Ralph Rapson (1914 - 2008)

Architekt, Designer, Universitätsprofessor – Ralph Rapson gilt als eine der wichtigsten Persönlich-keiten der amerikanischen Moderne. In über 70 Jahren Schaffenszeit hat er mit Talent und Innovationsfreude innovative Gebäude und herausragendes Design entworfen. Seine Möbel finden sich in bedeutenden Sammlungen großer Kunst- und Designmuseen weltweit. Erstmalig präsentierte Markanto seine Möbelentwürfe in Europa.

Ralph Rapson und die Cranbrook Academy

Ralph Rapsons Begabung und Leidenschaft zeigten sich schon in jungen Jahren: Er liebte es, ununterbrochen zu zeichnen. Bemerkenswert ist, dass er Zeit seines Lebens immer nur mit Links skizzierte, da ihm der rechte Arm fehlte. In den 1930er Jahren wurde Eliel Saarinen, Architekt und Präsident der Cranbrook Academy of Art, auf Rapsons einfallsreiche Zeichnungen aufmerksam und verschaffte ihm ein Stipendium an seiner Universität. An der Cranbrook Academy, einer der führenden Hochschulen für Architektur, Kunst und Design in den USA, vergleichbar mit dem deutschen Bauhaus, begegneten Rapson viele inspirierende Kreative seiner Zeit. Unter anderem arbeitete er mit Eero SaarinenCharles Eames und Harry Bertoia zusammen. Außerdem knüpfte Rapson Kontakt zu Florence Schust, der zukünftigen Ehefrau von Hans Knoll, dem Gründer von Knoll Associates. Über Knoll wurden auch in den 1940er Jahren seine Möbelentwürfe produziert und vertrieben. Neben der Kollektion des dänischen Designers Jens Risom war die Rapson Kollektion, darunter der berühmte Schaukelstuhl, somit die zweite Möbellinie des 1938 gegründeten Unternehmens und wurde ab 1945 produziert. Die entworfenen Möbel zeichneten sich durch ihr stabiles, spielerisch organisches Design und ihre elegante Ausführung aus – trotz der Materialbeschränkungen der Nachkriegszeit. Ähnlich wie bei den Möbeln von Jens Risom wurde hier die Sitzfläche mittels eines Gurtgeflechtes hergestellt, heute werden die Designklassiker von seiner Familie (als Firma Rapson Inc) als Kleinserienfertigung wieder aufgelegt. 

 

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Das Case House Nr. 4 (Greenbelt House)

Nachdem Rapson von 1941 bis 1942 im Saarinen Architekturbüro beschäftigt gewesen war, studierte und lehrte er am Neuen Bauhaus in Chicago Architektur. In den folgenden Jahren prägte er die Entwicklung des Modernismus in Amerika entscheidend mit. 1945 entwarf er im Rahmen des „Case Study Houses”-Programm der Zeitschrift Arts & Architecture sein erstes Meisterwerk, das sogenannte Greenbelt House, das bis heute grundlegenden Einfluss auf das Design moderner Häuser hat, die Licht, Natur und einen aktiven Lebensstil vereinen.  Allerdings gehörte das Greenbelt House mit zu den Häusern, die damals nicht realisiert wurden. Insgesamt wurden 36 Häuser von Architekten wie Eero Saarinen, Charles Eames, Richard Neutra oder Pierre Koenig entworfen. Fertiggestellt wurden aber bis 1948 nur sechs dieser experimentellen Architektur-Perlen. Die meisten „Case Study Houses” wurden im Großraum Los Angeles errichtet und zogen mehr als 350.000 Besucher an.

1950 gründete Rapson mit seiner Frau Mary in Boston das Einzelhandelsgeschäft Rapson Inc. Dieses Geschäft war einer der Vorreiter für moderne Designläden – denn dort wurden Designmöbel (auch von seinen Freunden Eames und Saarinen), Haushaltswaren und Textilien in einem einzigen Ladenlokal angeboten. Eine Revolution für die damalige Zeit, denn es gab kaum Verkaufsstätten dieser Art. 1954 rief Rapson sein erfolgreiches und noch heute existierendes Architekturbüro Ralph Rapson & Associates Inc. in Minneapolis ins Leben. In den 1950er und 60er Jahren wirkte primär Rapson als Architekt, der auch in Europa tätig war und z. B. die amerikanischen Botschaften in Dänemark und Schweden entwarf. Von 1954 bis 1984 war Rapson Leiter der Architekturfakultät der Universität von Minnesota und prägte zahlreiche Generationen von Architekturstudenten. Seine Entwürfe sind typisch für den Stil des Modernismus. Rapson selbst sieht sich nicht allzu weit von Bauhaus entfernt, betont aber, dass er sich bei seiner Arbeit mehr an den Menschen und ihrer Art zu leben als an abstrakten Prinzipien orientierte.

Rapson war bis ins hohe Alter als Architekt und Designer tätig. Im „Ruhestand" begann er, frühere Werke wiedereinzuführen und neue zu kreieren. 2002 wurde der Rapson Schaukelstuhl wiederaufgelegt. Ein Jahr später verstarb Rapson im Alter von 93 friedlich bei sich zu Hause, tags zuvor hat er noch in seinem Büro gearbeitet. Seine Werke zählen heute zu den Ikonen des Möbeldesigns der Nachkriegszeit.