Gino Sarfatti (1912 - 1984)

Der 1912 in Venedig geborene Industriedesigner Gino Sarfatti zählt zu den bedeutendsten Gestaltern von Leuchten überhaupt. Für den von ihm gegründeten Leuchtenhersteller Arteluce entwarf er über die Jahre Hunderte verschiedene Leuchten. Darüber hinaus umfasste das Programm von Arteluce auch zahlreiche Entwürfe von Vittoriano Viganò – dem langjährigen künstlerischen Leiter des Unternehmens – sowie von weiteren namhaften Designern wie Franco Albini oder Lucio Fontana.

Nach einem Studium der klassischen Altertumswissenschaft begann Gino Sarfatti ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität von Genua, das er jedoch aus Geldmangel abbrechen musste. Die Familie Sarfatti zog nach Mailand, wo Gino sich zunächst als Verkäufer von Glaswaren durchschlug. Ein Freund forderte ihn auf, aus einer Vase eine Leuchte herzustellen, was ihm unter Zuhilfenahme diverser Bauteile aus einer Kaffeemaschine gelang. Für Gino Sarfatti bot dieses Experiment den Anlass, ins Designgeschäft einzusteigen, und er gründete im Jahr 1939 das Unternehmen Arteluce, um seine Entwürfe zu produzieren und zu verkaufen. Noch im selben Jahr wurde Mailand bombardiert und Sarfatti verlegte die Produktionsstätten in die Nähe von Lecco. Um einer Verfolgung durch die Faschisten zu entgehen, floh Sarfatti, dessen Vater Jude war, von dort weiter in die Schweiz, wo er in einem Nonnenkloster bei Lugano Asyl fand. Die Leitung der Firma vertraute er während dieser Zeit einer Prokuristin an, so dass die Produktion von Arteluce während des Zweiten Weltkriegs stets aufrecht gehalten werden konnte.

 

 

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Gino Sarfatti (1912 - 1984)

Der 1912 in Venedig geborene Industriedesigner Gino Sarfatti zählt zu den bedeutendsten Gestaltern von Leuchten überhaupt. Für den von ihm... mehr erfahren »

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Gino Sarfatti (1912 - 1984)

Der 1912 in Venedig geborene Industriedesigner Gino Sarfatti zählt zu den bedeutendsten Gestaltern von Leuchten überhaupt. Für den von ihm gegründeten Leuchtenhersteller Arteluce entwarf er über die Jahre Hunderte verschiedene Leuchten. Darüber hinaus umfasste das Programm von Arteluce auch zahlreiche Entwürfe von Vittoriano Viganò – dem langjährigen künstlerischen Leiter des Unternehmens – sowie von weiteren namhaften Designern wie Franco Albini oder Lucio Fontana.

Nach einem Studium der klassischen Altertumswissenschaft begann Gino Sarfatti ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität von Genua, das er jedoch aus Geldmangel abbrechen musste. Die Familie Sarfatti zog nach Mailand, wo Gino sich zunächst als Verkäufer von Glaswaren durchschlug. Ein Freund forderte ihn auf, aus einer Vase eine Leuchte herzustellen, was ihm unter Zuhilfenahme diverser Bauteile aus einer Kaffeemaschine gelang. Für Gino Sarfatti bot dieses Experiment den Anlass, ins Designgeschäft einzusteigen, und er gründete im Jahr 1939 das Unternehmen Arteluce, um seine Entwürfe zu produzieren und zu verkaufen. Noch im selben Jahr wurde Mailand bombardiert und Sarfatti verlegte die Produktionsstätten in die Nähe von Lecco. Um einer Verfolgung durch die Faschisten zu entgehen, floh Sarfatti, dessen Vater Jude war, von dort weiter in die Schweiz, wo er in einem Nonnenkloster bei Lugano Asyl fand. Die Leitung der Firma vertraute er während dieser Zeit einer Prokuristin an, so dass die Produktion von Arteluce während des Zweiten Weltkriegs stets aufrecht gehalten werden konnte.

 

 

Mit Gino Sarfattis Rückkehr nach Italien im Jahr 1945 zog auch das Unternehmen Arteluce wieder zurück nach Mailand. Räumliche Nähe zum Produktionsstandort war für Sarfatti von besonderer Bedeutung, denn als Autodidakt konnte er sich keiner Skizzen oder technischer Zeichnungen bedienen, sondern entwickelte seine Entwürfe direkt mit den Handwerkern in der Werkstatt. Diese Arbeitsweise beeinflusste auch das Ergebnis; Gino Sarfatti war ein ausgesprochen experimentierfreudiger Entwerfer und lieferte entsprechend innovative Produkte.

Als Rationalist sah er sich verpflichtet, die Arteluce-Leuchten auf Basis der jeweils neuesten technischen Entwicklungen so gut, günstig, haltbar und wartungsfreundlich zu machen, wie möglich. So zählte Arteluce zu den ersten Herstellern, die Halogenlampen verwendeten und brachte bereits 1951 Leuchten aus Plexiglas auf den Markt. Auch Gelenke und Verstellmöglichkeiten stellten einen Fokus seiner Arbeit dar. Einer der spektakulärsten Entwürfe von Gino Sarfatti ist ein Einzelstück: Als das Teatro Regio in Turin 1972 von Carlo Mollino umgestaltet wurde, steuerte Sarfatti eine Leuchte bei, die aus hunderten Plexiglasröhren besteht und die bis heute über dem Zuschauerraum schwebt, wie eine Wolke.

Gino Sarfatti erhielt den renommierten Designpreis Compasso d’Oro in den Jahren 1954 und 1955. Im selben Jahr wurde er mit einem Ehrendiplom der Mailänder Triennale ausgezeichnet; 1973 erhielt er die Goldmedaille der Mailänder Triennale. Die von Gino Sarfatti 1954 entworfene Deckenlampe 1063 wurde in die Sammlung des Museum of Modern Arts in New York aufgenommen. 1973 verkaufte Gino Sarfatti das Unternehmen Arteluce an Flos und zog sich an den Comer See zurück, wo er sich dem Briefmarkensammeln widmete. Dort starb er im Jahr 1984. Die Marke Arteluce wurde bei Flos noch bis in die 1990er Jahre hinein weitergeführt. Nachdem Gino Sarfatti und die Marke Arteluce anschließend etwas in Vergessenheit gerieten, sorgte im Jahr 2012 eine Einzelausstellung des Museums der Mailänder Triennale für ein neues Interesse an den Werken des Altmeisters.

Auch Gino Sarfattis Nachfahren blieben dem Thema Leuchtendesign treu. Ginos Sohn, der Architekt und Stadtplaner Riccardo Sarfatti, gründete gemeinsam mit seiner Frau Sandra Severi und dem Designer Paolo Rizzatto den Leuchtenhersteller Luceplan. Im Jahr 2016 hat auch Riccardos Sohn und Ginos Enkel, Alessandro Sarfatti einen Leuchtenhersteller gegründet. Das in Kopenhagen ansässige Unternehmen namens Astep bietet neben zeitgenössischen Entwürfen auch Klassiker von Gino Sarfatti, die in Kooperation mit Flos hergestellt werden und behutsam auf den heutigen technischen Stand gebracht wurden. So verwenden sie beispielsweise zeitgemäße LED-Leuchtmittel – ganz im Sinne des großen Innovators Gino Sarfatti.

1063-Stehleuchte-Sarfatti-Astep-Flos
1063 Stehleuchte
von Gino Sarfatti
€ 2.545,00 *
 
1095 Deckenstrahler
1095 Deckenstrahler
von Gino Sarfatti
ab € 1.749,00 *
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2065-Pendelleuchte-Gino-Sarfatti-Astep
2065 Pendelleuchte
von Gino Sarfatti
ab € 900,00 *
Sofort lieferbar
Flos-2097-Gino-Sarfatti
2097 Kronleuchter
von Gino Sarfatti
ab € 1.415,00 *
 
2129-Deckenleuchte-Gino Sarfatti-flos-Astep
2129 Deckenleuchte
von Gino Sarfatti
€ 1.975,00 *
 
548-Tischleuchte-artluce-flos-Sarfatti-Astep
548 Tischleuchte
von Gino Sarfatti
€ 985,00 *
Sofort lieferbar

Mit Gino Sarfattis Rückkehr nach Italien im Jahr 1945 zog auch das Unternehmen Arteluce wieder zurück nach Mailand. Räumliche Nähe zum Produktionsstandort war für Sarfatti von besonderer Bedeutung, denn als Autodidakt konnte er sich keiner Skizzen oder technischer Zeichnungen bedienen, sondern entwickelte seine Entwürfe direkt mit den Handwerkern in der Werkstatt. Diese Arbeitsweise beeinflusste auch das Ergebnis; Gino Sarfatti war ein ausgesprochen experimentierfreudiger Entwerfer und lieferte entsprechend innovative Produkte.

Als Rationalist sah er sich verpflichtet, die Arteluce-Leuchten auf Basis der jeweils neuesten technischen Entwicklungen so gut, günstig, haltbar und wartungsfreundlich zu machen, wie möglich. So zählte Arteluce zu den ersten Herstellern, die Halogenlampen verwendeten und brachte bereits 1951 Leuchten aus Plexiglas auf den Markt. Auch Gelenke und Verstellmöglichkeiten stellten einen Fokus seiner Arbeit dar. Einer der spektakulärsten Entwürfe von Gino Sarfatti ist ein Einzelstück: Als das Teatro Regio in Turin 1972 von Carlo Mollino umgestaltet wurde, steuerte Sarfatti eine Leuchte bei, die aus hunderten Plexiglasröhren besteht und die bis heute über dem Zuschauerraum schwebt, wie eine Wolke.

Gino Sarfatti erhielt den renommierten Designpreis Compasso d’Oro in den Jahren 1954 und 1955. Im selben Jahr wurde er mit einem Ehrendiplom der Mailänder Triennale ausgezeichnet; 1973 erhielt er die Goldmedaille der Mailänder Triennale. Die von Gino Sarfatti 1954 entworfene Deckenlampe 1063 wurde in die Sammlung des Museum of Modern Arts in New York aufgenommen. 1973 verkaufte Gino Sarfatti das Unternehmen Arteluce an Flos und zog sich an den Comer See zurück, wo er sich dem Briefmarkensammeln widmete. Dort starb er im Jahr 1984. Die Marke Arteluce wurde bei Flos noch bis in die 1990er Jahre hinein weitergeführt. Nachdem Gino Sarfatti und die Marke Arteluce anschließend etwas in Vergessenheit gerieten, sorgte im Jahr 2012 eine Einzelausstellung des Museums der Mailänder Triennale für ein neues Interesse an den Werken des Altmeisters.

Auch Gino Sarfattis Nachfahren blieben dem Thema Leuchtendesign treu. Ginos Sohn, der Architekt und Stadtplaner Riccardo Sarfatti, gründete gemeinsam mit seiner Frau Sandra Severi und dem Designer Paolo Rizzatto den Leuchtenhersteller Luceplan. Im Jahr 2016 hat auch Riccardos Sohn und Ginos Enkel, Alessandro Sarfatti einen Leuchtenhersteller gegründet. Das in Kopenhagen ansässige Unternehmen namens Astep bietet neben zeitgenössischen Entwürfen auch Klassiker von Gino Sarfatti, die in Kooperation mit Flos hergestellt werden und behutsam auf den heutigen technischen Stand gebracht wurden. So verwenden sie beispielsweise zeitgemäße LED-Leuchtmittel – ganz im Sinne des großen Innovators Gino Sarfatti.