nahm Ludwig Mies van der Rohe die Berufung zum Direktor des Bauhauses an. Nachdem das Bauhaus 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen worden war, wurde es für Mies van der Rohe immer schwieriger, Aufträge zu erhalten. Weil er nicht bereit war, stilistische Kompromisse einzugehen, siedelte er 1938 in die Vereinigten Staaten über, wo er einen Lehrauftrag am Armour Institute in Chicago annahm und ein Architekturbüro gründete. 1944 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Mies van der Rohe knüpfte an seine Entwürfe aus den frühen 1920er Jahren an und schuf insbesondere mit den Lake Shore Drive Appartments in Chicago und dem Seagram Building in New York City moderne Hochhäuser, die mit ihrer Skelettkonstruktion und der feinfühlig proportioniert gegliederten, gläsernen Vorhangfassade zu archetypischen Vertretern ihres Bautyps wurden. Das Seagram Building weist darüber hinaus auch erstmals eine sogenannte Plaza auf. Einen kleinen Vorplatz, der öffentlich zugänglich ist. Abgerundet wurde das Lebenswerk von Ludwig Mies van der Rohe schließlich durch die 1968 fertiggestellte Neue Nationalgalerie in Berlin, die durch ihre großflächige, stützenfreie Haupthalle beeindruckt.

Ludwig Mies van der Rohe war Träger des Ordens Pour la mérite, der Presidential Medal of Freedom, der Goldmedaillen des Royal Institute of British Architects und des American Institute of Architects. 1966 wurde er mit dem großen BDA-Preis ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt er Ehrendoktorwürden von den Technischen Hochschulen Braunschweig und Karlsruhe, sowie von der North Carolina State University. Er starb 1969.

1924 trat Mies van der Rohe dem Deutschen Werkbund bei, zu dessen Vizepräsident er 1926 ernannt wurde. In dieser Funktion leitete er die Werkbundausstellung „Die Wohnung“, die 1927 in Stuttgart stattfand, und in deren Rahmen auch die Weißenhofsiedlung entstand, für die er den Bebauungsplan entwarf. Der große Erfolg der Werkbundausstellung brachte Ludwig Mies van der Rohe auch den Auftrag für den deutschen Pavillon auf der Weltausstellung 1929 in Barcelona ein. Dieser, heute als Barcelona-Pavillon bekannte, Bau ist eines der bedeutendsten Werke der frühen Moderne und demonstriert erneut die typischen Elemente Stahlskelett, Glasfassade und freier Grundriss. Bemerkenswert ist auch, dass abgesehen von einer Skulptur von Georg Kolbe und einer prominent placierten Onyxplatte keinerlei Ausstellungsstücke präsentiert wurden. Dennoch wurde der deutsche Pavillon zu einem der Zuschauermagneten der Ausstellung, denn das Gebäude selbst war die Attraktion.

Einen Beitrag dazu leistete auch die von Ludwig Mies van der Rohe eigens entworfene Einrichtung, sie umfasste den sogenannten Barcelona Sessel, der ebenso zur Ikone der Moderne wurde, wie der Pavillon selbst.

1930 nahm Ludwig Mies van der Rohe die Berufung zum Direktor des Bauhauses an. Nachdem das Bauhaus 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen worden war, wurde es für Mies van der Rohe immer schwieriger, Aufträge zu erhalten. Weil er nicht bereit war, stilistische Kompromisse einzugehen, siedelte er 1938 in die Vereinigten Staaten über, wo er einen Lehrauftrag am Armour Institute in Chicago annahm und ein Architekturbüro gründete. 1944 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Mies van der Rohe knüpfte an seine Entwürfe aus den frühen 1920er Jahren an und schuf insbesondere mit den Lake Shore Drive Appartments in Chicago und dem Seagram Building in New York City moderne Hochhäuser, die mit ihrer Skelettkonstruktion und der feinfühlig proportioniert gegliederten, gläsernen Vorhangfassade zu archetypischen Vertretern ihres Bautyps wurden. Das Seagram Building weist darüber hinaus auch erstmals eine sogenannte Plaza auf. Einen kleinen Vorplatz, der öffentlich zugänglich ist. Abgerundet wurde das Lebenswerk von Ludwig Mies van der Rohe schließlich durch die 1968 fertiggestellte Neue Nationalgalerie in Berlin, die durch ihre großflächige, stützenfreie Haupthalle beeindruckt.

Ludwig Mies van der Rohe war Träger des Ordens Pour la mérite, der Presidential Medal of Freedom, der Goldmedaillen des Royal Institute of British Architects und des American Institute of Architects. 1966 wurde er mit dem großen BDA-Preis ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt er Ehrendoktorwürden von den Technischen Hochschulen Braunschweig und Karlsruhe, sowie von der North Carolina State University. Er starb 1969.