Aloys Ferdinand Gangkofner (1920 - 2003)

Aloys Ferdinand Gangkofner zählt zu den bedeutendsten deutschen Glasgestaltern der Nachkriegszeit. Er wurde 1920 in Reichenberg im Bayerischen Wald geboren – einer Region, die für ihr traditionelles Glashandwerk berühmt ist. Aloys Gangkofner besuchte die Staatliche Fachschule für Glasindustrie in Zwiesel, absolvierte eine Fabriklehre als Glasschleifer in der Glasfabrik Riedlhütte und arbeitete ab 1937 bei einem Ingenieurbüro, bevor er 1939 zum Wehrdienst eingezogen wurde. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft begann er eine freiberufliche Tätigkeit und wurde als Fachlehrer an der Münchner Akademie der Bildenden Künste angestellt. 1954 wurden Arbeiten von Aloys Gangkofner auf der X. Triennale in Mailand ausgezeichnet.

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Ab 1952 interessierte sich Gangkofner vermehrt für althergebrachte Techniken zum freien Formen von Glas. Die Werkstatt der Waldsassener Glashütte Lamberts stand ihm in dieser Zeit am Wochenende zur Verfügung. Gemeinsam mit den dortigen Glasmachern experimentierte Gangkofner mit traditionellen vom Vergessen bedrohten Fertigungstechniken und erweiterte die gestalterischen Möglichkeiten dieser überlieferten Produktionsmethoden. Dazu skizzierte er die gewünschten Formen, die Glasmacher bliesen das Glas entsprechend und Gangkofner formte das heiße Material zusätzlich mit Holzscheiten.

Neben dieser stark handwerklich geprägten Vorgehensweise, entwickelte Gangkofner jedoch auch Produkte für die Serienfertigung. Insbesondere seine Entwürfe für die namhafte Glashütte Peill & Putzler mit Sitz in Düren erlangten große Verbreitung und Bekanntheit. Dabei profitierte Gangkofner von seinem  tiefen Verständnis für die handwerkliche Glasfertigung; für die Lichtwirkung, die etwa ein Opalglas erzielt, eine Emailstruktur oder ein Relief in Rippenoptik.

Neben seiner Entwurfstätigkeit schuf Aloys Gangkofner Lichtinstallationen in Foyers und Sitzungssälen von Versicherungen, Banken und Theatern. Dabei handelte es sich weniger um funktionale Beleuchtungslösungen als um repräsentative Blickfänger. Oftmals waren es Arrangements hunderter handwerklich gefertigter Bleikristallprismen oder massiver Kristallglaskugeln, die durch die Leuchtmittel zum Funkeln gebracht wurden.