Ausstellung ALUMINIUM zur idd cologne 2025 und zu den Passagen 2026

Die idd cologne feierte im Oktober 2025 Premiere und Markanto war als Showroom-Partner mit dabei. Gezeigt wird im Markanto Depot eine Installation mit den wichtigsten Aluminium-Möbeln des 20. Jahrhunderts – von Entwerfern wie Marcel Breuer, Isamu Noguchi oder Gio Ponti. Das 21. Jahrhundert wird durch aktuelle Entwürfe von Sabine Marcelis, Muller van Severen, Linde Freya Tangelder und Oskar Zięta repräsentiert.

Markanto Depot, Mainzer Straße 26, 50678 Köln
jeden Samstag von 11:00 bis 1600 Uhr
Zu den Passagen im Januar 2026 besondere Öffnungszeiten!

Die Ausstellung geht noch bis Ende Januar 2026!

Zur Ausstellung:

Das Leichtmetall Aluminium (chemische Bezeichnung Al) ist das in der Erdkruste am häufigsten vorkommende Metall. Allerdings ist es in der Natur fast ausschließlich in Form von chemischen Verbindungen zu finden. Daher wurde Aluminium erst im 19. Jahrhundert entdeckt und seit dem 20. Jahrhundert industriell produziert. Hergestellt wird das Leichtmetall in sogenannten Aluminiumhütten, die Produktion ist heute ökologisch umstritten, da beim Abbau des Rohstoffs Bauxit im Tagebau teilweise große Flächen zerstört werden. Auch ist die Weiterverarbeitung energieintensiv und führt zu hohen CO₂-Emissionen, wenn kein Strom aus erneuerbaren Quellen Verwendung findet. Dafür ist das Metall ohne Qualitätsverlust gut recycelbar, die heutige Quote liegt weltweit bei ca. 40%, in Europa sogar bei über 50%. Das bekannteste Produkt aus Aluminium ist die Alufolie, die sich in fast jedem Haushalt befindet. Hergestellt wird sie seit 1910 durch das Walzen des Metalls. Zusätzlich findet sich Aluminium in Fahrzeugen, Maschinen, elektrischen Leitungen, Rohren, Dosen und anderen Haushaltsgegenständen. Da es als Leichtmetall auch für die Herstellung von Möbeln gut geeignet ist, gab es auch immer wieder Initiativen, den Entwurf und die Produktion von Aluminiummöbeln zu fördern.

Aluminiummöbel in den 1930er Jahren

In den 1920er und 30er Jahren wurde Aluminium zum Werkstoff der Moderne. Dies wurde von der Aluminiumindustrie forciert, die hierzu extra Wettbewerbe für Entwürfe von Aluminium-Möbeln ausschrieb – wie den „Concours international du meilleur siège en aluminium” in Paris. Der Entwurf von Marcel Breuer, eine Kombination aus Stahlband und Aluminium-Latten (Abbildung oben) erhielt den 1. Platz der Jury, welcher auch der Bauhaus-Gründer Walter Gropius angehörte. Die Liege wird noch heute von Embru in der Schweiz hergestellt und ist Exponat der Ausstellung.

Ab 1935 entwarf Gio Ponti den Hauptsitz des aluminiumverarbeitenden Unternehmens Montecatini in Mailand. Für die Inneneinrichtung des Bürogebäudes im Stadtzentrum entwickelte der Architekt verschiedene Arbeitsstühle aus dem Werkstoff seines Auftraggebers. Insgesamt entstanden damals sechs Modelle, die designhistorisch einen Vorbildcharakter haben. Denn nicht nur durch die damalige Kombination modernster Materialien (Aluminium, Bakelit und Sika-Kunstleder) ist dieser Entwurf einzigartig, die Serie wurde später in großen Stückzahlen als anonymer Entwurf in den USA gefertigt und fand sich in zahlreichen Büros und US-Diners. Der in unserer Ausstellung gezeigt Stuhl ist ein Original aus dem Jahr 1938.

Mit dem Entwurf des Landi-Stuhls für die schweizerische Landesausstellung in Zürich hatte der Schweizer Industriedesigner Hans Coray seinen Durchbruch. Denn der aus gelochtem Aluminiumblech gefertigte Stapelstuhl wurde zu einer Ikone des Industrial Design. Das fast unverwüstliche Material macht den Landi-Stuhl zum idealen Allwettermöbel.

Aluminiummöbel des Mid Century Modern

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Aluminium als Metall kriegswichtig und entsprechend rationiert, Möbel wurden aus dem Material bis Ende der 1940er Jahre kaum noch produziert. Mitte der 1950er Jahre legte der amerikanische Aluminiumhersteller Alcoa ein Programm auf, um die Attraktivität und technischen Möglichkeiten von Aluminium herauszustellen. Dazu wurde der amerikanisch-japanische Bildhauer Isamu Noguchi um einen Entwurf gebeten. Inspiriert von der traditionellen japanischen Papierfalttechnik entstand ein Beistelltisch, der aus drei Teilen gefalzten Aluminiumblechs hergestellt wird. Die heutige Edition wird von Vitra gefertigt, Markanto zeigt einen Rohling aus der Herstellung.

Ab 1953 entwarf der amerikanische Architekt und Designer Eero Saarinen das Miller-House in Indiana. Für die Inneneinrichtung war derr Innenarchitekt Alexander Girard verantwortlich, der dort ein Gesamtkunstwerk des Mid Century Designs schuf (die Villa ist heute ein Museum). Für den Terrassenbereich der Villa suchte er lange passende Sitzmöbel, aber ohne Erfolg. Daher fragte er das befreundete Eames-Ehepaar nach einem Entwurf - heraus kam der Aluminium-Chair, der heute erfolgreichste Bürostuhl weltweit.

1964 entwickelte der Schweizer Industriedesigner Andreas Christen für Lehni ein modulares Regalsystem aus Aluminium. Dank des geringen Gewichts lässt sich das Regal mühelos verschieben und kann ohne Spezialwerkzeug demontiert werden. Ein weiteres Lehni-Möbel in unserer Ausstellung ist der Beistelltisch aus dem Jahr 1979. Diese Möbel führten dazu, dass ab 1984 bei Lehni der Minimal-Künstler Donald Judd eine ikonischen Möbelkollektion von 15 Objekten herstellen ließ, die bis heute als Sammleredition produziert werden.

Aluminium wird auch gerne für die Herstellung von Leuchten verwendet. In gelungenes Beispiel ist die P376 Pendelleuchte. Inspiriert von dem Werk von Poul Henningsen wurde die Pendelleuchte aus Aluminium von den beiden dänischen Designern Preben Fabricius und Jørgen Kastholm im Jahr 1963 entworfen.Ein weiteres Beispiel ist die Chiara Tischleuchte von Mario Bellini für Flos aus dem Jahr 1969. Geformt wird die Leuchte aus einem Bogen polierten Metalls (Stahl oder Aluminium), der zu einem Zylinder gerollt und zugeschnitten wird. Diese freistehende, origamiartige Struktur verbirgt das Leuchtmittel dezent im Leuchtenboden.

Moderne Aluminiummöbel

1992 entwarf der belgische Minimalist Maarten van Severen den .02 Chair Stuhl, der später von Vitra sehr erfolgreich in der .03 Chair Variante mit einer Sitzschale aus Polyurethan in großen Stückzahlen produziert wurde. 2012 präsentierte das Künstler- und Designerduo Fien Muller und Hannes van Severen (Sohn von Maarten van Severen) auf der Biennale Interieur im belgischen Kortrijk eine vielbeachtete Installation. Dazu zählte ihr erster Stuhlentwurf, unser Exponat ist einer der frühesten Stühle dieser Serie. Aus dem First Chair entstanden später die von valerie_objects industriell produzierten Alu Chairs.

Für ClassiCon entwarf der brasilianische Architekt und Designer Guilherme Torres aus Sao Paulo die Tore Tischserie, die sich seit 2025 auch in Aluminium und mit verspiegelter Glasplatte präsentiert.

Über Jahrzehnte war der Superleggera Chair von Gio Ponti aus den 1950er Jahren mit 1.700 Gramm der leichteste Stuhl der Welt. Das änderte sich 2019, als der polnische Designer Oskar Zięta seine Version des Stuhls mit 1.660 Gramm entwarf. Dafür hat dieser Aluminiumstuhl ein Benutzergewicht von 1.200 kg.

Der künstlerisch anmutende Assemble Side Table wird aus gebürstetem Aluminium gefertigt. Hinter Destroyers / Builders steckt die niederländische Möbel-, Produkt- und Innenarchitektin Linde Freya Tangelder mit Sitz in Belgien, die aktuell neben Sabine Marcelis zu den gefragtesten Designerinnen weltweit zählt. Für das gleichnamige Stedelijk Museum in Amsterdam entwarf die niederländische Künstlerin und Designerin Sabine Marcelis 2024 den stapelbaren Aluminiumstuhl, der von bd barcelona in Spanien produziert wird. Zusätzlich ist der Stedelijk Chair seit 2025 auch in farbig lackiertem Aluminium erhältlich.

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