Cassina: Geschichte und Unternehmensentwicklung
Gegründet wurde Cassina von den beiden Brüdern Cesare und Umberto Cassina bereits im Jahr 1927, der Firmensitz befindet sich in Meda nördlich von Mailand. Zuerst konzentrierte sich das Unternehmen auf die Herstellung von Holztischen, später kamen Sofas dazu. Der eigentliche Durchbruch begann in den 1950er Jahren, als Gio Ponti Cassina den Auftrag für die Inneneinrichtung des berühmten Passagierschiffes Andrea Doria vermittelte (weitere Infos dazu in unserem Blog). Durch diesen Prestigeauftrag entstand eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Designer und Hersteller, die sich über viele Jahre erstreckte. Noch heute produziert Cassina Gio Pontis wichtigsten Stuhl – den Superleggera
Designphilosophie und gestalterische Haltung von Cassina
Die gestalterische Haltung von Cassina ist geprägt von einer reflektierten Auseinandersetzung mit Form, Funktion und architektonischem Denken. Anstelle eines klar definierten Stils verfolgt die Marke einen kuratorischen Ansatz, bei dem unterschiedliche Entwürfe in ihrer jeweiligen gestalterischen Eigenständigkeit bestehen bleiben. Cassina orientiert sich stark an den Prinzipien der architektonischen Moderne und verbindet funktionale Klarheit mit konzeptioneller Tiefe. Gleichzeitig bleibt die Marke offen für experimentelle und zeitgenössische Designansätze, sofern diese einer nachvollziehbaren gestalterischen Logik folgen.
Charakteristisch ist zudem die Verbindung von handwerklicher Präzision und industrieller Fertigung. Design wird dabei nicht als rein ästhetische Disziplin verstanden, sondern als langfristiger kultureller und funktionaler Beitrag zum modernen Wohnen.
Die Cassina iMaestri Kollektion
In den 1960er Jahren begann Cassina mit der Herstellung von Reeditionen, Grundlage dafür bildeten Architekten und Designer, nach der italienischen Gesetzgebung das Prädikat eines „Meisters” (iMaestri) erhalten haben. Zu den ersten Entwerfern dieser Kollektion früherer Entwürfe zählten die Architekten Erik Gunnar Asplund und Le Corbusier, mit dem Cassina anfangs noch persönlich zusammen arbeitete. Ab 1973 erfolgte die Bezeichnung iMaestri für diese Kollektion, die seitdem immer wieder erweitert wurden. Die aktuelle iMaestri Kollektion von Cassina umfasst folgende Entwerfer und Architekten: Franco Albini, Erik Gunnar Asplund, Mario Bellini, Le Corbusier und Pierre Jeanneret, Charles R. Mackintosh, Vico Magistretti, Ico Parisi, Charlotte Perriand, Gio Ponti, Gerrit Rietveld, Carlo Scarpa, Marco Zanuso und ab 2024 Ray und Charles Eames.
Ergänzt wird diese Klassiker-Kollektion durch aktuelle Entwürfe, die Cassina unter dem Oberbegriff Cassina iContemporanei zusammenfasst. Die Herstellung fast aller Objekte erfolgt dabei in Meda, ein besonderes Highlight ist dabei die hauseigene Tischlerei, die die Möbel auf handwerklich höchstem Niveau herstellt (wovon wir uns selbst mehrfach überzeugen konnten). Seit 2013 bietet Cassina zusätzlich die Kollektion SimonCollezione an, welche einen großen Teil der früheren Gavina und Simon International Objekte umfasst. Das untere sehr sehenswerte Video entstand anlässlich des 90jährigen Firmenjubiläums von Cassina 2017 (leider auf italienisch).

Italienische Klassiker aus der Simon Kollektion von Cassina nach Entwürfen von Carlo Scarpa, Man Ray oder Studio Simon
Cassina Möbel: Ikonische Designklassiker im Überblick
Im Portfolio von Cassina finden sich nicht nur in den iMaestr Kollektionen zahlreiche Entwürfe, die als Referenzpunkte moderner Designgeschichte gelten und aus einem architektonisch geprägten Gestaltungsverständnis heraus entwickelt wurden. Im Zentrum stehen dabei Sitz- und Liegemöbel, bei denen Funktion, Konstruktion und räumliche Wirkung eng miteinander verbunden sind. Ein zentrales Beispiel ist das LC2 Sofa von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand, das architektonische Klarheit mit einer reduzierten Formensprache verbindet. Ebenso steht der LC2 Sessel für die konsequente Verbindung von Funktion, Komfort und konstruktiver Präzision innerhalb der modernen Möbelgestaltung. Das LC3 Sofa greift denselben gestalterischen Ansatz auf und interpretiert das klassische Lounge-Möbel mit großzügigeren Proportionen und weicherer Polsterung neu. Ergänzt wird diese Serie durch den LC3 Sessel, der die industrielle Formensprache der Kollektion mit einem hohen Maß an Komfort verbindet.
Auch der Meribel Hocker sowie der Berger Hocker von Charlotte Perriand stehen exemplarisch für eine materialbetonte Gestaltung und die Verbindung von handwerklicher Präzision mit funktionaler Einfachheit.
Cassina Möbel: Materialien und handwerkliche Qualität
Die Marke Cassina steht für eine sorgfältige Auswahl hochwertiger Materialien und ein ausgeprägtes Verständnis für traditionelle Handwerkskunst. Zum Einsatz kommen edle Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft, robuste Metalle, fein verarbeitetes Leder sowie ausgewählte Stoffe, die den Möbeln eine angenehme Haptik und eine besondere visuelle Tiefe verleihen. Der gesamte Herstellungsprozess ist auf höchste Qualität ausgerichtet. Cassina Möbel entstehen unter dem Anspruch, nicht nur durch ihre Gestaltung zu überzeugen, sondern auch durch ihre Langlebigkeit und ihre zuverlässige Alltagstauglichkeit. So entstehen Designmöbel, die Materialqualität, handwerkliche Präzision und zeitloses Design miteinander verbinden.