Josef Albers (1888 – 1976)

Der 1888 in Bottrop geborene Maler und Designer Josef Albers zählte zu den prägenden Persönlichkeiten am Bauhaus, wo er nach seinem eigenen Studium auch als Lehrmeister wirkte. Nach Schließung des Bauhauses durch das nationalsozialistische Regime, emigrierte Albers gemeinsam mit seiner ebenfalls am Bauhaus tätigen Frau Anni Albers in die USA, wo er zunächst am neu gegründeten Black Mountain College und später an der renommierten Yale-University lehrte und die US-Amerikanische Kunst nachhaltig beeinflusste.

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Josef Albers – der längste Meister am Bauhaus

Als Sohn des Malermeisters Lorenz Albers und seiner Frau Magdalena kam Josef Albers im Jahr 1888 in Bottrop zur Welt. Nach dem Besuch des Lehrerseminars arbeitete er von 1908 bis 1913 als Volksschullehrer. In dieser Zeit erwachte auch sein Interesse an der Malerei. Insbesondere die abstrakten Werke von Henri Matisse, Paul Cézanne und Piet Mondrian faszinierten den jungen Westfalen. Er nahm selbst die abstrakte Malerei auf und studierte in der Zeit von 1913 bis 1920 zunächst an der Königlichen Kunstschule in Berlin und der Kunstgewerbeschule in Essen, später an der Akademie der bildenden Künste in Berlin und schließlich an der Kunstakademie in München. 1920 nahm er sein Studium am Bauhaus auf.

Nach dem Besuch des Vorkurses bei Johannes Itten, machte Albers am Bauhaus bald auch als Dozent Karriere. 1923 begann er als Jungmeister gemeinsam mit László Moholy-Nagy im Vorkurs zu unterrichten und wurde außerdem Werkmeister in der Bauhaus-Werkstatt für Glasmalerei. Als Moholy-Nagy und Marcel Breuer 1928 das Bauhaus verließen, führte Albers den Vorkurs alleine weiter und übernahm von Marcel Breuer außerdem die Leitung der Möbelwerkstatt. In dieser Zeit schuf er auch eines seiner bekanntesten Werke: eine Serie von 18 Fenstern mit aufeinander abgestimmten geometrischen Kompositionen, die das Treppenhaus des Leipziger Grassi Museums schmückten. Nachdem die Fenster im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden konnten sie im Jahr 2011 rekonstruiert werden. Gemeinsam mit seiner Frau Anni Albers, die am Bauhaus die Webereiwerkstatt leitete, blieb Josef Albers – zwischenzeitlich zum stellvertretenden Rektor unter Ludwig Mies van der Rohe aufgestiegen – bis zuletzt am Bauhaus. Erst als die Hochschule nach der Machtergreifung Hitlers geschlossen wurde, verließen die Albers das Land.

Wie viele Bauhauslehrer, wählten auch Josef und Anni Albers die USA als Ort für ihr Exil. Unterstützt vom amerikanischen Architekten Philip Johnson, der später unter anderem mit Ludwig Mies van der Rohe zusammenarbeiten sollte, fanden die Albers Anstellung am Black Mountain College in North Carolina. Diese gerade neu gegründete Kunsthochschule nahm sich das Bauhaus zum Vorbild und strebte mit interdisziplinärer, projektbezogener Arbeit eine ganzheitliche Lehre an. Anders als am Bauhaus waren neben der bildenden Kunst und der Architektur aber auch andere Fächer, insbesondere die darstellenden Künste vertreten. So war etwa der Komponist John Cage Gründungsrektor des College. Außerdem lehrten der Architekt Richard Buckminster Fuller, der Bauhausgründer Walter Gropius und die ebenfalls zuvor am Bauhaus aktiven Künstler Lyonel Feininger und Alexander Schawinsky am Black Mountain College. Zu Albers dortigen Schülern zählten Donald Judd und Robert Rauschenberg.

Im Jahr 1939 nahmen Josef und Anni Albers die US-Amerikanische Staatsbürgerschaft an. Zwischenzeitlich zum Rektor aufgestiegen, verließ Josef Albers im Jahr 1950 das Black Mountain College und wechselte an die Yale-University, wo er bis 1959 das Art Department leitete. Dort zählten Richard Serra oder Donald Judd zu Albers Schülern.

Neben seiner hauptberuflichen Lehrtätigkeit am Black Mountain College und an der Yale-University arbeitete Albers natürlich auch weiterhin als freier Künstler. Gemeinsam mit seiner Frau unternahm er mehrere Studienreisen in verschiedene lateinamerikanische Länder. Dort interessierten sie sich vorrangig für traditionelle Bau- und Webtechniken. Die unterwegs gesammelten Eindrücke und Beobachtungen wurden zur wichtigen Inspirationsquelle für das Werk der beiden Einwanderer. Von 1934 bis 1936 gehörte Albers der Pariser Künstlergruppe Abstraction-Création an und in den 1950er Jahren lehrte er als Gastprofessor an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Die von Inge-Aicher Scholl, Otl Aicher und Max Bill gegründete Hochschule rekrutierte einen großen Teil ihres Lehrpersonals aus Absolventen und Lehrkräften des Bauhaus, was ihr auch den Beinamen „Bauhaus des Westens“ einbrachte.

Das Werk von Josef Albers wird der Konkreten Kunst und insbesondere den Strömungen Op-Art und Hard Edge zugerechnet. Die Konkrete Kunst ist geprägt von  geometrische Formen, die nicht durch Abstraktion von einem gegenständlichen Vorbild erreicht werden, sondern für sich allein stehen. Besondere Bekanntheit erreichte Albers Bildserie „Hommage to the Square“, zu der er über seine Studie „Interaction of color“ fand. Dabei interessierte Albers die subjektive Wahrnehmung von Farbe und die Wechselwirkung benachbarter Farben. Die Serie besteht aus einer Vielzahl von Bildern, die stets auf die selbe Weise aufgebaut sind: drei oder vier Quadrate unterschiedlicher Größe sind in stapelartiger Überlappung angeordnet und bilden jeweils eine monochrome Farbfläche. Die Bilder der Serie unterscheiden sich durch die verwendeten Farben, deren Kontraste und Wechselwirkungen durch den Bildaufbau besonders deutlich ablesbar werden. Aber das Werk von Josef Albers umfasst auch einige  Designobjekte, von denen die – wiederum von monochromen Flächen geprägten – Satztische für das Moellendorf-Haus in Berlin die größte Bekanntheit erlangten.

Josef Albers nahm an der ersten und vierten Documenta teil und erhielt im Jahr 1958 das Bundesverdienstkreuz. 1968 wurde er in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen; im Jahr 1973 erfolgte außerdem die Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences. Im Jahr 1970 wurde Albers zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Bottrop ernannt. Im Folgejahr widmete ihm das New Yorker Metropolitan Museum of Art eine Retrospektive – erstmals für einen noch lebenden Künstler. 1976 starb Josef Albers im Alter von 88 Jahren in New Haven, Connecticut. Posthum eröffnete im Jahr 1983 in seiner Heimatstadt Bottrop das ihm gewidmete Josef-Albers-Museum. Seine Witwe Anni Albers nahm an der Eröffnung des Museums teil und schenkte dem Museum Werke aus dem Nachlass ihres Mannes.