Gerrit Rietvelds Military Stool in seiner Heimatstadt

Gerrit Rietveld entwarf 1923 zur Einrichtung eines Militär-Altenheims in Utrecht den sogenannten Military Chair. Ähnlich wie der berühmte Rot-Blau Stuhl handelt es sich dabei um einen Stuhl, der sich in seiner Form- und Farbgebung klar an den Gestaltungsprinzipien der DeStijl Bewegung orientiert. Beim später vorgestellten Military Stool handelt es sich um einen auch als Beistelltisch verwendbaren Hocker, der den Stuhl passend ergänzt. In Kooperation mit dem Hersteller Rietveld Originals präsentierten wir auf den diesjährigen Passagen zur Möbelmesse diese sogenannten Militärmöbel als Markanto Edition. Diese Edition greift eine historische Farbkomposition von Gerrit Rietveld auf. Hierbei sind die Militärmöbel fast vollständig in dezentem Grau gehalten, lediglich die Stirnflächen der für den Entwurf so charakteristischen Verstrebungshölzer heben sich in  Gelb ab.

Auf unserer Reise nach Utrecht konnten wir den Military Stool in der Markanto Edition vor dem Rietveld-Schröder-Haus platzieren, und ihn somit sinnbildlich nach Hause bringen. Denn in Utrecht befand sich mit dem erwähnten Militäraltersheim nicht nur der ursprüngliche Einsatzort des Military Chair; die Stadt ist auch der Geburtsort von Gerrit Rietveld. Einen symbolträchtigeren Ort als das Rietveld-Schröder-Haus hätte es außerdem kaum geben können, denn das 1924 fertiggestellte Gebäude ist Rietvelds wichtigstes architektonisches Werk und wird seit dem Jahr 2000 als Unesco Welterbe gelistet.

Gerrit Rietveld entwarf das Wohnhaus für die jung verwitwete Innenarchitektin Truus Schröder-Schräder, die dort von 1925 bis zu ihrem Tod im Jahr 1985 lebte. Anschließend wurde das bereits seit 1976 unter Denkmalschutz stehende Haus durch das Centraal Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es zählt zu den frühesten modernen Wohnhäusern überhaupt und wirkt in seiner traditionell bebauten Umgebung bis heute wie ein Fremdkörper. Kaum vorstellbar ist aus heutiger Sicht, wie neuartig es auf die Zeitgenossen seiner Erbauung gewirkt haben muss. Das zweigeschossige Haus mit Flachdach imitiert mit seinen verputzten Mauerwänden den optischen Eindruck von Beton. Dieser Werkstoff galt damals bereits als fortschrittliches und modernes Material, seine Verarbeitung war aber noch wenig erprobt und deutlich teurer als die Verwendung von Mauerwerk. Diverse Vordächer, Balkone und vereinzelte, weit vor der Fassade stehende Stützen rhythmisieren den Bau in bester DeStijl-Manier auf ausgewogene und doch unregelmäßige Weise, während dezente Farbakzente ihr übriges tun, das Rietveld-Schröder-Haus als DeStijl-Architektur auszuweisen. Sogar eins der statisch verwegensten Markenzeichen der Moderne ist hier bereits zu finden: die stützenfreie Ecke.

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