Panthella „The Originals" – Neuauflage zum 100. Geburtstag Verner Pantons
Herausgegeben zum 100. Geburtstag Verner Pantons im Jahr 2026, greift die „The Originals Edition” für die Panthella Portable 160 und 250 (im Herbst 2026 soll dann die Stehleuchte folgen) historische Farben von Verner Panton der 1970er Jahre wieder auf, die damals bei Louis Poulsen im Programm waren. Der opale Schirm in den Farben Orange, Rot, Braun, Blau-Grau und Grün, verbunden mit einem verchromten Fuß, verweist direkt auf Pantons Farbwelten und macht die Leuchte erneut zu einem farblichen Statement im Raum, ohne in Nostalgie zu verfallen. Gerade in zeitgenössischen, oft reduzierten Interieurs wirken diese Farbtöne wieder überraschend frisch und unterstreichen den skulpturalen Charakter der Form.
Als Verner Panton 1971 die Panthella entwarf, befand sich das skandinavische Design an einem Wendepunkt. Während große Teile der nordischen Moderne weiterhin auf Zurückhaltung, Naturmaterialien und funktionale Strenge setzten, verfolgte Panton einen radikal anderen Ansatz. Ihn interessierten organische Formen, industrielle Werkstoffe und vor allem die emotionale Wirkung von Farbe und Licht im Raum. Die Panthella entstand in einer Zeit, in der Kunststoff erstmals als vollwertiges Gestaltungsmaterial begriffen wurde und neue Produktionsmethoden eine nie dagewesene Freiheit in der Formgebung erlaubten. Charakteristisch für die Leuchte ist das Zusammenspiel von halbkugelförmigem Schirm und trompetenförmigem Fuß, die beide als Reflektoren fungieren und ein weiches, blendfreies Licht erzeugen – ein Prinzip, das Pantons Verständnis für Lichtlenkung und Atmosphäre widerspiegelt. Gleichzeitig vermittelte die Panthella mit ihrer fast skulpturalen Erscheinung eine neue Leichtigkeit, die den Aufbruch der Pop- und Space-Age-Ära ebenso spiegelte wie Pantons Wunsch, Innenräume emotional aufzuladen und aus der „graubeigen Konformität" der Nachkriegsjahre zu lösen.
Louis Poulsen, seit Jahrzehnten enger Partner Verner Pantons, bewahrte diesen Entwurf kontinuierlich im Programm und entwickelte ihn über die Jahre technisch weiter, ohne das ursprüngliche Lichtkonzept zu verfälschen. Die Panthella wurde so zu einer der wenigen Leuchten, die sowohl designhistorisch relevant als auch alltagsnah blieben. Die Einführung der portablen Version im 21. Jahrhundert lässt sich als konsequente Fortführung von Pantons Ansatz lesen: Licht sollte flexibel sein, sich dem Menschen anpassen und neue Nutzungsorte erschließen. Die Panthella Portable ist daher keine bloße Miniatur, sondern eine in Proportion und Lichtwirkung präzise übersetzte Neuinterpretation der klassischen Tischleuchte von 1971. Dass sowohl Schirm als auch Fuß weiterhin als Lichtlenker dienen, bleibt das zentrale gestalterische Motiv.
Trotz des Rückbezugs auf die Siebziger entspricht die Panthella Portable „The Originals" technisch vollständig heutigen Anforderungen. Die Größen 160 und 250 verfügen über integrierte LED-Module mit warmem Licht, stufenweise Dimmung per Touch-Schalter und einen wiederaufladbaren Akku, der kabellose Nutzung ermöglicht. USB-C-Ladetechnik, klare Bedienlogik und eine sorgsam kalibrierte Lichtleistung sorgen dafür, dass die Leuchte sowohl als atmosphärisches Objektlicht als auch als funktionale Tischleuchte eingesetzt werden kann. Die größere Variante 250 verstärkt dabei die Präsenz im Raum und nähert sich stärker der klassischen Tischleuchte an, während die 160 eine intime, fast objekthafte Lichtquelle darstellt. In beiden Fällen bleibt das Licht weich, gleichmäßig und blendfrei – ganz im Sinne Pantons ursprünglicher Intention.