Aktuell wie eh und je: Fritz Hansen feiert 150jähriges Bestehen

Der 1847 geborene Schreinermeister Fritz Hansen gründete im Jahr 1872 eine Werkstatt in Kopenhagen – die Keimzelle des heutigen Unternehmens Fritz Hansen. Die Werkstatt wuchs schnell, sodass Hansen im Jahr 1896 eine neue Produktionstätte mit eigener Sägemühle eröffnete. Diese befand sich in dem rund zwanzig Kilometer nördlich von Kopenhagen gelegenen Ort Lillerød, wo Fritz Hansen bis heute seinen Unternehmenssitz hat. Als Christian Edvard Hansen, der Sohn des Firmengründers, im Jahr 1899 die Geschäfte von seinem Vater übernahm, arbeiteten bereits 50 Mitarbeiter für das Unternehmen. Er setzte die unter seinem Vater begonnene Entwicklung hin zur industriellen Fertigung weiter fort. So produzierte Fritz Hansen ab 1915 etwa auch Bugholzstühle – als erster Hersteller in Dänemark.

Mit Poul Fritz und Søren Christian Hansen stieg ab 1928 die dritte Generation in die Firmenleitung ein. Insbesondere Poul Fritz Hansen war es, der das Unternehmen als feste Größe in der Welt des modernen Designs verankerte. Hierzu arbeitete er ab 1934 mit Kaare Klint und Arne Jacobsen zusammen. Beide waren Architekten, die für Fritz Hansen Möbel entwarfen. Teilweise entstanden die Entwürfe zur Ausstattung eines Gebäudes und wurden von Fritz Hansen für diesen Zweck produziert, zusätzlich aber auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und regulär verkauft. Das bekannteste Beispiel für dieses Vorgehen stellt das 1960 fertiggestellte SAS Royal Hotel in Kopenhagen dar. Arne Jacobsen, der Architekt dieses Hotelhochhauses, plante detailliert auch die Einrichtung und Ausstattung des als Gesamtkunstwerk aufgefassten Gebäudes. Hierzu griff er teils auf frühere eigene Entwürfe zurück – etwa den auch bereits in Kooperation mit Fritz Hansen entstandenen Stuhl der Serie 7 – teils schuf er neue Entwürfe, wie etwa die Sessel Ei und Schwan, die wiederum von Fritz Hansen gefertigt wurden und heute – zu absoluten Designikonen avanciert – regulär erhältlich sind.

Auch die Zusammenarbeit mit Hans Wegner und Børge Mogensen wurde prägend für das Unternehmen Fritz Hansen. Eine Kooperation mit dem Designer Poul Kjærholm scheiterte hingegen Anfang der 1950er Jahre zunächst an produktionstechnischen Schwierigkeiten seiner aufwändigen Entwürfe. Kjærholm fand mit dem Geschäftsmann Ejvind Kold Christensen jedoch einen anderen Partner für die Produktion seiner Möbel. 1982 wurde Kjærholms Werk nachträglich in das Portfolio von Fritz Hansen integriert.

Zum 150jährigen Jubiläum bietet Fritz Hansen nun eine Anniversary Collection, die einige der ikonischsten Möbel des Sortiments in neuen Materialoptionen umfasst. Mit ihrer hochwertigen Anmutung bringen diese Materialien die Qualitäten der zeitlosen Entwürfe besonders zur Geltung. Die Kollektion organisiert sich um die beiden Themen Esstisch und Wohnzimmer. Zum einen umfasst sie den schon erwähnten Stuhl der Serie 7, sowie den Stuhl Lily, ebenfalls nach Entwurf von Arne Jacobsen. Ergänzt werden die Stühle um den Massivholztisch Essay nach Entwurf der Designerin Cecilie Manz. Dieser wurde mit einer Anpassung der verfügbaren Größen und Umpositionierung der Tischbeine perfekt auf die Stühle abgestimmt. Für den Bereich Wohnzimmer enthält die Anniversary Collection die beiden erwähnten Sesselikonen Ei und Schwan von Arne Jacobsen, sowie den Couchtisch PK61 von Poul Kjærholm.

Die neuen Materialien umfassen ein Walnussfurnier aus nachhaltiger Forstwirtschaft und neue Bezugsmaterialien für die Polster der Stühle und Sessel: das geschmeidige Anilinleder Grace des Herstellers Sørensen Læder in der dunkelbraunen Farbe Chestnut, sowie das Gewebe Rafir, dass der Hersteller Kvadrat nach einem Entwurf des belgischen Modedesigners Raf Simons fertigt. Außerdem sind die Drehfüße der Sessel Ei und Schwan in der Anniversary Collection anstatt der üblichen Verchromung mit einer schwarzen PVD-Beschichtung erhältlich. Das PVD-Verfahren – kurz für Physical Vapour Deposition – erlaubt durch kontrolliertes Bedampfen besonders dünne, ebenmäßige und widerstandsfähige Oberflächenbeschichtungen und hat sich beispielsweise bereits für die Beschichtung der Gehäuse hochwertiger Armbanduhren bewährt. Für den Couchtisch PK61 von Poul Kjærholm sind nun wieder Tischplatten aus graumeliertem Marmor verfügbar. Nachdem der Steinbruch in Porsgrunn im Süden Norwegens, aus dem die Tischplatten traditionell gewonnen wurden, jetzt leider erschöpft ist, konnte ein optisch kaum zu unterscheidender Ersatz gefunden werden. Die neuen Marmorplatten kommen wiederum aus Norwegen, nun aber aus einem Steinbruch in dem deutlich weiter nördlich gelegenen Ort Fauske innerhalb des Polarkreises.

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