Eames Lounge Chair – das Original von Vitra

1956 entstand mit dem Eames Lounge Chair eine Ikone des amerikanischen Mid Century Designs. Aufgabe war es damals, eine zeitgemäße, moderne Version des alten englischen Clubsessels zu erstellen. Dabei nutzten Charles und Ray Eames ihre Erfahrungen aus der dreidimensionalen Formholz-Technologie, die sie schon früher für die Plywood Chairs verwendeten. Der Entwurf, zuerst von Herman Miller in Michigan, Vereinigten Staaten hergestellt, später dann auch von Vitra in Europa, wurde ein Meilenstein der Designgeschichte. Unterschiedlich geformte Schichtholzschalen wurden für die Schale verwendet, voluminöse Lederpolster sorgten für einen sehr hohen Sitzkomfort. So entwickelte sich der Eames Lounge Chair zu einer Stilikone, die sich auch heutzutage größter Beliebtheit erfreut.

Wahlweise als Classic Version oder XL-Version

Der heutige Eames Lounge Chair von Vitra ist in zwei Versionen erhältlich: die klassische Variante aus den 1950er Jahren und eine zeitgemäße XL-Version für größere Nutzer. Der Fußhocker (Ottomane) ist bei beiden Varianten identisch.

Unser Tipp 1: Der Designklassiker ist nicht nur sehr komfortabel - sondern auch ein Objekt der Nachhaltigkeit. Je nach  Alter, Zustand und Ausführung werden für gebrauchte Eames Lounge Chairs in internationalen Designauktionen bis zu EURO 15.000,00 aufgerufen. Ausführliche Informationen zu der Wertermittlung finden Sie dazu im Markanto Blog.

Unser Tipp 2: Stellen Sie sich Ihren Eames Lounge Chair selbst zusammen. Im Vitra Haus in Weil am Rhein finden Sie dazu das Lounge Chair Atelier. Dort können Sie sich bei einem Besuch Ihre Schale (Kirsche, Nussbaum oder Palisander) und die Ledervariante selbst individuell auswählen - und erhalten schon nach wenigen Tagen die Lieferung des Designklassikers. Bitte geben Sie dazu als Referenz Markanto als Ihren Vitra Fachhändler an.

Das Vitra Facts Sheet zum Lounge Chair finden Sie hier. Ausführliche weitere Informationen über den Eames Lounge Chair finden Sie weiter unten...

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Eames Stools
von Charles und Ray Eames
€ 1.260,00 *
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Lounge Chair Black
von Charles und Ray Eames
ab € 5.720,00 *
 
 
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von Charles und Ray Eames
ab € 6.140,00 *
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Lounge Chair White
von Charles und Ray Eames
ab € 5.720,00 *
 
 

Historie des Eames Lounge Chair

Das Hauptaugenmerk im Werk von Charles und Ray Eames lag stets darauf, erschwingliche Möbel zu entwerfen, die sich im industriellen Maßstab herstellen lassen und entsprechend kostengünstig angeboten werden können. Diese Entwurfsphilosphie zeigt sich etwa deutlich anhand der Plastic Chairs, die ursprünglich sogar als Beitrag zu einem Wettbewerb des New Yorker Museum of Modern Art eingereicht wurden, dessen Ziel es war, die Entwicklung von hochwertig gestalteten Möbeln für einen Massenmarkt zu fördern. Der Lounge Chair bildet hier jedoch eine große Ausnahme. Er war von beginn an als Luxusobjekt geplant.

Die Stilikone, die sich am Vorbild des traditionellen englischen Clubsessels orientiert, und sich schnell auch zum Statussymbol entwickelte, wurde mit dem Ziel entwickelt, dem Nutzer den bestmöglichen Sitzkomfort zu bieten. Um diese Qualität auch optisch zum Ausdruck zu bringen, schwebte es Charles Eames vor, dem Sessel die warme Anmutung eines Baseballhandschuhs zu verleihen, der bereits reichlich Gebrauchsspuren trägt: Wer im Lounge Chair sitzt, sollte sich so sicher umschlossen fühlen, wie ein Baseball im Handschuh. Genau wie der Baseballhandschuh wird auch der Lounge Chair dank seiner hochwertigen Materialien und robusten Konstruktion mit zunehmendem Alter und Gebrauch immer schöner. Eine gewisse Patina verleiht ihm Charakter, Glaubwürdigkeit und Gravitas. Sollte doch einmal etwas kaputtgehen, ist es natürlich Ehrensache, dass Vitra die für eine Reparatur notwendigen Ersatzteile selbst noch für die ältesten Exemplare des Sessels vorhält. Da sich die Konstruktionsweise seit der Markteinführung kaum verändert hat, sind einige Einzelteile sogar mit denjenigen heutiger Modelle austauschbar. Um den legendären Komfort des Lounge Chair zu erzielen, gingen Charles und Ray Eames nach dem bewährten Prinzip „harte Schale, weicher Kern vor“. Der Korpus des Sessels setzt sich aus drei Schalen aus formverleimtem Schichtholz zusammen, die Sitzfläche, Rücken- und Kopflehne bilden und untereinander mit eleganten Aluminiumelementen verbunden sind. In die Formholzschalen fügen sich großvolumige Lederpolster, die zum Ausruhen förmlich einladen. An Rückenlehne und Sitzfläche sind die eleganten, ausschwingenden Armlehnenden angebracht, die vollständig gepolstert und mit Leder bezogen sind. Der Sessel ruht – drehbar gelagert – auf einem Fünfsternfuß aus Aluminiumdruckguss, der mit seiner optischen Leichtigkeit die gravitätische Schwere der übrigen Bestandteile kontrastiert. Abgerundet wird die Konstruktion mit durchdachten Detaillösungen wie den sogenannten „Domes of Silence“ – besonders geschmeidig und leise gleitenden Kunststofffüßen – oder den „Shock Mounts“. Diese ursprünglich aus Gummi, später aus Kunststoff gefertigten Federungselemente werden ähnlich wie Unterlegscheiben an den Befestigungspunkten der Formholzschalen eingesetzt und ermöglichen eine gewisse stoßdämpfende Beweglichkeit.

Charles und Ray Eames kam beim Entwurf des Lounge Chair zum wiederholten Male ihre ausgewiesene Expertise im Umgang mit formverleimtem Schichtholz zugute. Schon während des Zweiten Weltkriegs hatten sie mit diesem Material experimentiert und die entsprechenden Fertigungsverfahren weiterentwickelt. Im Auftrag des US-Amerikanischen Militärs entwickelten sie eine aus Formholz gefertigte Beinschiene für verwundete Soldaten. Bei diesem Einsatzzweck machten sich die schwingungsdämpfenden Eigenschaften des Materials positiv bemerkbar: Hatten die vorherigen Beinschienen aus Aluminium die Verletzungen während des Transports des Patienten meist noch verschlimmert, war dieses Problem dank des neuen Werkstoffs nun behoben. Auch in friedlichen Zeiten brachten die Eames das unter Hitze und Druck geformte Schichtholz zum Einsatz. Vor Entwurf des Lounge Chair etwa schon beim ungepolsterten Lounge Chair Wood, der kurz als LCW bekannt ist. Während für die inneren Lagen des Schichtholzes beim Lounge Chair aus funktionalen Gründen Ahornholz zum Einsatz kommt, sind für die Außenlagen mittlerweile zahlreiche edle Furniere verfügbar. Die ersten Exemplare nutzten hier ausnahmslos Rio Palisander. Da der entsprechende Palisanderbaum jedoch in seinem Bestand bedroht ist, und mittlerweile auch unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fällt, wird seit den 1990er Jahren als nachhaltiger und gleichwertiger Ersatz Santos Palisander verwendet. Darüber hinaus sind auch Kirsch- und Nussbaumhölzer, sowie diverse nachträglich pigmentierte, gebeizte oder lackierte Varianten erhältlich. Nicht zuletzt legt Vitra immer wieder limitierte Sondereditionen auf, die sich im verwendeten Holz oder in ihrer Farbigkeit von den Serienmodellen unterscheiden und oftmals zu begehrten Sammlerobjekten werden.

Schon ein Jahr nach der amerikanischen Markteinführung durch das Unternehmen Herman Miller begann 1957 Vitra damit, als lizensierter Hersteller den Lounge Chair für den europäischen Markt zu produzieren. Zur gleichen Zeit begann auch das Unternehmen Hille International mit offizieller Eames-Lizenz, den britischen Markt zu versorgen. Die Lizenz für das Heimatland des traditionellen Clubsessels lief jedoch nach zehn Jahren aus, wohingegen Herman Miller und Vitra das Kultmöbel bis heute ununterbrochen produzieren. Hinzu kommt – ebenfalls von Beginn an bis heute – eine unüberschaubare Menge weiterer Anbieter, die den Lounge Chair entweder dreist kopierten, oder sich das epochemachende Möbelstück zum Vorbild für eigene ähnliche Entwürfe nahmen. Bei Markanto erhalten Sie selbstverständlich immer das Original.

Als einer der bedeutendsten Möbelentwürfe des zwanzigsten Jahrhunderts und als Inkunabel des amerikanischen Mid Century Design, ist der Eames Lounge Chair in zahlreichen prestigereichen Museen rund um den Globus ausgestellt. Beispielhaft seien hier nur das Museum of Modern Art in New York, die National Gallery of Victoria in Melbourne und das Designmuseum Danmark in Kopenhagen genannt. Auch in Film und Fernsehen ist das Kultmöbelstück oft zu sehen. Es taucht etwa in dem James-Bond-Film „You Only Live Twice“ von 1967 auf und ist später in derselben Reihe in den Filmen „The World Is Not Enough“, „Die Another Day“ und „Casino Royale“ jeweils im Büro der von Judi Dench verkörperten Geheimdienstchefin M zu sehen. Auch in „Tron Legacy“ von 2010  und „Iron Man 2“ aus demselben Jahr dient der Lounge Chair als Requisit. In den Fernsehserien „Frasier“ und „Gossip Girl“ ist das Möbelstück regelmäßig zu sehen, während in der Arztserie „House“ wiederholt eine Nachahmung des Sessels gezeigt wurde. Auch der aus Österreich-Ungarn stammende Komödienregisseur Billy Wilder („The Apartment“, „Irma la Douce“, „Some Like It Hot“) nannte einen Lounge Chair sein Eigen. Von Charles Eames erhielt er das zweite je produzierte Exemplar als Geschenk. Die Eames verband eine enge Freundschaft mit dem Regisseur, unter anderem fungierten sie bei Wilders Hochzeit als Trauzeugen und steuerten eine Sequenz zu dessen Film „The Spirit of St. Louis“ bei. Für Wilders Büro entwarfen Charles und Ray Eames eine Liege, wobei der Regisseur besonderen Wert darauf legte, dass nicht der Eindruck entstehen könnte, es handele sich dabei um eine Besetzungscouch.

Pflegehinweise

Der Eames Lounge Chair ist gebaut für die Ewigkeit. Die hohe Qualität sowohl seiner Konstruktion als auch der verwendeten Materialien sorgt für eine lange Lebensdauer des eleganten Möbelstücks. Doch obwohl der Sessel nur wenig Pflege benötigt, sollten Sie einige Hinweise beachten, um vermeidbare Schäden zu verhindern und Ihren Lounge Chair in Bestform zu halten:

  • Direkte Sonneneinstrahlung kann dafür sorgen, dass Holzoberflächen ausbleichen oder nachdunkeln. Diese natürliche Farbveränderung kann als störend wahrgenommen werden. In diesem Fall sollte der Lounge Chair vor Sonnenlicht geschützt aufgestellt werden.
  • Auch bei Hitzequellen ist Vorsicht geboten. Um den Sessel nicht unnötig zu strapazieren, sollte etwa zu Heizkörpern stets ein Mindestabstand von 30 cm eingehalten werden.
  • Die Holzoberflächen sollten nicht mit aggressiven Reinigungsmitteln behandelt werden. Stattdessen reicht es aus, die Holzschalen bei Bedarf mit einem weichen, feuchten Tuch abzureiben. Anschließend sollten sie schnell mit einem trockenen Tuch abgetrocknet werden, damit die Feuchtigkeit keine Gelegenheit hat, ins Holz einzuziehen.
  • Flecken auf den Lederflächen können ebenfalls mit einem feuchten Tuch entfernt werden, auch hierbei sollte man darauf achten, Restfeuchtigkeit unmittelbar wieder abzutrocknen. Bei hartnäckigeren Flecken kann man auch einen Radiergummi zu Hilfe nehmen. Zusätzlich bietet es sich an, die Lederflächen gelegentlich mit milden Pflegemitteln zu behandeln, um ihre Geschmeidigkeit zu erhalten und Rissbildung zuvorzukommen. Pflegeintervalle von einem Jahr sind hierbei jedoch mehr als ausreichend.

Wie erkennt man einen gefälschten Lounge Chair?

Das zuverlässige Erkennen von Fälschungen ist schwierig. Abhängig davon, wie viel Aufwand, Sachkenntnis und Aufmerksamkeit fürs Detail der Fälscher investieren kann oder möchte, ist es kaum möglich, ein Plagiat als solches zu identifizieren. Doch es gibt einige einfache Merkmale, anhand derer sich viele – wenn auch nicht alle – Fälschungen erkennen lassen:

  • Ein Original hat seinen Preis. Wenn ein Angebot zu gut ist um wahr zu sein, dann handelt es sich wahrscheinlich um ein Plagiat.
  • Anhand der Maßangaben auf unserer Internetseite beziehungsweise auf der Internetseite von Vitra können Sie kontrollieren, ob die Abmessungen eines fraglichen Sessels mit denen des Originals übereinstimmen. Ist das nicht der Fall, handelt es sich um eine Fälschung. Beachten Sie dabei jedoch, dass der Eames Lounge Chair von Vitra seit einigen Jahren auch in einer geringfügig größeren XL-Version angeboten wird.
  • Die Lederbezüge des Lounge Chair lassen sich abnehmen. Bei Plagiaten ist das aus Kostengründen oftmals nicht der Fall.


Um sicher zu sein, ein Original zu erhalten, ist es am Besten, bei einem vertrauenswürdigen, offiziellen Vitra-Händler wie Markanto zu kaufen. Auch wenn Sie ein älteres Exemplar besitzen, bei dem Sie nicht sicher sind, ob es sich um ein Original handelt, beraten wir Sie gerne.