Vom Rheinland in die Lombardei: Ichendorf Milano bei Markanto

Die Marke Ichendorf Milano geht zurück auf die Ichendorfer Glashütte, die im Jahr 1898 in dem Örtchen Ichendorf unweit von Köln gegründet wurde. Die Eisenbahnanbindung und nahegelegene Vorkommen von Quarzsand und Kohle machten die Region zu einem idealen Standort für die Glasproduktion. So siedelte sich etwa auch im benachbarten Ort Düren die bekannte Glashütte Peill & Putzler an, die unter anderem für Leuchten nach Entwürfen von Aloys Gangkofner bekannt ist. Die Ichendorfer Glashütte fokussierte ihre Produktion bald auf dekorierte Kelchgläser und erreichte in den 1930er Jahren eine tägliche Produktion von 30.000 Gläsern. Zu dieser Zeit arbeiteten dort rund 750 Mitarbeiter.

Zu den erfolgreichsten Gläsern der ersten Jahrzehnte zählte eine 1921 eingeführte Serie aufwändig verzierter, farbiger Römergläser. Hierbei wurde auf den Kelch eines klaren Weinglases eine zusätzliche Schicht aus farbigem Glas aufgebracht. Anschließend eingeschliffene Jugendstilornamente durchbrachen die farbige Schicht dann wieder punktuell und ließen ein kontrastreiches Spiel von Farben und Linien entstehen. In der Nachkriegszeit erreichten solche farbig dekorativen Gläser große Popularität und es entstanden teilweise kitschige Ausprägungen dieses Typs. Die Ichendorfer Glashütte jedoch, kehrte sich bereits im Jahr 1950 von dieser Entwicklung ab und richtete sich stilistisch vollkommen neu aus. Exemplarisch für den minimalistisch-modernen Stil, dem sich das Unternehmen nun verschrieb, steht die Serie Regulus aus dem Jahr 1959. In geometrischer Strenge und frei von Ornamenten oder Farbigkeit, spricht sie nur durch ihre eleganten Proportionen.

Nachdem die Glasproduktion in Ichendorf im Jahr 1986 aufgegeben wurde, siedelte sich 1990 das Ichendorf Style Center in Mailand an. Von der international bedeutenden Designmetropole erhoffte man sich Inspiration und neue Impulse. Dieses Konzept ist voll aufgegangen, denn unter dem Markennamen Ichendorf Milano, präsentiert die heute zu dem Unternehmen Corrado Corradi zählende Glasmanufaktur, ein beeindruckendes Portfolio formvollendeter Glasobjekte verschiedener Designer.

Bei Markanto präsentieren wir Ihnen eine Auswahl der schönsten Entwürfe. Vielfach knüpfen die heutigen Glasobjekte dabei an die Tradition der Ichendorfer Glashütte an. So erinnert etwa die Kelchglasserie Amalfi des Architekten und Designers Marco Sironi in ihrer geometrischen Klarheit an die Klassiker der 1950er Jahre. Andere Modelle spielen mit Kombinationen farbiger Gläser. Der Alchemy Dekanter nach einem Entwurf des Innenarchitekten und Designers Corrado Dotti etwa, kombiniert klares Glas mit einem bersteinfarbenen Verlauf, der an einen Sonnenuntergang denken lässt. Dotti, der in der Vergangenheit vielfach mit Matteo Thun arbeitete, war darüber hinaus Art Director bei Natuzzi und entwarf Interieurs für Armani Casa.

Ein weiteres Highlight ist die Karaffenserie Cactus nach Entwürfen des Designbüros Urge, hinter dem sich der Bologneser Entwerfer Gian Piero Giovannini verbirgt. In ihrer einfachen Zylinderform erinnern die Karaffen an Bechergläser aus dem Chemielabor. Eine besonderer Kniff verleiht ihnen jedoch ein humorvolles Erscheinungsbild: Als Griffe dienen schmale Zylinder, die – wie die Seitenarme eines Kaktus -  dem Hauptzylinder entwachsen. Die Griffe sind hohl und zum Hauptzylinder hin geöffnet, so dass sie sich ebenfalls mit dem Inhalt der Karaffe füllen. Insbesondere mit  farbigen Fruchtsäften befüllt, entsteht so ein charakteristischer Effekt, der Sie gedanklich in die Wüste von Arizona versetzen wird.

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