Art-Design bei Markanto: Die Grenze von bildender Kunst und angewandter Kunst

Den Begriff Art-Design prägte ursprünglich das Auktionshaus Phillips in New York. Diese Kategorie umfasst künstlerische Objekte, die zumeist in kleinen Auflagen (häufig als limitierte Editionen), hergestellt wurden und von ihrer Anmutung im Grenzbereich zwischen Kunst und Design liegen. Denn der Fokus des Entwerfers war weniger der praktische Nutzen (wie es im Industrial Design üblich ist), sondern die künstlerische Umsetzung.

In unserem Vintage-Bereich finden Sie zur Zeit zwei Arbeiten aus dem 20. Jahrhundert, die nach unserer Ansicht eindeutig eher als ein Kunstwerk als ein Designentwurf zu definieren sind. Dabei könnten diese Arbeiten kaum unterschiedlicher sein - rund 40 Jahre und ein Weltkrieg liegen zwischen den Entwürfen. Die eine Arbeit ist noch vom Expressionismus beeinflusst, die zweite Arbeit von der Pop-Kultur der 1960er Jahre. Gemeinsam ist den Arbeiten nur, dass sie aus Deutschland stammen.

Die goldfarbige Schaufensterpuppe entstand im Jahr 1924 als Teil einer expressionistischen Serie. Entwerfer war der Künstler Rudolf Belling, der immer wieder als Grenzgänger zwischen Bildhauerei, Grafik, Design und Architektur tätig war. Diese „Moden-Plastiken” umfassten insgesamt sieben verschiedene Modelle, die sich silber- oder goldfarbig präsentierten. Dabei war das hier gezeigte Modell noch die konservativste Ausführung der sogenannten „Berliner Engel”. Mit diesen aus Papiermaché und Holz hergestellten Plastiken schuf Rudolf Belling ab 1919 Objekte, die ohne jedes historisches Vorbild waren und sich in dem Grenzbereich zwischen Kunst und Design bewegten. Es erfolgte zwar eine industrielle Serienherstellung in der Berliner Erdmannsdorfer Büstenfabrik, aber wohl nur in kleiner Stückzahl.

Ab 1921 entwarf der Bildhauer Rudolf Belling seine berühmten „Berliner Engel”. Diese expressionistische, künstlerische Schaufensterpuppen-Serie umfasste insgesamt sieben verschiedene Modelle, die sich silber- oder goldfarbig präsentierten. Gefertigt wurde sie von der Erdmannsdorfer Büstenfabrik in Berlin aus Papiermaché und Holz. Die von Rudolf Belling als „Moden-Plastiken” getauften Schaufensterpuppen waren dabei ohne historisches Vorbild und läuteten eine neue Ära der Schaufensterwerbung ein. Inspiriert vom Kubismus, Expressionismus und dem Art Déco schuf Rudolf Belling während der Weimarer Republik zahlreiche Objekte, die später von den Nationalsozialisten als entartet diffamiert wurden. Sein Hauptwerk – die Plastik „Dreiklang” aus dem Jahr 1919 – vereinigte den Gedanken einer Vereinigung der drei Kunstrichtungen Malerei, Bildhauerei, Architektur (Quelle Wikipedia). Dieser Ansatz findet sich im gleichen Jahr bei Walter Gropius im Gründungsmanifest des Bauhaus.

Der skulpturale Floris Stuhl des Wuppertaler Designers Günter Beltzig entstand hingegen – inspiriert von der Mondlandung – im Jahr 1967 und zählt zu den ungewöhnlichsten Sitzmöbeln. Günter Beltzig nutzte für den Stuhl Fiberglas als Werkstoff, angedacht war eine industrielle Produktion. Doch die Herstellung des Floris Stuhl gestaltete sich in den 1960er Jahren sehr schwierig und die Formgebung war für die meisten Zeitgenossen zu ungewöhnlich. Nur 40 bis 50 Exemplare wurden damals in Handarbeit hergestellt. Heute finden sich diese wenigen Stühle in vielen bedeutenden Designmuseen dieser Welt – als spannendes Objekt für die Möglichkeit der Gestaltung mit Kunststoff.

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