Ein kritischer Beitrag zur Mehrwertsteuersenkung am 1. Juli 2020

Vorweg: Ab heute Nachmittag werden bei uns die Preise auf den neuen Mehrwertsteuersatz von 16% gesenkt. Da dies bei über 3.000 Produkten mit ca. 200.000 Varianten manuell nicht möglich ist, erfolgen die Anpassungen durch eine besondere Programmierung. Dies hat zur Folge, dass wir für das nächste halbe Jahr auf unserer Internetseite sehr krumme Beträge ausweisen werden, denn zum 1. Januar 2021 soll wieder der alte Mehrwertsteuersatz von 19% gelten.

Die Umstellung bedeutet, dass sich nur bei Produkten mit 19% Mehrwertsteuer der Preis ändert und dies auch nicht um 3% (so wie es häufig kommuniziert wird), sondern um rechnerisch ca. 2,5%. Denn die 16% Mehrwertsteuer werden auf den Nettobetrag aufaddiert und ergeben so den Bruttobetrag. Dabei werden die Bruttopreise für Bücher trotz des reduzierten Mehrwertsteuersatz von nun 5% unverändert bleiben, denn bedingt durch das Buchpreisbindungsgesetz ist hier keine Reduktion möglich. Auch werden wir die Preise für Vintage-Objekte, die der Differenzbesteuerung nach § 25a UstG. unterliegen, unverändert lassen.

Denn eigentlich wollten wir unsere gesamten Bruttopreise unverändert lassen. Hintergrund ist, dass uns so die aufwendige Programmierung erspart worden wäre. Denn die Änderungen der beiden Mehrwertsteuersätze bedeuten für alle Unternehmen einen immensen Mehraufwand, verbunden mit hohen Kosten. Was von der Bundesregierung gut angedacht war, ist leider wenig praxistauglich. Denn für viele Unternehmen, die durch die Corona-Pandemie schon massive Umsatz- und Gewinnverluste hinnehmen mussten, bedeutet diese Maßnahme einen sehr hohen bürokratischen Zusatzaufwand verbunden mit hohen Extrakosten. Alleine uns kostet die Mehrwertsteuersenkung ca. EURO 4.000,00. Daher ist für uns die Maßnahme schon aus dem Grund zweifelhaft.

Zusätzlich ist die Mehrwertsteuersenkung eine Art finanzieller Kannibalismus bei unseren EU-Nachbarländern. Denn in Holland, Belgien, Frankreich oder Dänemark liegen die Mehrwertsteuersätze teilweise bei bis zu 25%. Das wird zur Folge haben, dass wir bei Markanto im nächsten halben Jahr verstärkt Bestellungen aus dem EU-Ausland erhalten, über die wir uns selbstverständlich sehr freuen. Aber im Rahmen des europäischen Gedankens macht dies wenig Sinn, so wird die Kaufkraft aus unseren Nachbarländern, die teilweise noch mehr unter der Pandemie leiden oder litten, nach Deutschland abgezogen. Europäische Solidarität sieht anders aus!

Dennoch haben wir unsere Bruttopreise für sogenannte regelbesteuerte Produkte (erkennbar nun an den krummen Preisen) zum 1. Juli 2020 gesenkt. Denn einerseits möchten wir natürlich, dass unsere Kunden von der Reduktion profitieren, zum anderen müssen wir auch die Preise aus wirtschaftlichen Gründen anpassen, damit wir im Internet weiter wettbewerbsfähig sind.

Aber nach unserer Meinung ist die Maßnahme für einen Konjunkturaufschwung aus den oben genannten Gründen nicht sehr sinnvoll, eine gewünschte Alternative wäre viel mehr eine Art Einmalzahlung an alle Bundesbürger gewesen. Ob die von der Bundesregierung beschlossene Maßnahme der Mehrwertsteuersenkung greift, wird das nächste halbe Jahr zeigen....

*Dies ist laut Anwaltsauskunft in Ordnung, da ja heute keine Sendungen mehr verschickt werden.

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