Eames Radio von Vitra in limitierter Edition

Wohl kaum ein Material hat die Arbeit von Charles und Ray Eames so geprägt wie formverleimtes Schichtholz, für das sich im Englischen der Begriff Plywood etabliert hat. Die Eames experimentierten ab den frühen 1940er-Jahren mit diesem vielseitigen Material und entwickelten – teils im Auftrag des US-Militärs – Verfahren zur Fertigung von Plywood. Nach dem Krieg entwarfen Charles und Ray Eames zahlreiche Produkte – vom berühmten Lounge Chair über den Raumteiler Folding Screen bis hin zum  Couchtisch CTM – deren Charakter vom Material Plywood bestimmt wird. Doch neben den inzwischen zu Designikonen avancierten Möbeln, schufen die Eames zu dieser Zeit auch verschiedene Konsumgüter. Darunter fanden sich gleich mehrere Radios für verschiedene Hersteller. Auch bei der Gestaltung der Radiogehäuse griffen die Eames natürlich auf ihr Lieblingsmaterial Plywood zurück.

Um die Jahrhundertmitte verkauften sich innerhalb weniger Jahre die verschiedenen Plywood-Radios von Charles und Ray Eames zu Hunderttausenden. Doch aufgrund des technischen Fortschritts war den Radios eine weniger rosige Zukunft beschert als den Möbeln. Zwischenzeitlich vielfach als überholt oder defekt aussortiert, sind heute nur noch wenige der ursprünglichen Eames Radios erhalten. Als das Kölner Museum für angewandte Kunst im Jahr 2016 die Ausstellung „RADIO Zeit“ ganz dem Thema Radio widmete, spielten die Eames Geräte aus der Jahrhundertmitte mit ihren eleganten Plywoodgehäusen eine zentrale Rolle. Zwei der in der Ausstellung gezeigten Eames Radios waren dabei Leihgaben von Markanto.

Nicht zuletzt durch die Kölner Ausstellung ist das Interesse an den Radioentwürfen von Charles und Ray Eames zu neuem Leben erwacht. Mit der schlicht als „Eames Radio“ betitelten Neuauflage greift Vitra in Kooperation mit dem Eames Office nun auf einen Entwurf des Designerpaars zurück, der seiner Zeit damals um Jahrzehnte voraus war. Während die Form des elegant gerundeten Korpus aus formverleimtem Nussbaumholz, kontrastiert mit einer matt-schwarzen Gehäusefront sicherlich auch in den 1940er Jahren gefallen hat, stießen die kompakten Maße des Radios damals auf Ablehnung. In einer Zeit, in der Radios oftmals noch ganze Kommoden einnahmen, war das von Charles und Ray Eames ersonnene, kompakte Tischmodell, mit einem Gehäuse kleiner als ein Schuhkarton, eine Absonderlichkeit und wurde vom auftraggebenden Hersteller abgelehnt – er wünschte sich ein „normales Design“. Zwar wurden Photos des Radios – mit Streichholzbriefchen als Größenreferenz – im Magazin „Interiors“ veröffentlich, Kompaktradios konnten sich jedoch noch jahrzehntelang nicht durchsetzen.

Doch die Zeiten ändern sich und Kompaktradios sind mittlerweile ein gewohnter Anblick. Einmal mehr zeigt sich hieran, wie weit die Eames ihrer Zeit voraus waren und wie gut sie Produktkonzepte aus den Bedürfnissen der Nutzer her entwickeln konnten ohne sich dabei von konventionellen Vorstellungen in ihrer Kreativität einschränken zu lassen. Ausgestattet mit aktueller Technik von dem in Schottland ansässigen Unternehmen Revo, eines führenden Anbieters digitaler Audiogeräte im Premiumsegment, lässt das Eames Radio nicht nur optisch, sondern auch klanglich und funktionell keine Wünsche offen. Es gibt nur einen Haken: Wenn Sie ein Eames Radio ergattern möchten, müssen Sie schnell sein, denn es ist auf 999 Exemplare limitiert.

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