Brutalismus als Accessoire: Le Corbusiers Leuchte Borne Béton

Neu bei Markanto ist die Leuchte Borne Béton, die Le Corbusier für seine 1952 gebaute Unité d’Habitation in Marseille entwarf. Der italienische Hersteller Nemo hat die aus Beton gegossene Leuchte wieder aufgelegt und bietet sie in zwei Größen an. Durch den Einsatz von LED-Leuchtmitteln wurde der Entwurf behutsam an heutige Anforderungen angepasst.

Borne Béton – robust und elegant zugleich

Le Corbusier braucht man nicht vorstellen: der 1887 unter dem bürgerlichen Namen Charles-Édouards Jeanneret-Gris im schweizerischen La Chaux-de-Fond geborene Architekt ist einer der Überväter der modernen Architektur. Bei seinen Anhängern ist er unter dem liebevoll verkürzten Spitznamen „Corbu“ bekannt. Von ihm stammen so ikonische Bauten wie die Villa Savoye, die von 1928 bis 1931 bei Paris gebaut wurde, oder die 1955 fertiggestellte Kapelle Notre-Dame-du-Haut in den Vogesen. Mit der indischen Stadt Chandigarh, die Le Corbusier am Reissbrett entwarf, hatte er Gelegenheit auch städtebauliche Überlegungen in die Praxis umzusetzen. Doch sein einflussreichster Entwurf ist wahrscheinlich die Unité d’Habitation in Marseille.

Borne Béton Petit mit dem Hocker LC14 Tabouret Maison du Bresil von Cassina

Diese Wohnanlage, die 337 Maisonettewohnungen umfasst, entstand im Rahmen des Wiederaufbaus 1947 und wurde in den folgenden Jahren noch weitere dreimal in Frankreich, sowie einmal in Berlin realisiert. Die Unité d’Habitation ist architekturhistorisch aus zwei Gründen bedeutsam: einerseits nimmt sie den Gedanken der Urbanität durch Dichte vorweg, der erst in den Siebzigerjahren wirklich populär wurde. Dabei soll durch Großbauten mit entsprechend vielen Wohneinheiten eine hohe Dichte mit urbaner Qualität erzeugt werden, Einrichtungen des täglichen Bedarfs, wie Kindergärten, Sportstätten, Gastronomiebetriebe und Einzelhändler können dann ebenfalls im Gebäude unterkommen, weil seine Bewohner allein schon für eine ausreichende Nachfrage sorgen. Wohnanlagen dieser Art sollten einen gehobenen Wohnstandard der breiten Masse der Bevölkerung zugänglich machen. Zum Anderen gilt die Unité d’Habitation als Gründungsbau des Brutalismus. Dieser Stilbegriff geht zurück auf das französische Wort „brut“, das „roh“ bedeutet, und hier in Bezug auf die Verwendung rohen Betons gemeint ist. Die Verwendung von unverkleidetem Beton war vor Le Corbusier nur für Industriegebäude oder militärische Zweckbauten üblich. Bei der Unité d’Habitation wurde Sichtbeton erstmals im Wohnbau eingesetzt, also bei einer Bauaufgabe mit deutlich höherem Anspruchsniveau.

Borne Beton Grande Bodenleuchte von Le Corbusier

Passend zur Fassade aus Sichtbeton stattete Le Corbusier auch die Umgebung der Unité aus und entwarf zur Beleuchtung der Gehwege die Leuchte Borne Béton, deren Leuchtenkörper aus Beton gegossen ist. Der Werkstoff weist für diese Anwendung einige Vorteile auf: das Material ist nicht nur robust, sondern wirkt durch seine helle Farbe auch als Reflektor. Dabei betont das schräg nach unten abgestrahlte Licht die eleganten Schwünge und Linienübergänge des Leuchtenkörpers. Die Form insgesamt weckt Assoziationen sowohl an einen Hafenpoller als auch an einen Meilenstein. Dabei handelt es sich nicht um einen Zufall, denn das Wort „Borne“ bezeichnet im Französischen steinerne Poller, Grenz- oder Meilensteine.

Erhältlich ist die neue Edition von Nemo als kleine Borne Beton Petite sowie als Borne Beton Grande. Beide LED-Leuchten sind dabei wahlweise für den Indoor – oder Outdoorbereich lieferbar.

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