Der Domus Chair von Artek als Beauty Version
Entworfen wurde der Domus Chair ursprünglich 1946 vom finnischen Designer Ilmari Tapiovaara für das Studentenwohnheim Domus Academica in Helsinki. Was den Entwurf besonders macht, war die präzise Verbindung von Ergonomie und Zurückhaltung. Die leicht geschwungene Sitz- und Rückenfläche aus formgepresstem Holz folgt dem Körper auf eine überraschend bequeme Weise, ohne weich oder überinszeniert zu wirken. Charakteristisch für den Domus Stuhl sind vor allem die verkürzten Armlehnen: Sie geben Halt, ohne den Stuhl schwer erscheinen zu lassen, und erlauben es zugleich, ihn nah an einen Tisch zu ziehen. Genau dieses Detail zeigt, wie sorgfältig Tapiovaara Nutzung, Bewegung und Raum zusammengedacht hat.
ormal wirkt der Domus Chair fast selbstverständlich – und genau darin liegt seine Qualität. Der Domus Chair braucht keine dekorative Geste, um Präsenz zu haben. Seine Form ist klar, ruhig und konstruktiv, aber nie kalt. Er steht exemplarisch für einen nordischen Modernismus, der nicht nur ästhetisch reduziert ist, sondern vor allem auf Alltagstauglichkeit, Materialehrlichkeit und soziale Zugänglichkeit setzt. Damit verkörpert er ein Designverständnis, bei dem Gestaltung nicht Luxus ist, sondern eine Verbesserung des täglichen Lebens.
Dies alles macht den stapelbaren Domus Chair zu einem unserer Lieblingsstühle überhaupt, Markanto-Gründer Sven Vorderstrase nutzt den Domus Stuhl seit Jahren am Esstisch zuhause. Dabei hat er noch Stühle von der Edition von Aero Design, die vor Artek den finnischen Klassiker produzierten und Markanto für den deutschsprachigen Raum als Exklusivpartner hatten.
Seinen Durchbruch hat der Entwurf im Jahr 1947, als Knoll International den Stuhl in sein Sortiment aufnahm und anfing ihn unter dem Namen „Finn Chair“ in Pennsylvania in den Vereinigten Staaten zu produzieren (wir haben einen ganzen frühen Stuhl aus dieser Produktion in unserer Sammlung). Dass ein ursprünglich für studentisches Wohnen entwickelter Stuhl später in Bibliotheken, Cafés, Universitäten und privaten Esszimmern auf der ganzen Welt eingesetzt wurde, zeigt seine außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit.
Heute wirkt der Domus Chair aktueller denn je. In einer Zeit, in der viele Möbel zwischen dekorativem Objekt und schnelllebigem Konsumprodukt schwanken, erinnert er daran, dass Langlebigkeit, Klarheit und Nutzungsintelligenz zeitlos sind. Der Stuhl ist nicht laut, aber präzise. Nicht spektakulär, aber dauerhaft relevant. Gerade deshalb ist er ein Möbel, das man nicht nur betrachtet, sondern versteht.
Zum Jubiläum legt Artek den Stuhl nun in verschiedenen abgestimmten Beauty Versionen in Stoff oder Leder auf, die sich zusätzlich über einen umlaufenden Keder bei der Rückenlehne ausweichen. Das Gestell ist dazu abgestimmt in gebeizter Birke oder in Eiche. Eine umfangreiche Auswahl der Edition finden Sie im Markanto Showroom in der Kölner Südstadt.