Erweiterung der Pierre Jeanneret Kollektion von Cassina

2019 legte Cassina eine Pierre Jeanneret Kollektion auf, die einen kleinen Teil seiner Entwürfe für die Inneneinrichtungen der Stadt Chandigarh in Indien umfasst. Hintergrund ist, dass diese Stadt ab 1951 von seinem Cousin Le Corbusier als Gesamtkunstwerk geplant wurde. Während der Architekt Le Corbusier für diese Gesamtplanung verantwortlich war, kümmerte sich Pierre Jeanneret um die Inneneinrichtungen, die Bau- und Städteplanung und -ausführung und entwarf – wohl zusammen mit lokalen Handwerkern und Architekten – die gesamte Möblierung der heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Stadt.

Dabei nutzte Pierre Jeanneret einen früheren Entwurf als Basis für diese Serie. Den sogenannten Scissor Chair mit dem typischen Scherengestell entwarf der Architekt bereits in den 1940er Jahren in Frankreich, der Sessel wurde anfänglich in Frankreich produziert, dann übernahm Knoll International den Entwurf für die Kollektion. Das Grundkonzept des Scherengestells findet sich daher in den meisten der Chandigarh Möbel wieder.

Von Indien zu den Kardashians: Chandigarh Möbel als Livestyle Produkt

Ab Ende der 1990er Jahre wurden die originalen Möbel in mehreren lokalen Auktionen in Chandigarh versteigert. Käufer waren Designhändler aus Frankreich und Großbritannien, die die Möbel aufwendig restaurierten und in Designauktionen weltweit anboten. Käufer waren u.a. die amerikanische Kardashian-Familie, die damit ihre Wohnung ausstatteten. So entstand ein regelrechter Hype um diese Jeanneret Entwürfe. In allen hochwertigen Wohnzeitschriften weltweit finden sich heute Abbildungen dieser Kollektion. Bedingt durch den Hype und die hochpreisigen Auktionsergebisse kam es dabei leider zu ersten Fälschungen der Originalmöbel.

2019 legte Cassina dann die Kollektion als „Homage to Pierre Jeanneret” auf. Hintergrund ist, dass Cassina mit den Pierre Jeanneret Erben schon seit Jahrzehnten im Rahmen der Le Corbusier Kollektion arbeitet, die Stahlrohrmöbelkollektion wurde von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand gemeinsam ab 1927 entworfen (bzw. werden mittlerweile einige Entwürfe Charlotte Perriand alleine zugeordnet) und zählt zu den Ikonen der Moderne (exemplarisch der LC1 Sessel und die LC2 und LC3 Sofas und Sessel). Diese Pierre Jeanneret Kollektion entstand daher in Zusammenarbeit der Pierre Jeanneret und Le Corbusier Foundation.

Wurden bereits schon die alten Originalmöbel aus den 1950er Jahren gefälscht, hatte Cassina direkt das gleiche Problem. Durch den ganzen Medienhype um die Chandigarh Kollektion gab es direkt Nachbauten (wohl aus Indonesien), die aber nicht in Zusammenarbeit mit den Stiftungen und Erben entstanden, sondern das recht komplizierte Lizenz- und Urheberrecht in anderen Ländern ausnutzten. Wir empfehlen natürlich immer das Original aus der lizensierten Kollektion von Cassina!

 

 

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