Pierre Paulin (1927 - 2009)

Der 1927 in Paris geborene Pierre Paulin zählt zu den namhaftesten französischen Designern. Er wuchs im nordfranzösischen Laon auf und kam schon als Kind mit der Welt von Kunst und Design in Berührung: Sein Großonkel war der Bildhauer Freddy Stoll und sein Onkel Georges Paulin arbeitete als Automobildesigner unter anderem für Rolls Royce, Bentley und Peugeot. In den 1930er Jahren entwickelte Georges Paulin erstmals ein Cabriolet mit Blechdach. Von 1947 bis 1950 studierte Pierre Paulin an der privaten Pariser Kunstschule École Camondo, die später auch von Philippe Starck besucht wurde.

Nach dem Studium arbeitete Paulin zunächst im Büro des Innenarchitekten Maxime Old und anschließend für den Dekorateur Marcel Gascoin. Einen Namen machte er sich mit der Ausstellung eigener Entwürfe im „Foyer d’aujourd’hui“ das einen Teil der 1953 im Pariser Grand palais stattfindenden Salon des arts ménagers bildete. Die Inspiration für seine Möbel bezieht Paulin aus den Entwürfen amerikanischer Designer wie Charles und Ray Eames oder Florence Knoll, so wie aus dem skandinavischen Möbeldesign.

1958 beginnt der in Maastricht ansässige Möbelhersteller Artifort eine Neuausrichtung hin zu zeitgenössischen Entwürfen und beauftragt unter anderem Pierre Paulin mit der Entwicklung eines entsprechenden, zeitgemäßen Produktportfolios. Unter den Entwürfen für Artifort finden sich auch Paulins populärste Möbel: der Mushroom Chair (1960), der Ribbon Chair (1966), und der Tongue Chair (1967). In ihrer Konstruktionsweise ähneln sich die drei Sitzmöbel: sie verwenden jeweils hölzerne Sitzschalen, die mit Porengummi gepolstert und mit einem elastischen Gewebe bezogen sind, das sonst für die Herstellung von Badeanzügen Verwendung findet.

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Pierre Paulin (1927 - 2009)

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Pierre Paulin (1927 - 2009)

Der 1927 in Paris geborene Pierre Paulin zählt zu den namhaftesten französischen Designern. Er wuchs im nordfranzösischen Laon auf und kam schon als Kind mit der Welt von Kunst und Design in Berührung: Sein Großonkel war der Bildhauer Freddy Stoll und sein Onkel Georges Paulin arbeitete als Automobildesigner unter anderem für Rolls Royce, Bentley und Peugeot. In den 1930er Jahren entwickelte Georges Paulin erstmals ein Cabriolet mit Blechdach. Von 1947 bis 1950 studierte Pierre Paulin an der privaten Pariser Kunstschule École Camondo, die später auch von Philippe Starck besucht wurde.

Nach dem Studium arbeitete Paulin zunächst im Büro des Innenarchitekten Maxime Old und anschließend für den Dekorateur Marcel Gascoin. Einen Namen machte er sich mit der Ausstellung eigener Entwürfe im „Foyer d’aujourd’hui“ das einen Teil der 1953 im Pariser Grand palais stattfindenden Salon des arts ménagers bildete. Die Inspiration für seine Möbel bezieht Paulin aus den Entwürfen amerikanischer Designer wie Charles und Ray Eames oder Florence Knoll, so wie aus dem skandinavischen Möbeldesign.

1958 beginnt der in Maastricht ansässige Möbelhersteller Artifort eine Neuausrichtung hin zu zeitgenössischen Entwürfen und beauftragt unter anderem Pierre Paulin mit der Entwicklung eines entsprechenden, zeitgemäßen Produktportfolios. Unter den Entwürfen für Artifort finden sich auch Paulins populärste Möbel: der Mushroom Chair (1960), der Ribbon Chair (1966), und der Tongue Chair (1967). In ihrer Konstruktionsweise ähneln sich die drei Sitzmöbel: sie verwenden jeweils hölzerne Sitzschalen, die mit Porengummi gepolstert und mit einem elastischen Gewebe bezogen sind, das sonst für die Herstellung von Badeanzügen Verwendung findet.

Neben seiner Arbeit als Designer, war Pierre Paulin auch als Innenarchitekt tätig. So richtete er 1961 das Foyer des artistes in der Pariser Maison de la Radio ein und gestaltete sowohl für Georges Pompidou als auch für François Mitterrand die jeweiligen Privaträume im Élysée-Palast. Auch die Einrichtung des Wartesaals des TGV-Terminals am Bahnhof Paris-Gare-de-Lyon sowie der Aile Denon, eines Teilbereichs des Louvre, stammt aus der Feder Paulins. 1975 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Maïa Wodzislawska und mit Marc Lebailly die Designagentur ADSA, mit der er unter anderem viel für den Kochgeschirrhersteller Tefal entwarf. Nach einer längeren Designabstinenz wurde Pierre Paulin von einer Anfrage Tom Dixons im Jahr 2005 wieder zum Entwerfen animiert. Dixon fungierte zu diesem Zeitpunkt als künstlerischer Leiter von Habitat und nahm zwei Entwürfe Paulins in das Habitat-Programm auf. In der Folge entwarf Paulin auch für Magis und Roset.

Eine besondere Rolle spielt Pierre Paulin auch für die Entwicklung des sogenannten Monobloc. Diese Art von Stuhl wird an einem Stück als Spritzgussteil aus Kunststoff hergestellt und ist heute massenhaft verbreitet – vielen gelten die oft im Außenbereich eingesetzten, kostengünstigen Sitzmöbel jedoch als hässlich. Der erste Stuhl dieser Art war der 1973 vorgestellte Fauteil 300 des französischen Herstellers Stamp. Der Inhaber des Unternehmens – Henry Massonet – war ein guter Freund von Pierre Paulin, der ihm auch bei der Entwicklung des Fauteil 300 half, denn die Fertigung von Spritzgussteilen dieser Größenordnung  war zum damaligen Zeitpunkt eine technische Herausforderung. Pierre Paulin stellte jedoch eine Bedingung für seine Hilfe bei der Entwicklung des Urtyps des Monobloc: sein Name sollte in diesem Zusammenhang auf keinen Fall genannt werden.

Pierre Paulin, der im Jahr 2009 starb, wurde 2016 mit einer Retrospektive im Centre Pompidou geehrt. Darüber hinaus finden sich seine Entwürfe auch in den Dauerausstellungen des Museum of Modern Arts in New York, des Victoria & Albert Museum in London, sowie des Musée des arts décoratifs in Paris. Bereits 1969 hatte Paulin den Chicago Design Award für den von ihm entworfenen Ribbon Chair erhalten, 1987 wurde er mit dem Grand prix national de la Création industrielle ausgezeichnet.

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Neben seiner Arbeit als Designer, war Pierre Paulin auch als Innenarchitekt tätig. So richtete er 1961 das Foyer des artistes in der Pariser Maison de la Radio ein und gestaltete sowohl für Georges Pompidou als auch für François Mitterrand die jeweiligen Privaträume im Élysée-Palast. Auch die Einrichtung des Wartesaals des TGV-Terminals am Bahnhof Paris-Gare-de-Lyon sowie der Aile Denon, eines Teilbereichs des Louvre, stammt aus der Feder Paulins. 1975 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Maïa Wodzislawska und mit Marc Lebailly die Designagentur ADSA, mit der er unter anderem viel für den Kochgeschirrhersteller Tefal entwarf. Nach einer längeren Designabstinenz wurde Pierre Paulin von einer Anfrage Tom Dixons im Jahr 2005 wieder zum Entwerfen animiert. Dixon fungierte zu diesem Zeitpunkt als künstlerischer Leiter von Habitat und nahm zwei Entwürfe Paulins in das Habitat-Programm auf. In der Folge entwarf Paulin auch für Magis und Roset.

Eine besondere Rolle spielt Pierre Paulin auch für die Entwicklung des sogenannten Monobloc. Diese Art von Stuhl wird an einem Stück als Spritzgussteil aus Kunststoff hergestellt und ist heute massenhaft verbreitet – vielen gelten die oft im Außenbereich eingesetzten, kostengünstigen Sitzmöbel jedoch als hässlich. Der erste Stuhl dieser Art war der 1973 vorgestellte Fauteil 300 des französischen Herstellers Stamp. Der Inhaber des Unternehmens – Henry Massonet – war ein guter Freund von Pierre Paulin, der ihm auch bei der Entwicklung des Fauteil 300 half, denn die Fertigung von Spritzgussteilen dieser Größenordnung  war zum damaligen Zeitpunkt eine technische Herausforderung. Pierre Paulin stellte jedoch eine Bedingung für seine Hilfe bei der Entwicklung des Urtyps des Monobloc: sein Name sollte in diesem Zusammenhang auf keinen Fall genannt werden.

Pierre Paulin, der im Jahr 2009 starb, wurde 2016 mit einer Retrospektive im Centre Pompidou geehrt. Darüber hinaus finden sich seine Entwürfe auch in den Dauerausstellungen des Museum of Modern Arts in New York, des Victoria & Albert Museum in London, sowie des Musée des arts décoratifs in Paris. Bereits 1969 hatte Paulin den Chicago Design Award für den von ihm entworfenen Ribbon Chair erhalten, 1987 wurde er mit dem Grand prix national de la Création industrielle ausgezeichnet.