Artek: Historie der finnischen Designmarke
Gegründet wurde Artek im Jahr 1935 von Alvar Aalto, Aino Aalto und den beiden Kunstförderern Maire Gullichsen und Nils-Gustav Hahlins in Helsinki, der prägnante Markenname steht als Abkürzung für Art + Technology. Das ursprüngliche Unternehmensziel war, den Vertrieb von Alvar Aaltos Möbelentwürfen professioneller zu organisieren. Denn seit Ende der 1920er Jahre machten die aus Birke geformten Schichtholzmöbel in ganz Europa Furore. Gefertigt wurden die Möbel damals von der Firma O.y. Huonekalu-ja Rakennustyöte der Familie Kuronen im finnischen Turku, die nach dem Zweiten Weltkrieg von Artek übernommen wurde. Noch heute werden in dieser Manufaktur die meisten der Artek Möbel in Handarbeit hergestellt, als Werkstoff dient weiterhin primär die finnische Birke, wovon wir uns bei unserem Besuch überzeugen konnten. 2014 wurde die finnische Traditionsmarke Bestandteil der Vitra Gruppe. Heute ergänzen Entwerfer wie Ilmari Tapiovaara, Eero Aarnio, Ronan und Erwan Bouroullec oder Daniel Rybakken das Produktportfolio von Artek.
2025 feierte Artek sein 90-jähriges Bestehen und nahm dafür das 80-jährige Jubiläum der Mumins (oder Moomins) von Tove Jansson zum Anlass für eine besondere Edition des berühmten „Stool 60” des finnischen Architekten Alvar Aalto. Die Jubiläumsedition des Hockers verbindet die beiden finnischen Ikonen. Die Edition war weltweit in einer limitierten kleinen Stückzahl erhältlich und in Deutschland exklusiv von Markanto angeboten.
Artek: Designphilosophie zwischen Nachhaltigkeit und Innovation
Artek ist international bekannt für ikonische Designklassiker, legt jedoch ebenso großen Wert auf Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusste Produktion. Die Marke verwendet bevorzugt natürliche, langlebige Materialien und setzt auf ressourcenschonende Herstellungsverfahren. Gleichzeitig entstehen durch Kooperationen mit zeitgenössischen Designerinnen und Designern immer wieder neue, innovative Impulse, die die Marke kontinuierlich weiterentwickeln. Die Designmarke steht für eine klare Verbindung aus zeitloser Ästhetik, funktionaler Gestaltung und hochwertiger Verarbeitung. Besonders die Entwürfe von Alvar Aalto prägen das Profil von Artek bis heute und machen die Möbel weltweit unverwechselbar. Durch flexible Designkonzepte und eine starke Ausrichtung auf Alltagstauglichkeit entstehen Produkte, die sowohl gestalterisch als auch funktional überzeugen und langfristig Bestand haben.
Skandinavisches Design von Artek und Kollektionen
Das Portfolio von Artek umfasst vor allem Möbel für Wohnen, Arbeiten und öffentliche Räume und steht exemplarisch für skandinavisches Design in seiner funktionalen und reduzierten Formensprache. Zu den prägenden Kollektionen zählen Sitzmöbel, Tische und Leuchten, die häufig modular oder vielseitig einsetzbar konzipiert sind. Ein zentrales Beispiel ist der berühmte Hocker 60 (Stool 60) von Alvar Aalto, der als elementares Sitzmöbel im skandinavischen Design gilt. Der Hocker überzeugt durch seine einfache Konstruktion, Stapelbarkeit und klaren Proportionen und ist eines der bekanntesten Produkte von Artek. Von dem Entwurf aus dem Jahr 1933 wurden mittlerweile über acht Milionen Hocker produziert. Neben diesem Bestseller produziert Artek aber noch zahlreiche weitere Entwürfe des Architekten Aalto – und dies schon seit über 90 Jahren. Ebenso prägend ist der Domus Chair des finnischen Designers Ilmari Tapiovaara, der die Verbindung aus ergonomischer Funktion und reduzierter skandinavischer Gestaltung zeigt. Auch im Leuchtenbereich setzt Artek auf ikonisches Design aus Finnland, etwa mit der A110 Handgranate Pendeleuchte, die durch ihre charakteristische Formensprache und atmosphärische Lichtwirkung zu den markanten Entwürfen des skandinavischen Designs zählt.
Tische und Beistellmöbel folgen ähnlichen Prinzipien: reduzierte Form, sichtbare Konstruktion und eine enge Beziehung zwischen Material und Statik. Auch im Bereich der Leuchten zeigt sich diese Haltung, bei der Lichtführung, Funktion und formale Zurückhaltung im Vordergrund stehen.
Die Produkte sind weniger als Einzelstücke gedacht, sondern als Teil eines kohärenten Systems innerhalb der Artek Kollektionen, das sich flexibel an unterschiedliche Räume und Nutzungen anpassen lässt und damit ein typisches Merkmal skandinavischen Designs verkörpert.er Name Artek ist natürlich immer noch sehr eng mit Alvar Aalto verbunden – dem großen Meister der modernen, finnischen Architektur und wichtigsten Designer aus dem hohen Norden.

Der Hocker 60 von Alvar Aalto entstand 1933 für die Bestuhlung der Bibliothek in Viipuri im heutigen Russland