Florence Knoll Bassett (*1917)

Die 1917 als Florence Schust (Spitzname Shu) in Michigan geborene Architektin und Designerin musste bereits früh den Verlust ihrer Eltern verkraften. Ihr Vater Frederick Schust starb als Florence fünf Jahre alt war. Als auch die Mutter Mina starb, war Florence gerade zwölf. Ab 1932 besuchte Florence das Mädcheninternat Kingswood in Bloomfield Hills, Michigan. Das Internat war an die Cranbrook Academy of Art angegliedert, die Eliel Saarinen im Geist der Moderne führte und die sich zu einem Zentrum für moderne Architekten und Künstler in den USA entwickelte. Saarinen und seine Frau Loja bemerkten das Talent der jungen Florence und nahmen sie unter ihre Fittiche. Mehrfach reiste Florence zu dieser Zeit mit den Saarinens nach Finnland und zu bedeutenden architektonischen Stätten in Europa. Außerdem lernte sie über Eliel Saarinen befreundete Architekturgrößen wie Frank Lloyd Wright, Le Corbusier oder Alvar Aalto kennen. Nach dem Schulabschluss wechselte Florence folgerichtig an die von Saarinen geführte Akademie, bevor sie 1935 an der Architectural Association in London ihr Architekturstudium begann. Der Zweite Weltkrieg zwang sie, nach Amerika zurückzukehren, wo sie ihr Studium am Illinois Institute of Technology in Chicago abschloss. Dort lernte sie auch Ludwig Mies van der Rohe kennen, der ebenfalls zu einem wichtigen Mentor wurde. Von Mies, so fasste sie es zusammen, habe sie “mehr gelernt als von jedem anderen und das in weniger Worten”.

Nach dem Studium beginnt sie ihre berufliche Laufbahn im New Yorker Architekturbüro von Marcel Breuer und Walter Gropius. Zu dieser Zeit lernte sie auch Hans Knoll kennen. Der Einwanderer aus Deutschland hatte in den USA – wie zuvor sein Vater in Deutschland – eine eigene Möbelfabrik gegründet. Ab 1943 arbeitete Florence in der Firma von Hans Knoll, 1944 heirateten die beiden. Während Hans die Firma Knoll Associates (später Knoll bzw. Knoll International) unternehmerisch führte, übernahm Florence die Leitung der sogenannten Planning Unit, dem Herzen der Firma.

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Florence Knoll Bassett (*1917)

Die 1917 als Florence Schust (Spitzname Shu) in Michigan geborene Architektin und Designerin musste bereits früh den Verlust ihrer Eltern... mehr erfahren »

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Florence Knoll Bassett (*1917)

Die 1917 als Florence Schust (Spitzname Shu) in Michigan geborene Architektin und Designerin musste bereits früh den Verlust ihrer Eltern verkraften. Ihr Vater Frederick Schust starb als Florence fünf Jahre alt war. Als auch die Mutter Mina starb, war Florence gerade zwölf. Ab 1932 besuchte Florence das Mädcheninternat Kingswood in Bloomfield Hills, Michigan. Das Internat war an die Cranbrook Academy of Art angegliedert, die Eliel Saarinen im Geist der Moderne führte und die sich zu einem Zentrum für moderne Architekten und Künstler in den USA entwickelte. Saarinen und seine Frau Loja bemerkten das Talent der jungen Florence und nahmen sie unter ihre Fittiche. Mehrfach reiste Florence zu dieser Zeit mit den Saarinens nach Finnland und zu bedeutenden architektonischen Stätten in Europa. Außerdem lernte sie über Eliel Saarinen befreundete Architekturgrößen wie Frank Lloyd Wright, Le Corbusier oder Alvar Aalto kennen. Nach dem Schulabschluss wechselte Florence folgerichtig an die von Saarinen geführte Akademie, bevor sie 1935 an der Architectural Association in London ihr Architekturstudium begann. Der Zweite Weltkrieg zwang sie, nach Amerika zurückzukehren, wo sie ihr Studium am Illinois Institute of Technology in Chicago abschloss. Dort lernte sie auch Ludwig Mies van der Rohe kennen, der ebenfalls zu einem wichtigen Mentor wurde. Von Mies, so fasste sie es zusammen, habe sie “mehr gelernt als von jedem anderen und das in weniger Worten”.

Nach dem Studium beginnt sie ihre berufliche Laufbahn im New Yorker Architekturbüro von Marcel Breuer und Walter Gropius. Zu dieser Zeit lernte sie auch Hans Knoll kennen. Der Einwanderer aus Deutschland hatte in den USA – wie zuvor sein Vater in Deutschland – eine eigene Möbelfabrik gegründet. Ab 1943 arbeitete Florence in der Firma von Hans Knoll, 1944 heirateten die beiden. Während Hans die Firma Knoll Associates (später Knoll bzw. Knoll International) unternehmerisch führte, übernahm Florence die Leitung der sogenannten Planning Unit, dem Herzen der Firma.

„Wenn es Florence Knoll nicht gefällt, dann wird es nicht gemacht.“

In dieser Rolle hatte Florence Knoll das letzte Wort in allen Designfragen, die das Produktprogramm oder das Erscheinungsbild des Unternehmens betrafen. Außerdem erarbeitete die Planning Unit im Kundenauftrag innenarchitektonische Konzepte etwa für Universitäten oder Konzerne wie IBM, General Motors, Heinz Ketchup oder den Fernsehsender CBS, für den Knoll die Räume eines von Eero Saarinen entworfenen Gebäudes einrichtete. Auch die weltweiten Showrooms, in denen Knoll die Möbelkollektion präsentierte, wurden von der Planning Unit entworfen.

Unter der Leitung von Florence Knoll entstand – getreu ihrem Motto „good design is good business“ – ein Produktportfolio mit Entwürfen namhafter Architekten und Designer wie Alexander Girard, Harry Bertoia, Eero Saarinen, Marcel Breuer, Ralph Rapson, George Nakashima, Isamu Noguchi, Jens Risom oder Charles Pollock. Als eines der ersten Unternehmen führte Knoll die Namen der Designer an und zahlte ihnen Lizenzgebühren für ihre Entwürfe. So wurde Florence Knoll zu einer Mitbegründerin des Autorendesigns, behielt aber stets das letzte Wort. Gefiel ihr ein Entwurf nicht, musste entweder nachgebessert werden, oder das Produkt wurde nicht hergestellt.

Der bedeutendste Aspekt im Werk von Florence Knoll ist wahrscheinlich der Paradigmenwechsel in der Büroarchitektur, den sie anstieß. Sie krempelte das Erscheinungsbild von Büroräumen rund um die Welt gründlich um. Als Architektin dekorierte sie Büroräume nicht nur oberflächlich, sondern durchdachte sie von Grund auf und unter funktionalen Aspekten aus der Nutzerperspektive. Ihre Vision einer Arbeitsumgebung war die eines klar gegliederten, aufgeräumten Raumes im Sinne der klassischen Moderne. Der typische Chefschreibtisch war bis in die 1960er Jahre hinein, eine Art Mahagonifestung, die diagonal im Raum positioniert wurde. Die Tischplatte war meist von verschiedensten Unterlagen und Utensilien übersäht. Florence Knoll ersetzte ihn durch ein schlankes Möbelstück, das sie rechtwinklig und damit platzsparend im Raum positionierte. Damit die Tischplatte aufgeräumt blieb, sah sie zusätzliche versteckte Ablagemöglichkeiten vor. Auch andere Aspekte des Bürolebens revolutionierte Florence Knoll, so setzte sie erstmals Konferenztische mit ovaler Tischplatte ein, die es allen Konferenzteilnehmern erlauben, sich gegenseitig zu sehen. Um die innenarchitektonischen Entwürfe der Planning Unit zu visualisieren und mit den Kunden zu besprechen verwendete Florence Knoll sogenannte paste-ups: Grundrisse und Zeichnungen, in die sie Holz-, Textil-, Leder- oder Farbmuster direkt einklebte. So konnte sie einen lebendigen Eindruck davon vermitteln, wie der fertig eingerichtete Raum aussehen wird.

Die innenarchitektonische Arbeit der Planning Unit wirkte auch auf das Produkt-Programm von Knoll zurück. Einerseits griff Florence, die bei ihren Mitarbeitern unter dem von ihrem Mädchennamen abgeleiteten Spitznamen Schu bekannt war, für die Innenräume natürlich auf Möbel des eigenen Unternehmens zurück. Gab es aber einmal kein passendes Möbelstück, entwarf sie es kurzerhand selbst. Dabei sah sie sich selbst nie als Möbeldesignerin, wie sie 2001 bescheiden zu Protokoll gab: „Saarinen und Bertoia haben skulpturale Entwürfe geschaffen. Meine waren architektonisch.“ Dabei war es gerade der zurückhaltende Minimalismus ihrer Entwürfe, der dafür sorgte, dass sie sich gut in die jeweiligen Umgebungen einfügten und der zu einem typischen Knoll-Look beitrug. Durch ihre Schlichtheit brachten die Möbel einerseits Farben und Bezugsstoffe, sowie andererseits die skulpturalen Entwürfe eben von Bertoia oder Saarinen umso mehr zur Geltung.

Als Hans Knoll 1955 im Alter von 41 Jahren bei einem Autounfall starb, übernahm Florence zunächst alleine die Firmenleitung. 1958 heiratete sie den Bankier Harry Hood Bassett, den sie als Klienten der Planning Unit kennengelernt hatte. Sie nahm den Namen Florence Knoll Bassett an, stellte einen Geschäftsführer ein und zog nach Florida, wo Bassett Rinder züchtete. Sie leitete jedoch noch bis 1965 die Planning Unit und reiste dafür regelmäßig nach New York. Erst nachdem sie mit der Einrichtung des CBS-Gebäudes ihren letzten Auftrag vollendet hatte, zog sie sich ganz aus der Firma zurück. 1961 wurde Florence Knoll als erste Frau vom American Institute of Architects mit der Goldmedaille für Industriedesign ausgezeichnet. 1995 verlieh ihr die University of Miami die Ehrendoktorwürde. Florence Knoll führte über ihre Arbeit penibel Buch. Ihre gesammelten persönlichen Aufzeichnungen schenkte sie im Jahr 2000 der Smithsonian Institution, die sie in ihr Archiv für amerikanische Kunst aufnahm. Die Aufzeichnungen wurden als Offenbarung beschrieben und gelten für sich genommen bereits als Kunstwerk. 2003 erhielt sie von Präsident George Bush die National Medal of Arts. Dabei handelt es sich um die höchste Anerkennung, die die amerikanische Regierung an Künstler verleihen kann. Zuvor hatten sie unter anderen Isamu Noguchi, Robert Venturi oder Frank Gehry erhalten.

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„Wenn es Florence Knoll nicht gefällt, dann wird es nicht gemacht.“

In dieser Rolle hatte Florence Knoll das letzte Wort in allen Designfragen, die das Produktprogramm oder das Erscheinungsbild des Unternehmens betrafen. Außerdem erarbeitete die Planning Unit im Kundenauftrag innenarchitektonische Konzepte etwa für Universitäten oder Konzerne wie IBM, General Motors, Heinz Ketchup oder den Fernsehsender CBS, für den Knoll die Räume eines von Eero Saarinen entworfenen Gebäudes einrichtete. Auch die weltweiten Showrooms, in denen Knoll die Möbelkollektion präsentierte, wurden von der Planning Unit entworfen.

Unter der Leitung von Florence Knoll entstand – getreu ihrem Motto „good design is good business“ – ein Produktportfolio mit Entwürfen namhafter Architekten und Designer wie Alexander Girard, Harry Bertoia, Eero Saarinen, Marcel Breuer, Ralph Rapson, George Nakashima, Isamu Noguchi, Jens Risom oder Charles Pollock. Als eines der ersten Unternehmen führte Knoll die Namen der Designer an und zahlte ihnen Lizenzgebühren für ihre Entwürfe. So wurde Florence Knoll zu einer Mitbegründerin des Autorendesigns, behielt aber stets das letzte Wort. Gefiel ihr ein Entwurf nicht, musste entweder nachgebessert werden, oder das Produkt wurde nicht hergestellt.

Der bedeutendste Aspekt im Werk von Florence Knoll ist wahrscheinlich der Paradigmenwechsel in der Büroarchitektur, den sie anstieß. Sie krempelte das Erscheinungsbild von Büroräumen rund um die Welt gründlich um. Als Architektin dekorierte sie Büroräume nicht nur oberflächlich, sondern durchdachte sie von Grund auf und unter funktionalen Aspekten aus der Nutzerperspektive. Ihre Vision einer Arbeitsumgebung war die eines klar gegliederten, aufgeräumten Raumes im Sinne der klassischen Moderne. Der typische Chefschreibtisch war bis in die 1960er Jahre hinein, eine Art Mahagonifestung, die diagonal im Raum positioniert wurde. Die Tischplatte war meist von verschiedensten Unterlagen und Utensilien übersäht. Florence Knoll ersetzte ihn durch ein schlankes Möbelstück, das sie rechtwinklig und damit platzsparend im Raum positionierte. Damit die Tischplatte aufgeräumt blieb, sah sie zusätzliche versteckte Ablagemöglichkeiten vor. Auch andere Aspekte des Bürolebens revolutionierte Florence Knoll, so setzte sie erstmals Konferenztische mit ovaler Tischplatte ein, die es allen Konferenzteilnehmern erlauben, sich gegenseitig zu sehen. Um die innenarchitektonischen Entwürfe der Planning Unit zu visualisieren und mit den Kunden zu besprechen verwendete Florence Knoll sogenannte paste-ups: Grundrisse und Zeichnungen, in die sie Holz-, Textil-, Leder- oder Farbmuster direkt einklebte. So konnte sie einen lebendigen Eindruck davon vermitteln, wie der fertig eingerichtete Raum aussehen wird.

Die innenarchitektonische Arbeit der Planning Unit wirkte auch auf das Produkt-Programm von Knoll zurück. Einerseits griff Florence, die bei ihren Mitarbeitern unter dem von ihrem Mädchennamen abgeleiteten Spitznamen Schu bekannt war, für die Innenräume natürlich auf Möbel des eigenen Unternehmens zurück. Gab es aber einmal kein passendes Möbelstück, entwarf sie es kurzerhand selbst. Dabei sah sie sich selbst nie als Möbeldesignerin, wie sie 2001 bescheiden zu Protokoll gab: „Saarinen und Bertoia haben skulpturale Entwürfe geschaffen. Meine waren architektonisch.“ Dabei war es gerade der zurückhaltende Minimalismus ihrer Entwürfe, der dafür sorgte, dass sie sich gut in die jeweiligen Umgebungen einfügten und der zu einem typischen Knoll-Look beitrug. Durch ihre Schlichtheit brachten die Möbel einerseits Farben und Bezugsstoffe, sowie andererseits die skulpturalen Entwürfe eben von Bertoia oder Saarinen umso mehr zur Geltung.

Als Hans Knoll 1955 im Alter von 41 Jahren bei einem Autounfall starb, übernahm Florence zunächst alleine die Firmenleitung. 1958 heiratete sie den Bankier Harry Hood Bassett, den sie als Klienten der Planning Unit kennengelernt hatte. Sie nahm den Namen Florence Knoll Bassett an, stellte einen Geschäftsführer ein und zog nach Florida, wo Bassett Rinder züchtete. Sie leitete jedoch noch bis 1965 die Planning Unit und reiste dafür regelmäßig nach New York. Erst nachdem sie mit der Einrichtung des CBS-Gebäudes ihren letzten Auftrag vollendet hatte, zog sie sich ganz aus der Firma zurück. 1961 wurde Florence Knoll als erste Frau vom American Institute of Architects mit der Goldmedaille für Industriedesign ausgezeichnet. 1995 verlieh ihr die University of Miami die Ehrendoktorwürde. Florence Knoll führte über ihre Arbeit penibel Buch. Ihre gesammelten persönlichen Aufzeichnungen schenkte sie im Jahr 2000 der Smithsonian Institution, die sie in ihr Archiv für amerikanische Kunst aufnahm. Die Aufzeichnungen wurden als Offenbarung beschrieben und gelten für sich genommen bereits als Kunstwerk. 2003 erhielt sie von Präsident George Bush die National Medal of Arts. Dabei handelt es sich um die höchste Anerkennung, die die amerikanische Regierung an Künstler verleihen kann. Zuvor hatten sie unter anderen Isamu Noguchi, Robert Venturi oder Frank Gehry erhalten.