Rico und Rosmarie Baltensweiler (1920 - 2020)

1951 richtet das Schweizer Ehepaar Rico und Rosmarie Baltensweiler ein Wohnatelier ein, es entstehen die ersten Leuchtenentwürfe für den Eigenbedarf. Befreundete Architekten, die im Haus verkehren, melden ihr Interesse an den Leuchten an. So wird eine erste Auflage von zehn Exemplaren nach dem Entwurf von Rosmarie Baltensweiler gebaut. und im Laufe der Zeit entsteht die noch heute im Familienbesitz geführte Leuchtenmanufaktur. Die meisten der Entwürfe erfolgten durch Rosmarie Baltensweiler

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Baltensweiler-Type-600-P-Pendelleuchte
Type 600 P Pendelleuchte
von Rosmarie Baltensweiler
€ 1.175,00
 
 
Baltensweiler-Type-600-Stehleuchte
Type 600 Stehleuchte
von Rosmarie Baltensweiler
€ 2.895,00
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Baltensweiler-Type-600-WD-Wandleuchte
Type 600 WD Wandleuchte
von Rosmarie Baltensweiler
€ 995,00
 
 
Baltensweiler-Typ60-klemmleuchte
Type 60K Klemmleuchte
von Rosmarie Baltensweiler
€ 1.425,00
 
 
Baltensweiler-Typ60-Tischleuchte
Type 60S Tischleuchte
von Rosmarie Baltensweiler
€ 1.425,00
Sofort lieferbar
 
Baltensweiler-Typ60-wandleuchte
Type 60W Wandleuchte
von Rosmarie Baltensweiler
€ 1.425,00
 
 

Die Geschichte von Rosemarie Baltensweiler 

Rosmarie Baltensweiler, geborene Schwarz, kam 1927 in Bremgarten zur Welt. Sie besuchte die Fachklasse für Innenarchitektur an der Kunstgewerbeschule Zürich bei Wilhelm Kienzle und arbeitete anschließend im Büro von Willy Guhl sowie als Assistentin von Max Bill. Damit war sie mitten in der Schweizer Moderne angekommen, die Form, Funktion und Material als Einheit verstand.  1951 heiratete sie Rico Baltensweiler. Gemeinsam bezogen die beiden ein ehemaliges Bad- und Waschhaus an der Reuss in Luzern und machten daraus eine Wohnwerkstatt, in der Leben und Arbeiten ineinander übergingen. Die Rollen waren klar verteilt: Rico kümmerte sich um die Technik, Rosmarie um die Gestaltung. Sieben Jahrzehnte lang blieb sie als Designerin, Produzentin und Unternehmerin tätig, lange an der Seite ihres Mannes und nach seinem Tod 1987 gemeinsam mit ihren Kindern Karin und Gabriel. Ab den 1990er Jahren leitete sie die Firma selbst, zog vier Kinder groß und engagierte sich außerdem für den Naturschutz.

Die Leuchte sprach sich schnell herum. Befreundeten Architekten gefiel sie so gut, dass eine erste Serie von zehn Stück entstand, und ab 1951 fertigte das junge Atelier Kleinserien für die Zürcher Wohnbedarf AG. Bald wurde auch die internationale Design- und Architekturszene aufmerksam. 1952 erscheint die Leuchte – Type 600 genannt – in der Zeitschrift „Bauen + Wohnen“, 1953 auf dem Titelblatt des Schweizer Warenkatalogs. Dadurch wird Knoll International auf Rico und Rosmarie Baltensweiler aufmerksam und nimmt die Leuchte in das Sortiment auf. Le Corbusier wählte die Type 600 Mitte der 1950er-Jahre für die Einrichtung einer seiner Musterwohnungen. 1957 nahm Die Neue Sammlung in München sie in ihren Bestand auf, kurz darauf stellte die New York Times sie als Beispiel für modernes Design vor. 1958 hatte sie einen Auftritt in der hypermodernen Villa aus Jacques Tatis Filmklassiker „Mon Oncle. Für eine Leuchte, die zwei junge Gestalter in einem umgebauten Waschhaus für sich selbst gebaut hatten, war das eine bemerkenswerte Karriere. 

Seit den 1960e Jahren wuchs das Programm stetig, und das Eheaar übernahm auch Lichtplanungen für öffentliche Bauten wie das Stadttheater und das Kunsthaus Luzern oder das Schauspielhaus Zürich. Ab den 1970e Jahren beschäftigten sich die beiden intensiv mit neuen Leuchtmitteln und mit gutem Licht am Arbeitsplatz. 1972 entstand die Leuchtenserie Halo, deren Halogenleuchte zum meistverkauften Produkt der Firma wurde. Rosmarie Baltensweiler zählte sie wegen ihrer schlichten Eleganz zu ihren Lieblingsleuchten, und bis heute lässt sie sich auf energiesparende LED-Technik umrüsten.

Mit der Stehleuchte Aladin gelang 1986 erneut Pionierarbeit. Sie war die erste Büroleuchte mit Kompaktleuchtstofflampen und wurde zum Standard für Büroleuchten. Dass in Rosmarie Baltensweilers Arbeiten neben aller Präzision auch Humor steckt, zeigt das kleine Guggerli, das mit seinen runden Augen freundlich in die Welt blickt. 1990 nahm das Museum für Gestaltung Zürich gleich mehrere Entwürfe in seine Sammlung auf, darunter die Type 600, die Type 60, Aladin und Halo.

Die große öffentliche Anerkennung kam spät. Erst 2019, mit 91 Jahren, erhielt Rosmarie Baltensweiler vom Schweizer Bundesamt für Kultur den Grand Prix Design für ihr Lebenswerk. In der Laudatio hieß es, sie habe mit ihrem Mann Schweizer Designgeschichte geschrieben und früh auf nachhaltige Produktion gesetzt.

Wie sehr ihr Denken bis heute nachwirkt, zeigt die Leuchtenfamilie Irio. Sie ist das letzte Modell, zu dem Rosmarie Baltensweiler mit über 90 Jahren noch ihren Rat beisteuerte, und sie greift die Grundidee der Type 600 auf. Schon die erste Leuchte von 1950 entstand, weil Rosmarie mit dem starren Licht an ihrem Arbeitsplatz unzufrieden war. Über sechs Gelenke, ein großes Gegengewicht und ein Torsionsfedergelenk ließ sich die Type 600 frei im Raum bewegen. Die Irio übersetzt diese Beweglichkeit in eine neue, reduzierte Form. An einer schlanken Stange aus Aluminium sitzen drei Leuchtenköpfe, die sich über Magnetkontakte ohne Werkzeug verschieben, drehen und neigen lassen. Zwei Köpfe geben indirektes Raumlicht, der dritte dient als gerichtetes Leselicht, und beide Lichtarten lassen sich getrennt schalten und dimmen. So wird die Stehleuchte zu einem Werkzeug, mit dem man das Licht im Raum immer wieder neu einstellt, genau wie es die Type 600 vor über 70 Jahren vorgemacht hat.

Kurz vor ihrem Tod gab Rosmarie Baltensweiler der Irio Stehleuchte ihren Segen und beschrieb sie als lichtstark, funktional und trotzdem verspielt. Sie starb am 10. April 2020 im Alter von 92 Jahren. Im selben Jahr wurde die Irio mit dem Red Dot: Best of the Best ausgezeichnet, und inzwischen ist aus der Stehleuchte eine ganze Familie mit Tisch-, Wand- und Hängeleuchten geworden.

Heute führt die dritte Generation um Ria Baltensweiler das Unternehmen. Die Leuchten werden nach wie vor in Luzern entwickelt, gefertigt und in Handarbeit montiert. Zum Jubiläum kehrt die Manufaktur zu ihrem Ursprung zurück und erweitert die Type 600 erstmals zu einer ganzen Leuchtenfamilie. Neu erschienen sind die Pendelleuchte Type 600 P, die die charakteristische Form der ersten Leuchte an die Decke bringt, und die Wandleuchte Type 600 WD. Ihr großer, kreisrunder Reflektor mit 39 Zentimetern Durchmesser ist außen schwarz und innen weiß lackiert und setzt an der Wand einen klaren grafischen Akzent. Der Gedanke, der Rosmarie Baltensweiler 1950 antrieb, gilt damit auch nach 75 Jahren. Eine Leuchte soll gutes Licht spenden, sich dem Menschen anpassen und dabei schön sein.

Als Fachhändler für Designklassiker seit 1999 führen wir bei Markanto Leuchten von Baltensweiler. In unserem Showroom in Köln beraten wir Sie gern persönlich zu Modellen, Lichtwirkung und Einsatzbereichen.