Achille Castiglioni (1918 - 2002), Pier Castiglioni (1913 - 1968) und Livio Castiglioni(1911 - 1971)

Der Architekt und Designer Achille Castiglioni und seine Brüder Pier Giacomo und Livio zählen zu den treibenden Kräften und großen Innovatoren des italienischen Designs im 20. Jahrhundert. Der Stil der drei Brüder variiert dabei zwischen schlichter Sachlichkeit und organischer Opulenz. Zu einem besonderen Markenzeichen der Castiglionis wurden Designobjekte, die in der Tradition der Ready Mades industriell gefertigte Komponenten in überraschenden neuen Kontexten anwenden.

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Die drei Castiglioni Brüder

Achille Castiglioni wurde 1918 in Mailand geboren und studierte Architektur am Politecnico di Milano. Nach seinem Studienabschluss im Jahr 1944 gründete er gemeinsam mit seinen Brüdern Livio und Pier Giacomo ein Design- und Architekturbüro. Insbesondere mit seinem fünf Jahre älteren Bruder Pier Giacomo, der auch unter seinem Spitznamen Piero bekannt ist, entwarf Achille Castiglioni zahlreiche Produkte gemeinsam. In den ersten Jahren nach Eröffnung des Büros waren die Castiglionis jedoch vorrangig als Architekten tätig. So entwarfen sie 1952 für das Mailänder Kunstmuseum La Permanente, dessen Ausstellung in einem neoklassizistischen Palazzo untergebracht war, ein Hochhaus als Erweiterungsbau – die sogenannte Torre della Permanente. 1956 folgte die Pfarrkirche San Gabriele Arcangelo in Mater Die, die sich ebenfalls in Mailand befindet, sowie 1958 ein Bürogebäude für die Mailänder Camera di commercio, industria e agricoltura; die Institution ist mit einer deutschen Industrie- und Handelskammer vergleichbar. Für die Ausstattung dieses Baus entwarfen Achille und Piero den Sessel Babela.

Ready Made Design von Castiglioni

Im Jahr 1954 gestalteten die Castiglionis im Rahmen der Mailänder Triennale die Industriedesignausstellung im Palazzo dell’Arte. Im gleichen Jahr stellten sie mit dem formal stark reduzierten Deckenstrahler Luminator für Flos auch einen eigenen Produktentwurf vor, der gleich mit dem renommierten Designpreis Compasso d’Oro ausgezeichnet wurde. Drei Jahre später feierten sie mit dem Hocker Mezzadro für Zanotta den nächsten fulminanten Erfolg. In der Tradition der Ready Mades verwendet der Entwurf eine vorgefertigte Komponente aus einem anderen Kontext, nämlich eine Sitzschale, wie sie als Fahrersitz für Traktoren eingesetzt wird. Ergänzt um ein aus Federstahl gebogenes Untergestell, wird diese Sitzschale zum Hocker. Zur seitlichen Stabilisierung dient zusätzlich eine hölzerne Sprosse am Ende des Federstahlelements, das – genau wie dessen hochwertige Verchromung – die ansonsten industrielle Anmutung des Hockers bricht und ihm ein wohnliches Flair verleiht. Das Ergebnis ist ein konzeptionsstarkes Conversation Piece, das verspielt daher kommt und zugleich doch alle funktionalen Ansprüche erfüllt. Auch andere Entwürfe der Castiglionis sind in ähnlicher Weise als Ready Mades in der Tradition von Marcel Duchamp konzipiert. So verwendet etwa der ebenfalls 1957 entworfene Hocker Sella (ebenfalls Zanotta) einen Fahrradsattel als Sitz, der Deckenstrahler Toio von 1962 setzt einen Autoscheinwerfer als Lampenschirm ein, und ein 1970 entworfener Aschenbecher kombiniert einen verchromten Korpus mit einer herkömmlichen Spiralfeder.

Die eigenen Produkte präsentierten die Castiglionis in schlüssig durchgestalteten Ausstellungen an prestigeträchtigen Orten. So zeigten sie 1957 die Ausstellung „Colori e forme nella casa d'oggi“ in der Villa Olmo in Como, 1965 folgte „La casa abitata“ im Palazzo Strozzi in Florenz. Auch für andere Auftraggeber entwarfen die Castiglionis Interieurs. So richteten sie an der Mailänder Piazza Duomo Verkaufsräume für den schweizerischen Uhrenhersteller Omega ein und gestalteten 1960 den Gastraum des Splügen-Bräu Brauhauses ebenfalls in Mailand. Letzterer Auftrag erwies sich auch im Hinblick auf Produktdesign als ergiebige Unternehmung. Die für das Brauhaus entworfene Pendelleuchte Splügen wurde zum Klassiker und wird noch heute hergestellt. Die ebenfalls in diesem Zusammenhang entworfene Zapfanlage Spinamatic wurde mit dem Compasso d’Oro prämiert.

Nachdem Pier Giacomo Castiglioni im Jahr 1968 im Alter von 55 Jahren starb, entwarf Achille Castiglioni überwiegend alleine. 1979 starb auch Livio Castiglioni und Achille führte das Büro alleine weiter.  Ab 1980 war er zusätzlich als Professor für Industriedesign am Politecnico di Milano tätig.  Zur Mailänder Triennale 1988  organisierte er mit "Le città del mondo e il futuro delle metropoli" wie schon am Anfang seiner Karriere erneut eine Ausstellung im Palazzo dell'arte.

1987 erhielt Achille Castiglioni die Ehrendoktorwürde des Londoner Royal College of Art, 2001 ehrte ihn das Politecnico di Milano in gleicher Weise. Die einflussreiche Designkuratorin Paola Antonelli präsentierte 1997 im New Yorker Museum of Modern Arts eine Retrospektive über das Werk Castiglionis; heute sind dort 14 Entwürfe, an denen er beteiligt war, als Teil der Dauerausstellung zu bewundern. Den Compasso d’Oro gewann er neun mal. 1999 wurde er von der Zeitschrift Domus für sein Lebenswerk geehrt. Achille Castiglioni starb 2002 in seiner Heimatstadt Mailand.