Marcel Breuer (1902 – 1981)

Der Architekt und Designer Marcel Breuer wurde 1902 in Pécs geboren. Der damals östereichisch-ungarische Ort befindet sich im heutigen Ungarn. Der Bauhaus-Schüler zählt zu den einflussreichsten Designern des zwanzigsten Jahrhunderts und gilt als Erfinder des modernen Stahlrohrmöbels.

Marcel Breuer begann 1920 ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, das er jedoch nach kurzer Zeit wieder abbrach. Stattdessen begann er am Bauhaus in Weimar eine Schreinerausbildung, die er 1924 als Geselle abschloss. Obwohl er zu diesem Zeitpunkt erst 22 Jahre alt war, hatte er bereits einige bemerkenswerte Möbel wie den „Lattenstuhl ti 1a“ entworfen. Dieses konstruktivistische Möbelstück zeigt bereits die typische Entwurfsauffassung Breuers, dessen Entwürfe oftmals ganz plakativ zeigen, dass sie aus mehreren Einzelteilen additiv zusammengefügt sind. Schon ab dem Jahr 1921 arbeitete Breuer als Mitarbeiter im Architekturbüro des Bauhausdozenten Walter Gropius. Dort begann er sich auch mit architektonischen Fragestellungen zu beschäftigen. 1925 übernam er als sogenannter Jungmeister die Leitung der Möbelwerkstatt des Bauhauses.

Marcel Breuer nutzte als erster Entwerfer den Werkstoff Stahlrohr für den Wohnbereich und leistete damit eine der bedeutendsten Designinnovationen des 20. Jahrhunderts. Die Idee dazu kam ihm der Legende nach beim Fahrradfahren – inspiriert durch den aus Stahlrohr gebogenen Lenker des Fahrrads. Mit ihren klaren eleganten Linien fügten sich Breuers Stahlrohrmöbel perfekt in die Wohnsituationen der klassischen Moderne ein. Durch die Kombination des Werkstoffs mit weichen Materialien wie Leder oder Textilien erzielte Breuer einen hohen Sitzkomfort, sowie einen reizvollen Kontrast. Ab 1925 entwarf Marcel Breuer eine Reihe von Tischen und Sitzmöbeln aus Stahlrohr, die heute zu den Ikonen der klassischen Moderne zählen. Der bekannteste Entwurf aus dieser – ursprünglich in den Werkstätten der in Dessau ansässigen Junkers Flugzeugwerke angefertigten – Produktreihe ist der Clubsessel B3, der heute als Wassily Chair bekannt ist. Mit diesem Möbelstück trieb Breuer die konstruktivistischen Tendenzen seines früheren Lattenstuhls konsequent voran und schuf einen Sessel von skulpturaler Qualität, der seine eigene Konstruktion demonstrativ offenlegt und das Sitzen in analytischer Zerlegung anschaulich macht. Da Marcel Breuer die Einkünfte aus dem Verkauf der Stahlrohrmöbel nicht mit dem Bauhaus teilen wollte, kam es zum Streit. Breuer kündigte 1928 seine Stelle als Werkstattleiter beim Bauhaus und eröffnete in der Folge ein Architekturbüro in Berlin, in dem er unter anderem auch Gustav Hassenpflug beschäftigte.

Aufgrund seiner jüdischen Abstammung floh Marcel Breuer 1933 vor dem Nazi-Regime zunächst in die Schweiz, wo er für den Hersteller Embru Aluminiummöbel entwirft und die Inneneinrichtung des Wohnbedarf Einrichtungsgeschäftes in Zürich plant. Anschließend ging er nach Großbritannien, wo er nun für die englische Manufaktur Isokon Schichtholzmöbel entwickelt. Aber auch der Großbritannien-Aufenhalt wird ein kurzes Intermesso, breits 1937 zog es Breuer in die USA. Dort wurde er Professor an der Harvard University und begründete gemeinsam mit Walter Gropius nicht nur die dortige Architekturfakultät, sondern entwarf auch das Fakultätsgebäude. Ebenfalls gemeinsam mit Walter Gropius gründete er ein Architekturbüro. Nach dessen Auflösung gründete Breuer 1941 ein eigenes Büro und gibt ab 1946 auch seine Lehrtätigkeit auf, um sich vollständig auf seine architektonische Entwurfstätigkeit zu konzentrieren.

In den Folgejahren erhielt Marcel Breuer zahlreiche große und hochrangige Aufträge. So entwarf er etwa das Whitney Museum of American Art in New York (heutige MET Breuer), den IBM Campus in Boca Raton in Florida, oder – gemeinsam mit Pier Luigi Nervi und Bernhard Zehrfuss – das UNESCO-Gebäude in Paris. Ab 1960 entstand in den französischen Alpen der Wintersportort Flaine vollständig nach Entwürfen Breuers. Gemeinsam mit Abraham Elzas entwarf er das Kaufhaus De Bijenkorf in Rotterdam. Marcel Breuer wurde 1968 mit der Goldmedaille des American Institute of Architects ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt er die Jefferson Foundation Medal. Breuer starb 1981. Das National Building Museum in Washington D.C. zeigte 2007 eine Retrospektive zu seinem Œuvre.

Marcel Breuer (1902 – 1981)

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Marcel Breuer (1902 – 1981)

Der Architekt und Designer Marcel Breuer wurde 1902 in Pécs geboren. Der damals östereichisch-ungarische Ort befindet sich im heutigen Ungarn. Der Bauhaus-Schüler zählt zu den einflussreichsten Designern des zwanzigsten Jahrhunderts und gilt als Erfinder des modernen Stahlrohrmöbels.

Marcel Breuer begann 1920 ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, das er jedoch nach kurzer Zeit wieder abbrach. Stattdessen begann er am Bauhaus in Weimar eine Schreinerausbildung, die er 1924 als Geselle abschloss. Obwohl er zu diesem Zeitpunkt erst 22 Jahre alt war, hatte er bereits einige bemerkenswerte Möbel wie den „Lattenstuhl ti 1a“ entworfen. Dieses konstruktivistische Möbelstück zeigt bereits die typische Entwurfsauffassung Breuers, dessen Entwürfe oftmals ganz plakativ zeigen, dass sie aus mehreren Einzelteilen additiv zusammengefügt sind. Schon ab dem Jahr 1921 arbeitete Breuer als Mitarbeiter im Architekturbüro des Bauhausdozenten Walter Gropius. Dort begann er sich auch mit architektonischen Fragestellungen zu beschäftigen. 1925 übernam er als sogenannter Jungmeister die Leitung der Möbelwerkstatt des Bauhauses.

Marcel Breuer nutzte als erster Entwerfer den Werkstoff Stahlrohr für den Wohnbereich und leistete damit eine der bedeutendsten Designinnovationen des 20. Jahrhunderts. Die Idee dazu kam ihm der Legende nach beim Fahrradfahren – inspiriert durch den aus Stahlrohr gebogenen Lenker des Fahrrads. Mit ihren klaren eleganten Linien fügten sich Breuers Stahlrohrmöbel perfekt in die Wohnsituationen der klassischen Moderne ein. Durch die Kombination des Werkstoffs mit weichen Materialien wie Leder oder Textilien erzielte Breuer einen hohen Sitzkomfort, sowie einen reizvollen Kontrast. Ab 1925 entwarf Marcel Breuer eine Reihe von Tischen und Sitzmöbeln aus Stahlrohr, die heute zu den Ikonen der klassischen Moderne zählen. Der bekannteste Entwurf aus dieser – ursprünglich in den Werkstätten der in Dessau ansässigen Junkers Flugzeugwerke angefertigten – Produktreihe ist der Clubsessel B3, der heute als Wassily Chair bekannt ist. Mit diesem Möbelstück trieb Breuer die konstruktivistischen Tendenzen seines früheren Lattenstuhls konsequent voran und schuf einen Sessel von skulpturaler Qualität, der seine eigene Konstruktion demonstrativ offenlegt und das Sitzen in analytischer Zerlegung anschaulich macht. Da Marcel Breuer die Einkünfte aus dem Verkauf der Stahlrohrmöbel nicht mit dem Bauhaus teilen wollte, kam es zum Streit. Breuer kündigte 1928 seine Stelle als Werkstattleiter beim Bauhaus und eröffnete in der Folge ein Architekturbüro in Berlin, in dem er unter anderem auch Gustav Hassenpflug beschäftigte.

Aufgrund seiner jüdischen Abstammung floh Marcel Breuer 1933 vor dem Nazi-Regime zunächst in die Schweiz, wo er für den Hersteller Embru Aluminiummöbel entwirft und die Inneneinrichtung des Wohnbedarf Einrichtungsgeschäftes in Zürich plant. Anschließend ging er nach Großbritannien, wo er nun für die englische Manufaktur Isokon Schichtholzmöbel entwickelt. Aber auch der Großbritannien-Aufenhalt wird ein kurzes Intermesso, breits 1937 zog es Breuer in die USA. Dort wurde er Professor an der Harvard University und begründete gemeinsam mit Walter Gropius nicht nur die dortige Architekturfakultät, sondern entwarf auch das Fakultätsgebäude. Ebenfalls gemeinsam mit Walter Gropius gründete er ein Architekturbüro. Nach dessen Auflösung gründete Breuer 1941 ein eigenes Büro und gibt ab 1946 auch seine Lehrtätigkeit auf, um sich vollständig auf seine architektonische Entwurfstätigkeit zu konzentrieren.

In den Folgejahren erhielt Marcel Breuer zahlreiche große und hochrangige Aufträge. So entwarf er etwa das Whitney Museum of American Art in New York (heutige MET Breuer), den IBM Campus in Boca Raton in Florida, oder – gemeinsam mit Pier Luigi Nervi und Bernhard Zehrfuss – das UNESCO-Gebäude in Paris. Ab 1960 entstand in den französischen Alpen der Wintersportort Flaine vollständig nach Entwürfen Breuers. Gemeinsam mit Abraham Elzas entwarf er das Kaufhaus De Bijenkorf in Rotterdam. Marcel Breuer wurde 1968 mit der Goldmedaille des American Institute of Architects ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt er die Jefferson Foundation Medal. Breuer starb 1981. Das National Building Museum in Washington D.C. zeigte 2007 eine Retrospektive zu seinem Œuvre.

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