100 Jahre Ilmari Tapiovaara

Der finnischer Möbeldesigner und Innenarchitekt Ilmari Tapiovaara wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Der Mittelpunkt seines Werkes, das vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, bilden Sitzgelegenheiten. Sein Anspruch an sie betraf vor allem ihre Funktionalität und Transportfähigkeit. Neben Stationen in den Büros von Alvar Aalto in London oder Le Corbusier in Paris, sind seine Entwürfe auch mit Hintergrund seiner Heimat Finnland zu sehen. Einflüsse von außen bezüglich neuer Errungenschaften in Sachen Material und Ästhetik nahm er auf und setzte sie entsprechend seiner Vorstellungen um. Er kann als Wegbereiter des Designs des 20. Jahrhunderts angesehen werden. Er internationalisierte und etablierte finnisches Design.

Hocker Tale (ursprünglich for Asko)

 

Alte Werbeaufnahme des Kiki Chairs von Tapiovaara

Die Entwürfe Tapiovaaras werden heute von Artek hergestellt, die die Produktionsrechte 2010 von Aero Design erwarben. Da Markanto bereits von Anfang an damals die Tapiovaara Kollektion für Aero Design exklusiv auf dem deutschen Markt vertrieben hat (inklusive diverser Besuche im schönen Helsinki!), dürfen wir uns wohl zu Recht als die Ilmari Tapiovaara Experten bezeichnen.

Domus Chair von Ilmari Tapiovaara in Kuhlfell-Variante (von Knoll International vertrieben)

Über Ilmari Tapiovaara (18.06.2014)

Am 7. September 1914 erblickte Ilmari Tapiovaara im finnischen Tampere als eines von elf Kindern das Licht der Welt. Zum Studium zwischen 1934 und 1937 zog es ihn nach Helsinki um Industriedesign und Innenarchitektur am Institut für Industriedesign zu studieren. Auf einer Reise im Abschlussjahr arbeitete er zwei Monate im Architektenbüro Le Corbusier. Es folgte die Übernahme der Leitung von 1938-1941 in der finnischen Möbelfabrik Asko. Danach wurde er kriegsbedingt eingezogen – unter seinen ersten Entwürfen finden sich Alltagsgegenstände und einfache Stühle aus Holz für Kasernen und Kantinen.

Zurück aus dem Zweiten Weltkrieg baute Tapiovaara um 1950 gemeinsam mit seiner Frau, der Architektin Annikki Tapiovaara, eine neue Existenzgrundlage auf und arbeitet fortan als freier Designer in Helsinki. Neben dem eigenen Büro lehrte er 1950–1953 an der Hochschule für Kunst und Design, Taideteollinen Korkeakoulu, und hatte ein Jahr lang eine Gastprofessur am Institute of Design des Illinois Institute of Technology in Chicago inne. Von 1559 bis 1968 war Tapiovaara für neun Jahre im Vorstand des Finnischen Verbandes für Design, Ornamo, bei dem er 1978 zum Ehrenmitglied aufstieg. 1965–1969 nahm er erneut eine Dozentenstelle an der Universität für Technologie in Helsinki an und unterrichtete Innendesign. Ab 1974 war er für ein Jahr Berater für Design und Produktion von Export-Möbeln auf Mauritius für die UNIDO (United Nations Industrial Development Organisation).
Ilmari Tapiovaara war Zeit seines Lebens auf der Suche nach dem perfekten Entwurf für Mehrzweckstühle, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch vielfältig einsetzbar sein sollten. So war es ihm ein besonderes Anliegen das Auseinandernehmen und Stapeln von Stühlen zu ermöglichen. Bekannte Beispiele sind seine Stapelstühle Lukki (1952) für Lukkiseppo und Wilhelmiina (1959). Zu seinen berühmtesten Werken gehört vor allem der Domus Stuhl von 1948, später auch bekannt als Finn Chair. Aber auch die Pirkka Sitzgruppe, der Tale Hocker oder der Mademoiselle Sessel sind Teil seines umfangreichen Sortiments an Sitzgelegenheiten.

Die Entwürfe werden heute von Artek hergestellt, die die Produktionsrechte 2010 von Aero Design erwarben. Da Markanto bereits von Anfang an damals die Tapiovaara Kollektion für Aero Design exklusiv auf dem deutschen Markt vertrieben hat (inklusive diverser Besuche im schönen Helsinki!), dürfen wir uns wohl zu Recht als die Ilmari Tapiovaara Experten bezeichnen.

Wenn gleich Ilmari Tapiovaara sich stets auf Möbel fokussierte, war er doch auch in anderen Gebieten tätig. So etwa im Bereich der Grafik, wenn er Filmplakate für seinen Bruder Nyrki Tapiovaara entwarf. Er fotografierte auch, war als Architekt angestellt und entwarf sogar die Inneneinrichtung von Flugzeugen der heutigen Finnair. Zudem gestaltete Tapiovaara Leuchten Glaswaren, Metallwaren, Stereoanlagen, Teppiche, Textilien, Tapeten und Spielzeug. In der Zeit von 1951 bis 1960 erhielt er sechs Goldmedaillen der Mailänder Triennale für seine Entwürfe – mehr als jeder andere Designer. 1971 erhielt er den Finnischen Staatspreis für Design. Tapiovaara starb nach einem ereignisreichen Leben am 31. Januar 1999.

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