Coming soon: Die Richard Herre Collection von e15

Seit 2012 umfasst das Sortiment von e15 nicht nur aktuelle Möbelentwürfe, sondern auch eine erste Reedition von Möbeln des Frankfurter Architekten Ferdinand Kramer. Eine der ersten Präsentationen dieser Kollektion fand zu den Passagen 2013 im Markanto Depot statt, seitdem arbeiten wir sehr eng und immer wieder gerne mit der Frankfurter Manufaktur rund um Philipp Mainzer und Farah Ebrahimi zusammen.

Gemeinsam war im Vorfeld des Bauhaus Jubiläums die Idee entstanden, eine Kollektion mit Entwürfen von Erich Dieckmann aufzulegen, dem – nach Marcel Breuer – zweitwichtigsten Möbelentwerfer am Bauhaus in Weimar. Denn Erich Dieckmanns Möbelentwürfe wurden in den 1920er Jahren – wie auch die von Ferdinand Kramer – in Frankfurt von der Hausrat GmbH produziert. Die Hausrat GmbH war eine gemeinnützige Gesellschaft, die moderne, preiswerte Möbel für Ernst Mays Großbauprojekte in Frankfurt produzierte. Auch hätte die Formensprache der Dieckmannischen Typenstühle nach unserer Ansicht hervorragend zu e15 gepasst. Leider konnte das Projekt aber bisher nicht realisiert werden, der Grund hierfür ist der fehlende Kontakt zu den Nachfahren des wichtigen Bauhäuslers. Denn trotz umfangreichster Recherchen konnten wir bisher keine lebenden Nachfahren von Erich Dieckmann mehr ermitteln. Sollte dies hier jemand lesen und uns weiterhelfen können, würden wir uns sehr freuen!

Dafür überrascht uns e15 nun mit einer kleinen Richard Herre Kollektion. Der Großvater des deutschen Sängers Max Herre wirkte in den 1920er Jahren als Designer und Architekt, Grafiker und Autor. Richard Herre stand als einflussreiche Figur des Stuttgarter Werkbunds im engem Austausch mit wichtigen Protagonisten der Moderne wie Oskar Schlemmer oder Willi Baumeister. Von den modernen Ansätzen Adolf Loos inspiriert, verfolgte er in seinem Schaffen als Entwerfer und Innenarchitekt einen ganzheitlichen Ansatz: neben seinen formalen und kubistischen Möbel- und Leuchtenentwürfen schuf Richard Herre Texildesigns von dezidierter Farbigkeit. Richard Herre gilt als einer der Initiatoren der Werkbund-Ausstellung 1927 in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung und war dort für die Inneneinrichtung des Hauses von Max Taut verantwortlich. Auch das Plakatmotiv zur Werkbund-Ausstellung „Die Form“ im Jahr 1924 stammte ebenfalls aus seiner Feder.

Richard Herres Werk überrascht durch seine große Bandbreite: seine durchdachten Möbelentwürfe zeichnen sich durch deutliche Geometrie und Rationalität aus, bei seiner Arbeit als Innenarchitekt verblüfft er oft mit einem auffallenden Einsatz von Wandfarbe zur Betonung der Einrichtung. Um dieser Brandbreite gerecht zu werden, legt e15 den von Richard Herre entworfenen Armlehnstuhl „Stuttgart“ sowie seinen Kelim „Zett“ wieder auf.

Der Armlehnstuhl „Stuttgart“ entstand 1926 und wurde von Richard Herre immer wieder leicht verändert. Für die Reedition wählte e15 die ursprüngliche Variante, die im Original noch im Familienbesitz der Herres erhalten ist. Der Massivholzstuhl ist ab Frühjahr 2020 in verschiedenen Hölzern und Polsterungen erhältlich und eignet sich in seiner schlichten, aber bestimmten Präsenz als Dining-, Executive- oder Besucherstuhl.

Der Teppich „Zet“ entstand ebenfalls im Jahr 1926 und wurde damals von der Texilweberin Sofie Mörike umgesetzt und wurde in zahlreichen Ausstellungen der Weimarer Republik zum zeitgemäßen Wohnen gezeigt. Der Kunsthistoriker und Förderer der Stuttgarter Avantgarde Hans Hildebrandt kommentierte: „Straffste Logik der formalen Durchbildung sprach aus den – von Sofie Mörike mustergültig ausgeführten – auch farbig besonders reizvollen Boden- und Wandteppichen Richard Herres, denen man auf den ersten Blick die ordnende Erfindung des Architekten ansieht.“

Über Richard Herre

Geboren 1885, studierte Richard Herre Architektur in Stuttgart und München und knüpfte bereits vor dem Ersten Weltkrieg Freundschaften mit zahlreichen Künstlern und späteren Protagonisten der Moderne. Er wurde Mitglied der Künstlervereinigung „Üecht“, die er auch publizistisch nach außen vertritt. Mit Richard Döcker, Hugo Keuerleber und Gustav Schleicher wird er zu einem wichtigen Verfechter der Neuen Sachlichkeit. Als Mitglied des Deutschen Werkbundes ist er an der Werkbund-Ausstellung „Die Wohnung“ 1927 beteiligt. Dafür steuert er zwar keine Architektur bei, ist jedoch für die Innenausstattung des Hauses von Max Taut verantwortlich. Als Architekt baut Richard Herre selbst nur ein einziges Gebäude und konzentriert sich vor allem auf die Innengestaltung.

Dabei ist er stark von den Ideen des Wiener Architekten und Autors Adolf Loos beeinflusst. Bei der Inneneinrichtung von Privatwohnungen, Schulen und Geschäften schafft er ganzheitliche Interieurs und entwirft dazu passend Möbel, Leuchten oder Textilien als Gesamtkunstwerk. Zusätzlich ist Richard Herre immer wieder auch als Grafiker tätig. Darüber hinaus verfasst er Essays und Gedichte und übersetzt Le Corbusiers „Modulor“ vom Französischen ins Deutsche. Richard Herre stirbt 1959.

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